Windows-Veteranen

Alte Windows-Rechner gefährden die Sicherheit

Freitag, 15.06.2012 | 10:39 von Thomas Bär; Frank-Michael Schlede
Bildergalerie öffnen Gefahrenquelle alte Windows-Rechner
© iStockPhoto/Douglas Bray
Alte Windows-Betriebssysteme wie XP, die Microsoft nicht mehr unterstützt, stellen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar. PC-Welt erklärt die Gründe für diese Gefahr.
Die Industrie wünscht sich vermutlich Computer-User, die Technik-affin sind und immer das neuste Betriebssystem benötigen. Zudem sollte der ideale Benutzer sein Betriebssystem und die darauf installierte Sicherheitssoftware immer auf dem aktuellsten Stand halten und Detailkenntnisse wie den Aufbau einer VPN-/SSL-Verbindungen ins Unternehmen besitzen.

In der Realität gibt es allerdings sehr viele User, die nach der Devise „Never change a running system“ handeln. Es gibt mehrere Gründe, warum Anwender ihre Rechner nicht ständig aktualisieren. Hierzu gehört die Angst, dass nach einem Wechsel das System nicht mehr einwandfrei funktioniert. Oft liegt die Ursache auch darin begründet, dass User sich nicht an neue Funktionen gewöhnen wollen.

Rechner auf denen Windows 98, Windows 2000, Windows NT und Windows ME installiert sind, gehören zu den absoluten „Windows-Oldtimern“. Sie werden gehegt und gepflegt. Auch Windows XP gehört bald dieser Gattung an. Das Betriebssystem arbeitet zuverlässig und wird täglich ohne Bedenken in Unternehmen eingesetzt. Doch aufgepasst: Von alten Betriebssystemen gehen besonders in direkter Verbindung zu Netzwerken und dem Internet ernste Gefahren aus. Dies trifft besonders auf Rechner zu, deren Betriebssysteme veraltet, nicht regelmäßig gewartet oder mit Updates versorgt werden. Wir zeigen, warum es leichtfertig ist zum Beispiel mit einem Windows-NT-System online zu gehen.

Windows-XP-Support wird endgültig eingestellt

Die letzte Version von Windows XP ist die mit Service Pack 3 (SP3). Am 8. April 2014 stellt Microsoft den sogenannten „erweiterten Produktsupport“ für diese Version ein, somit endet an diesem Tag endgültig der Windows-XP-Support.

User, bei denen der Windows-Update Dienst aktiviert ist, können unbesorgt in Sachen Service-Pack sein. Ihr Windows-System aktualisiert sich automatisch. Deshalb sollte die Funktion trotz eventueller Bedenken, dass der XP-Rechner zu viele Informationen an Microsoft senden könnte, aktiviert bleiben. Falls Sie die automatische Update-Funktion doch ausschalten sollten, sollten Sie wenigstens manuell wichtige Updates regelmäßig installieren. Wer wissen möchte, welches Service Pack auf seinem Rechner vorhanden ist, kann dies mittels Rechtsklick auf den Arbeitsplatz und dem Menüpunkt „Eigenschaften“ auslesen. Im obersten Informationsblock wird das Betriebssystem mit entsprechendem Service Pack angezeigt.

Notwendigkeit von Service Packs und Updates bei alten Windows-Rechnern

In Service Packs bündelt Microsoft eine große Anzahl von Korrekturen und häufig wesentliche sicherheitsrelevante Veränderungen. Im SP2 für Windows XP waren folgende Modifikationen enthalten:

  • Die Firewall wurde in der Standardeinstellung aktiviert.
  • Das „Sicherheitscenter“ wurde zur Überwachung von Antivirusprogrammen hinzugefügt.
  • Windows XP wurde um eine Firewall und einen Update-Dienst erweitert.
  • Es wurde der Gast-Account deaktiviert. User konnten aus dem Netzwerk auf XP-Rechner zugreifen. Sie wurden automatisch(!) als „Gast“ authentifiziert. Mit der Abschaltung des Dienstes wurde das System in der Grundeinstellung drastisch sicherer.

Vorsicht: Microsoft führt derlei Änderungen zugunsten der Sicherheit bei alten Betriebssystemen nicht mehr durch. Dies gilt auch für Windows XP. Eine weitere Gefahr geht von den Installations-Medien der Betriebssysteme aus. Die aktuellen Service-Packs sind zwar enthalten aber je nach Aktualität des OS können diese stark veraltet sein. Wer mittels der Wiederherstellungs-CD einen alten Rechner neu aufsetzt, erhält einen alten Softwarestand und sollte die „Automatischen Updates“ aktiviert lassen – um bekannte Sicherheitslücken sofort zu schließen.

Freitag, 15.06.2012 | 10:39 von Thomas Bär; Frank-Michael Schlede
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (26)
  • tempranillo 16:10 | 19.06.2012

    und für Ubuntu gibt es dann die Treiber
    Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit, Schwierig wird es allenfalls bei alten Grafikkarten, da muss man dann eben 50 Euro investieren.

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  • kalweit 12:03 | 19.06.2012

    ..ahja, und für Ubuntu gibt es dann die Treiber und die Windows Software läuft auch weiter?

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  • deoroller 10:32 | 19.06.2012

    Wenn man nach Ablauf von XP keine Treiber für Windows 7 kriegt oder die Hardware zu schwach dafür ist, kann man auch Ubuntu installieren.

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  • MisterKraps 10:25 | 19.06.2012

    Ich werde mir kein neues Notebook nur wegen eines neues Betriebssystems kaufen.Mein Internet Notebook ist jetzt über 6 Jahre alt und zum Spielen benutze ich schon längere Zeit keinen PC mehr. mfg

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  • as80796 09:09 | 19.06.2012

    Für keine 5 Pfennig Neues im Artikel

    1. Daß der Windows XP Support 2014 eingestellt wird, weiß jeder regelmäßige PC-Zeitschriftenleser. 2. Daß man auf Updates nicht verzichten sollte, sollte langsam auch sattsam bekannt sein. 3. Daß hierzu auch Software und PlugIns gehören ebenso. 4. Und letztendlich ist es ja nicht nur mit einem neuen Windows ob nun 7 oder demnächst 8 getan, dazu wird auch neue Software benötigt, wenn man nicht eine langsame Krücke haben will. Fazit: Wo ist der Mehrwert dieses Artikels?

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