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Fernzugriff unter Linux

25.01.2008 | 10:16 Uhr |

Die Rechnerwelt ist vernetzt – Linux auch. Lesen Sie, wie Sie komfortabel von einem Linux-Rechner auf den anderen zugreifen, ohne Angst vor Angreifern und Datendieben.

Unter Unix-Betriebssystemen, zu denen auch Linux gehört, ist es prinzipiell egal, ob Sie direkt vor dem Rechner sitzen, an dem Sie arbeiten. Die nötigen Berechtigungen vorausgesetzt können Sie sich von irgendwo in einem Netz mit dem gewünschten Rechner verbinden. Dabei spielt es keine Rolle, ob mit „Netz“ nun das LAN zu Hause, in der Firma oder das ganze Internet gemeint ist. Voraussetzung ist nur, dass der jeweilige Zielrechner dafür konfiguriert ist, Remote-Anfragen von Ihnen entgegenzunehmen.

Shell-, Dateien- und X-Zugriff

Was Sie von einem anderen Rechner im Netz wollen, kann unterschiedlicher Natur sein: eine Datei empfangen oder hochladen, reiner Shell-Zugriff oder die Arbeit mit dessen X-Window-Oberfläche. In der täglichen Arbeit allerdings vermischen sich diese Anforderungen und gehen ineinander über. Ein Server ist dann am besten konfiguriert, wenn der Nutzer es kaum merkt, dass er über das Netz und nicht auf Ressourcen auf seinem lokalen PC zugreift. Ein Unterschied bleibt aber: Der Anwender muss sich beim Server authentifizieren, bevor er dessen Dienste nutzen kann. Andernfalls wäre keine Kontrolle der Zugriffsberechtigungen möglich. Mit SSH lässt sich das allerdings so wenig störend wie möglich einrichten. Mit einem einmal eingetippten Passwort schalten Sie dann alle Berechtigungen für alle Zugriffsarten frei und können es sogar über das Netz von Rechner zu Rechner weitergeben.

Telnet, Ftp, Xdmcp: Unsicher und überlebt

Unsicher und veraltet: Xdmcp war einst die Methode, um sich am X-Window-System eines anderen Rechners anzumelden. Aber auch X läuft besser per SSH
Vergrößern Unsicher und veraltet: Xdmcp war einst die Methode, um sich am X-Window-System eines anderen Rechners anzumelden. Aber auch X läuft besser per SSH
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In der Unix-Welt waren für die verschiedenen Zugriffsarten unterschiedliche Server zuständig: Mit Telnet gab es den Shell-Zugriff, Dateien wurden per FTP übertragen und am X-Window-System eines anderen Rechners meldete man sich per Xdmcp an. Dazu verwendete man im allgemeinen jeweils seine Benutzer/Passwort-Kombination. Alle drei Methoden können Sie auch heute noch auf Ihrem Linux-Rechner aktivieren und verwenden, allerdings raten wir davon ab: Die Kommunikation über das Netz läuft dabei komplett unverschlüsselt, so dass sowohl die Passwörter als auch die übertragenen Daten überall im Netz mitgelesen werden können.
FTP-Server finden Sie zwar immer noch im Internet, doch nicht zum Übertragen sensibler Daten. Meist dienen FTP-Server zum anonymen Download für die Allgemeinheit, bei dem keine benutzerspezifischen Daten erforderlich sind. Aber selbst wenn Sie ein kleines Heim-Netzwerk betreiben, bei dem Sie allen Benutzern vertrauen, lohnt sich die Einrichtung eines Telnet-, Ftp-, und Xdmcp-Servers nicht: SSH integriert die Funktionen aller drei und die Sicherheit durch eine verschlüsselte Übertragung gibt es noch gratis obendrauf.

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