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So lange leben Ihre Daten

16.04.2008 | 13:26 Uhr |

Ihre Daten sind in Gefahr, denn digitale Inhalte sterben stündlich und milliardenfach. Das kann am Datenträger liegen oder an der Software. Was dagegen hilft, lesen Sie hier.

DAS DATENSTERBEN GREIFT UM SICH. Es betrifft Musiksammler, Hobby-Fotografen, Selbständige ... also alle, die ihre Werke, Erinnerungen oder Belege digital aufbewahren. Verglichen mit Aufzeichnungen auf Papyrus, Pergament oder Wachstafeln sind moderne digitale Informationen extrem fehleranfällig, flüchtig und obsolet. Anders als bei archaischen Inschriften kann man bei digitaler Aufzeichnung zu 100 Prozent davon ausgehen, dass die Daten nicht dauerhaft überleben - jedenfalls, wenn sie dem Zufall überlassen werden.

Gewusst wie: Nur aktives Archivieren kann Ihre wichtigen Dateien bewahren. Lesen Sie hier, welchen Daten wo, wann und warum das Aus droht - und was Sie dagegen tun können.

Ursachen des Datensterbens

Anders als beim Buch oder Notizblock hängt die Lesbarkeit elektronisch verarbeiteter Daten von mehreren technischen Komponenten ab: von der Integrität des Datenträgers (Medium), vom Funktionieren des Lesegeräts (Hardware), vom Software-Interpreter (Anwendung) und von der System-Software (Betriebssystem).

Hardware-Hersteller, in geringerem Maße auch Software-Firmen, legen angesichts rasanter Produktzyklen und großem Preisdruck wenig Wert auf Haltbarkeit und Abwärtskompatibilität digitaler Daten. Sie überlassen es dem Anwender, die Gefahr für seine digitalen Inhalte rechtzeitig zu erkennen und diese zu kopieren oder zu migrieren. Im Wesentlichen gibt es folgende Problemfelder:

1. Benutzerfehler und Viren: Diese Probleme sind trivial, dürfen aber angesichts ihrer Bedeutung nicht fehlen. Um digitale Daten in beliebiger Menge zu löschen, reicht ein falscher Tastendruck. Moderne Schädlinge haben im Unterschied zu ihren Vorgängern allerdings nur noch selten das Ziel, massiv Daten zu zerstören.

2. Defekte bei Hardware, Software oder Medien: Festplatten können nicht nur ausfallen, sie tun es auch früher oder später. Das Gleiche gilt für Betriebssysteme. Insbesondere im zweiten Fall erhöhen Benutzerfehler oder übereilte Neu-Installationen zusätzlich die Gefahr, dass Daten verloren gehen. Für optische Medien (CD, DVD) sind nicht nur Kratzer, sondern auch Aufkleber und direkte Sonneneinstrahlung Gift.

3. Begrenzte Haltbarkeit der Medien: Nur in größeren Firmen ist es üblich, Daten via Streamer auf Magnetbänder zu speichern. Ansonsten gibt es kaum Medien, die sich für eine Langzeitarchivierung eignen (10 Jahre und länger). Mit Magnetbändern mithalten kann allenfalls Iomegas JAZ-Nachfolger REV mit geschätzten 30 Jahren Haltbarkeit. Der verbreitete Rest der Medien hält die Daten höchstens 10 Jahre.
Disketten sollen Daten 5 bis 10 Jahre sicher halten - theoretisch. Die Ausfälle beginnen aber schon deutlich früher, nach 2 bis 3 Jahren. Andere Medien können zufällig oder durch optimale Lagerung auch mal eine außerordentliche Lebensdauer erreichen. Bei alten Disketten geht die Ausfallkurve stetig auf 100 Prozent.

Selbstgebrannte CDs/DVDs sollten bei optimaler Lagerung (konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit, kein Lichteinfall) etwa 50 Jahre halten. In der Praxis können sie das aber nicht annähernd erfüllen. Künstliche Alterungstests und Erfahrungswerte legen nahe, diesen optischen Medien nach 3 bis 5 Jahren zu misstrauen - sachgemäße Lagerung ohne direktes Sonnenlicht vorausgesetzt.

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