02.01.2009, 12:34

Michael Schmelzle, Christian Helmiss

Für mehr Leistung & Sicherheit

Mehr Power für Bios

Bios-Einstellungen sind ein mächtiges Werkzeug, wenn es darum geht, PCs schneller zu machen. Wir liefern hier extreme Bios-Tricks. Aber Vorsicht: Anwenden auf eigene Gefahr!

Achtung, PC-Einsteiger: Nicht weiterlesen! Bei unseren Bios-Tricks geht es ans Eingemachte. Normalerweise arbeitet ein PC streng nach Vorschrift: Die Werkseinstellungen für das Bios sind dabei so gewählt, dass der Rechner stets klaglos seinen Dienst verrichtet. Der Haken dabei: Der PC leistet weniger, als er eigentlich kann. Mit unseren Tipps tunen Sie CPU und RAM. Wer das Risiko liebt und bis an die Grenzen des technisch Machbaren geht, erzielt bis zu 30 Prozent mehr Tempo. Zusätzlich machen Sie Datendieben das Leben schwer (auf Seite 4). Übrigens: Wichtige Begriffe zum Thema Bios erklären wir im Glossar auf Seite 5. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie unsere Tipps umsetzen. Es lässt sich nicht ausschließen, dass eine Komponente dabei Schaden nimmt. Halten Sie sich deshalb exakt an unsere Anleitung.
Tuning
Per Windows-Tool übertakten
Der bequemste Weg, an den Leistungsschrauben im Bios zu drehen, führt über spezielle Windows-Tools. Viele Hersteller legen solche Tools ihren Hauptplatinen bei, beispielsweise Biostar T-Power, Asus AI Suite, Abit yGuru, Gigabyte Easy Tune und MSI Dual Core Center.
Daneben bieten die Chipsatz-Hersteller für spezielle Produktlinien universell einsetzbare Windows-Tools an: AMD Overdrive für alle Mainboards mit 7er-Chipsatz, Intel Desktop Control Center für einige hauseigene Hauptplatinen und Nvidia Ntune für alle Platinen mit Nforce-Chipsatz. Die Programme besitzen umfangreiche Tuning-Optionen für CPU, Speicher, Chipsatz und Bussysteme, über die Sie Taktfrequenzen, Spannungen und Zugriffszeiten manipulieren können.
Zwei Arbeitsmodi: Die Tools bieten in der Regel zwei Modi an. Wer technisch nicht so bewandert ist, kann per Mausklick automatisch die Leistung von CPU und Speicher um einen fest definierten Prozentsatz oder ein empirisch ermitteltes Maxium erhöhen. Der Profi-Modus schaltet tief verschachtelte Menüs frei. Hier können Sie vom Bustakt der PCI-Express-Schnittstelle bis hin zum „Write-to-Read Delay“ mit über 50 Tuning-Optionen experimentieren. Am Beispiel von AMD Overdrive erläutern wir Chancen und Risiken solcher Tools (siehe Seite 5).
CPU übertakten: Worum es geht
Meist erlaubt es das PC-Bios, den Front Side Bus (FSB) zu erhöhen. Dadurch können Sie die Taktrate einer Intel-CPU und damit die Rechenleistung steigern. Je nach CPU liegt der FSB zwischen 133 und 400 MHz. Der äquivalente Parameter bei AMD-CPUs ist der Referenztakt, der werksseitig immer bei 200 MHz liegt. In diesem Punkt setzen wir FSB gleich mit Referenztakt.
Faustregel: Der FSB lässt sich, je nach CPU-Variante, zwischen 10 und 30 Prozent erhöhen. Wie weit Sie im Einzelfall gehen können, hängt von drei zentralen Faktoren ab: der Leistungsfähigkeit der Kühlkörper-Lüfter-Kombination, der Spannungsversorgung beteiligter Komponenten – wie CPU, Speicher und Northbridge – sowie der Prozessorvariante.
Kühlung: Im Vorfeld sollten Sie den Standardkühler durch ein Hochleistungsmodell ersetzen. Empfehlenswert für AMD- und Intel-CPUs ist beispielsweise der Coolermaster V8 (www.hardwareversand.de, rund 50 Euro), der bis zu 180 Watt Abwärme bewältigen kann und damit selbst für extrem übertaktete High-End-Prozessoren in Frage kommt. Wie Sie die zusätzliche Abwärme aus dem Gehäuse transportieren, lesen Sie unten auf Seite 4.
Spannungsversorgung: Übertaktete Komponenten ziehen mehr Strom. Deshalb müssen Sie im Bios die Versorgungsspannung der CPU, der Northbrigde sowie gegebenenfalls des Speichers erhöhen. Aber Vorsicht: Zu hohe Werte können zu irreparablen Schäden auf der Hauptplatine führen!
Prozessorvariante: In der Regel lassen sich die „kleinen“ CPUs einer Baureihe (preisgünstig und niedrige Taktraten) besser übertakten als die High-End-Modelle, die oft ab Werk schon am Limit laufen.
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