70642

Staat ködert IT-Profis mit sicheren Jobs

08.05.2009 | 11:25 Uhr |

Kausik Munsi entschied sich für einen sicheren Arbeitsplatz in einer Behörde anstelle von viel Geld in der Privatwirtschaft. Der begeisterte IT-Profi hat diese Entscheidung nie bereut.

Kausik Munsi steht dem Referat Softwareentwicklung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg vor. Trotz weniger Zeit für Schlaf fühlt sich Munsi frisch wie nach einem Wellness-Wochenende. Begeisterung und Leidenschaft fesseln ihn bis tief in die Nacht an seinen PC um zu tüfteln, ausprobieren und immer wieder Neues sich auszudenken, bis ein Problem gelöst ist.

Munsi will Vorbild sein für seine 24 Mitarbeiter. Wenn der IT-Experte wie kürzlich die Software für die humanitäre Hilfsaktion zur Aufnahme irakischer Flüchtlinge fertig stellen muss, macht er nicht um 17 Uhr Feierabend. Kaum zu glauben, dass Munsi nicht etwa in der Privatwirtschaft arbeitet, sondern bei einer Behörde wie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Das neue Projekt mit dem Chef besprechen, die Programmierarbeiten einiger Kollegen checken, die Azubis coachen und ein Meeting leiteen. Planung, Mitarbeiter führen , das Team zusammenhalten - damit verbringt Munsi in der Regel den ersten Teil des Tages. Ab 16 Uhr, wenn sich die Belegschaft ausdünnt und die IT-Experten ungestört an die Rechner können, geht es ans Programme einspielen, testen, optimieren. Munsi: "Natürlich meist nicht bis drei Uhr nachts. Normalerweise arbeiten wir hier von 9 bis 19 Uhr. Wer nicht zum Führungsteam gehört, kann früher gehen." Für Überstunden nimmt Munsi Freizeitausgleich, im Gegenzug erwartet die Behörde aber Flexibilität. Daneben gibt es verschiedene Teilzeitmodelle, sogar ein Spielzimmer mit Computerarbeitsplätzen für den Notfall. Ein paar mal schon hat der Vater von fünf Kindern diese Möglichkeit bereits in Anspruch genommen, denn die Familienfreundlichkeit gehört neben den guten Arbeitsbedingungen zu den besonderen Pluspunkten des BAMF.

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation Computerwoche.de.

0 Kommentare zu diesem Artikel
70642