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Sicher surfen im offenen WLAN

19.08.2014 | 09:41 Uhr |

Überall ins Internet: Das funktioniert über ein öffentliches WLAN. Und wenn Sie wissen, wie Sie eines finden und dort sicher surfen, ist es sogar extrem bequem.

Selbst mit WLAN-Geräten finden Sie einen Weg ins Internet außerhalb der eigenen vier Wände. Denn es gibt immer mehr öffentliche WLANs oder Hot Spots, die einen Internet-Zugang ermöglichen - häufig sogar kostenlos. Wir zeigen, wo sie sind, was sie kosten und wie Sie dort sicher surfen.

Unterwegs ins WLAN: Eine App wie WiFi finder zeigt Ihnen, wo Sie per WLAN-Hot-Spot ins Internet kommen
Vergrößern Unterwegs ins WLAN: Eine App wie WiFi finder zeigt Ihnen, wo Sie per WLAN-Hot-Spot ins Internet kommen

Offene WLANs: Suchen, finden und sicher surfen

Ein öffentliches WLAN an jeder Ecke – das ist nicht die Realität. Doch gerade in größeren Städten finden Sie immer mehr Gaststätten, (Schnell-)Restaurants und öffentliche Plätze, die WLAN-Internet anbieten. Für Orte, an denen sich Geschäftsreisende aufhalten, wie Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen, gilt das ohnehin. In vielen Fällen ist das Surfen dort sogar umsonst – bei McDonalds beispielsweise dürfen Sie pro Tag eine Stunde umsonst online gehen über die WLAN-Hotspots der Telekom.

Dichtes WLAN-Netz: Die App der Telekom zeigt viele öffentliche Zugangspunkte. So viele verfügbare Hot Spots gibt es aber meist nur in Großstädten
Vergrößern Dichtes WLAN-Netz: Die App der Telekom zeigt viele öffentliche Zugangspunkte. So viele verfügbare Hot Spots gibt es aber meist nur in Großstädten

Hot Spots finden

Wenn Sie schon vor der Abreise wissen, wo Sie unterwegs einen WLAN-Hotspot brauchen, können Sie sich über entsprechende Webseiten informieren. Empfehlenswert und recht aktuell ist beispielsweise www.freie-hotspots.de . Allerdings bietet die Webseite nur magere Infos zu den eingetragenen Hot-Spots. Ausführlicher sind die Webseiten der Anbieter kommerzieller Hot-Spots, die aber nur ihre eigenen Standorte anzeigen - das gilt zum Beispiel für die Suche der Telekom . Insgesamt sind es laut Anbieter derzeit rund 40.000 öffentliche WLANs in Hotels, Flughäfen und bei McDonalds. Kabel Deutschland (KDG) hat laut eigener Aussage über 350.000 WLAN-Zugriffspunkte , darunter aber sehr viele sogenannte Homespots, also WLAN-Router von KDG-Kunden, die diese freigegeben haben.

Apps für den Hot Spot

Suchen Sie unterwegs ein öffentliches WLAN, helfen Smartphone-Apps weiter. Die kostenlose Android-App WiFi Finder findet WLANs in der Umgebung. Im Menüpunkt „Public Wi-Fi Near Me“ können Sie eine Offline-Datenbank eingetragener Hot-Spots herunterladen. Die App zeigt dann WLANs in der Nähe Ihrer aktuellen GPS-Position an mit deren SSID an. Kostenlose Zugänge sind mit einem grünen Symbol gekennzeichnet, Zahl-Hot-Spots in blau. In unseren Tests erwies sich die Datenbank als einigermaßen aktuell, war aber nicht immer hundertprozentig korrekt. Sind Sie unbedingt auf einen funktionierenden Hot-Spot an Ihrem Ziel angewiesen, sollten Sie wieder zu den Apps der großen Anbieter greifen. Von der Telekom kommt HotSpot Login , die entsprechende App von Kabel Deutschland heißt Hotspotfinder KD .

Anmelden am HotSpot

Wenn Sie in Reichweite eines Hot-Spots sind, verbinden Sie sich mit ihm, indem Sie die SSID auswählen. Steht die Verbindung, geben Sie irgendeine Webadresse ein – Sie werden automatisch auf die Anmeldeseite des Hot-Spot-Anbieters weitergeleitet. Dort müssen Sie sich einloggen. Dazu nutzen Sie bei einem Telekom-Hot-Spot Ihre Kundendaten, wenn Sie einen Festnetz- oder Mobilanschluss haben, senden eine SMS mit dem Text „OPEN“ an die Kurzwahl 9526 oder kaufen sich einen Hot-Spot-Pass. Nach erfolgter Zahlung werden die Zugangsdaten dann auf der Anmeldeseite angezeigt.

Bei Kabel Deutschland müssen Sie als Nicht-Kunde auf der Anmeldeseite die Nutzungsbedingungen akzeptieren. Anschließend dürfen Sie 30 Minuten gratis pro Tag surfen, je nach Hot-Spot auch länger. Für die WLAN-Hotspot-Flat zahlen Kunden, die einen WLAN-Kabelrouter oder die Fritzbox 6360 nutzen, 4,99 Euro im Monat. Alle anderen KDG-Kunden kostet das öffentliche WLAN 9,99 Euro im Monat.

Tempo im und Reichweite des WLANs unterscheiden sich von Hot-Spot zu Hot-Spot und hängen von der der technischen Ausstattung und der Anzahl der Mitsurfer ab. Die Telekom nutzt ohnehin nur Access Points mit dem älteren 11g-Standard auf der Frequenz 2,4 GHz. Bei KDG kommen Sie auch mit Mobilgeräten ins WLAN, die auf 5 GHz funken.

Nur eine Option passt für den Hot-Spot: Windows 7 bietet drei Netzwerkprofile, wählen Sie im Hot-Spot immer „Öffentliches Netzwerk“.
Vergrößern Nur eine Option passt für den Hot-Spot: Windows 7 bietet drei Netzwerkprofile, wählen Sie im Hot-Spot immer „Öffentliches Netzwerk“.

Sicher surfen im öffentlichen WLAN

Öffentliche WLANs heißen so, weil jeder rein darf. Damit das für Betreiber und Kunden bequem funktioniert, sind die Hot-Spots häufig unverschlüsselt. Ihr Datenverkehr oder Ihre Freigaben können also von Mitsurfern am Nebentisch mitgelesen werden. Die Betreiber weisen in den AGBs darauf hin, dass die Datenübertragung zwischen Hot-Spot und WLAN-Gerät unverschlüsselt stattfindet. Wenn überhaupt, ist nur die Verbindung zur Anmeldewebseite SSL-verschlüsselt, der folgende Internet-Datenverkehr aber nicht. Sie müssen also selbst für Sicherheit sorgen.

1. Was Sie nicht im Hot-Spot tun sollten. Grundsätzlich sollten Sie darauf verzichten im öffentlichen WLAN personalisierte Webseiten zu nutzen – also erledigen Sie keine Online-Einkäufe, verzichten Sie auf Online-Banking, vor allem Geschäfts-Mails sollten tabu sein. Dafür sollten Sie dann besser auf eine Mobilfunk-Verbindung setzen.

2. Hot-Spot als öffentliches Netzwerk einrichten. Windows fragt bei jedem neuen WLAN an, welche Sicherheitsstufe dafür gelten soll um die Firewall-Einstellungen entsprechend anzupassen. Wählen Sie immer „Öffentliches Netzwerk“. Wie das funktioniert, unterscheidet sich je nach Windows-Version deutlich – Details finden Sie im Kasten unten.

3. Nur sichere Seiten aufrufen. Tipp 1 ist zwar sicher, aber unkomfortabel, denn oft sind Sie ja unterwegs online, um beispielsweise Mails abzufragen. Daher sollten Sie immer sicherstellen, dass der Datenverkehr zu Webseiten, auf denen Sie sich anmelden müssen, per SSL beziehungsweise TLS verschlüsselt ist. Das gilt beispielsweise für den Online-Einkauf oder den Mail-Check über einen Webzugang. Eine sichere Seite erkennen Sie daran, dass die Web-URL mit https beginnt. Setzen Sie deshalb im Browser ein Bookmark auf die https-Seite, um sie künftig immer aufrufen zu können. Um sicher zu gehen, dass Sie immer die https-Seite aufrufen, auch wenn es eine unverschlüsselte Variante der Webseite gibt,  installieren Sie das Tool HTTPs Everywhere , das als Browser-Addon für Chrome, Firefox und Opera verfügbar ist.

4. Mail-Zugang verschlüsseln. Wenn Sie auf Ihre E-Mails über einen lokal installierten Mail-Client wie Outlook oder Thunderbird zugreifen, sollten Sie unbedingtdarauf achten, dass der Datenverkehr mit dem Server für den Posteingang (SMTP) und Postausgang (IMAP/POP3) verschlüsselt ist. Bei großen Mail-Anbietern wie T-Online, Web.de und GMX ist das seit April nicht mehr anders möglich. Je nach Programm müssen Sie dazu Einstellungen wie „Dieser Server erfordert eine sichere Verbindung (SSL)“ zum Beispiel bei Windows Mail oder „Verbindungssicherheit: SSL/TLS“ bei Thunderbird aktivieren.

Kostenloses VPN: das Tool Hot Spot Shield baut einen VPN-Tunnel bis zum Server des Anbieters auf. Damit verstecken Sie Ihre Daten im öffentlichen WLAN
Vergrößern Kostenloses VPN: das Tool Hot Spot Shield baut einen VPN-Tunnel bis zum Server des Anbieters auf. Damit verstecken Sie Ihre Daten im öffentlichen WLAN

5. VPN-Tunnel einrichten. Am sichersten sind Sie per VPN (Virtual Private Network) im öffentlichen WLAN unterwegs. Der Datenverkehr läuft dann zwischen VPN-Server und Ihrem Gerät verschlüsselt ab, ein WLAN-Lauscher bekommt nur Datenmüll zu sehen. Die Telekom bietet für ihre Hot-Spots einen VPN-Client für Windows-Geräte an . In anderen öffentlichen WLANs können Sie einen VPN-Service nutzen: Er verschlüsselt die Verbindung zwischen Ihrem Gerät und dem Server des VPN-Dienstleisters. Empfehlenswert ist beispielsweise das kostenlose, werbefinanzierte Anchorfree Hotspot Shield .

Volle Kontrolle haben Sie, wenn Sie Ihren Router als VPN-Server einrichten. So verschlüsseln Sie die Verbindung vom Hot Spot zu Ihrem Router, der wiederum den Zugang ins Internet ermöglicht.

6. Netzwerk-Automatik von Windows abschalten. Um immer die Kontrolle über die Sicherheitseinstellungen zu haben, sollten Sie verhindern, dass Windows sich automatisch mit einem Hot-Spot verbindet. Das passiert, wenn Windows die WLAN-SSID kennt, der Rechner also schon einmal mit diesem oder einem Hot-Spot mit derselben SSID verbunden war. Entfernen Sie deshalb die bekannten öffentlichen WLANs: Unter Windows 7 geht das über „Netzwerk- und Freigabecenter -> Drahtlosnetzwerke verwalten“. Markieren Sie das WLAN mit der rechten Maustaste und wählen Sie „Netzwerk entfernen“. Unter Windows 8 und 8.1 müssen Sie dafür die Eingabeaufforderung starten. Geben Sie dort ein: netsh wlan delete profile name=“WLAN-Name“.

WLAN-Profile anzeigen und löschen: Dafür müssen Sie ab Windows 8 die Eingabeaufforderung bemühen. Unter Win 7 geht das im Netzwerk- und Freigabecenter
Vergrößern WLAN-Profile anzeigen und löschen: Dafür müssen Sie ab Windows 8 die Eingabeaufforderung bemühen. Unter Win 7 geht das im Netzwerk- und Freigabecenter

Öffentliches Netzwerk unter Windows einrichten

Sie sollten unter Windows ein passendes Netzwerk-Profil nutzen – welches das ist, hängt davon ab, wo Sie mit dem Windows-Rechner online gehen. Für Hot-Spots gilt als Grundregel: Stellen Sie als Profil „Öffentliches Netzwerk“ ein.

So geht’s unter Windows 7: Wenn Sie sich zum ersten Mal mit einem neuen WLAN verbinden, erscheint das Fenster „Netzwerkadresse festlegen“. Dort fordert Sie Windows 7 auf, einen Ort, für das Netzwerk auszuwählen. Klicken Sie auf „Öffentliches Netzwerk“ und schließen Sie das Fenster. Im Netzwerk- und Freigabecenter ist das entsprechende WLAN nun mit diesem Zusatz versehen.

So geht’s unter Windows 8: Nachdem Sie sich mit dem WLAN verbunden haben, gibt Ihnen Windows zwei Optionen zur Auswahl. Wählen Sie den oberen Kasten, in dem steht „Für öffentliche Netzwerke“.

So geht’s unter Windows 8.1: Windows schlägt vor, nach Geräten im Netzwerk zu suchen: „Diese Einstellung wird für Heim- und Arbeitsplatznetzwerke empfohlen“. Wählen Sie daher „Nein“. Anschließend können Sie im Netzwerk- und Freigabecenter kontrollieren, ob der WLAN-Name mit „Öffentliches Netzwerk“ gekennzeichnet ist.

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