04.06.2009, 10:40

Wolfgang Herrmann

Servertrend

Windows und Linux erobern die Server

Wachablösung auf dem Servermarkt: X68-Server von Intel oder AMD mit Windows oder Linux als Betriebssystem übernehmen immer mehr Aufgaben klassischer Risc-Unix-Systeme.
Die Uhr tickt für die zwar mächtigen aber allmählich aussterbenden Risc-Unix-Server, wie unsere Schwesterpublikation Computerwoche.de berichtet. Die IT-Verantwortlichen setzen für kritische Anwendungen nicht mehr ausschließlich auf Systeme mit eng gekoppelten Prozessor- und Betriebssystem-Techniken. Direktanbietern wie Dell zufolge gehört die Zukunft stattdessen standardisierten Rechnersystemen unter Windows oder Linux.
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Diese These untermauert ein Blick auf die weltweiten Umsätze mit Server-Betriebssystemen (siehe Grafik). Den Analysten von Gartner zufolge bringen die meisten Unix-Derivate den Herstellern kaum noch Umsatzzuwächse, in einigen Segmenten sind die Einnahmen durch Lizenzen, Wartung und Support sogar rückläufig. Ganz anders sieht es bei Windows- und Linux-Systeme, die in der Regel auf x86-Rechnern laufen - hier melden die Hersteller regelmäßig zweistellige Wachstumsraten. Den Marktforschern zufolge wird sich das so fortsetzen. Im Zeitraum von 2008 bis 2013 rechnen Marktbeobachter sowohl für Windows als auch für Linux mit durchschnittlichen jährlichen Umsatzsteigerungen von mehr als zehn Prozent. Hewlett-Packards HP-UX kann dagegen nur ein Plus von 0,2 Prozent vorweisen, für Suns Solaris werden sogar rückläufige Einnahmen prognostiziert. Nur IBMs Unix-Variante AIX, die auf die hauseigenen Power-Prozessoren zugeschnitten ist, könnte ein durchschnittliches Wachstum von drei Prozent vor sich haben.
Ähnlich sieht es beim Vergleich der insgesamt mit Servern erzielten Umsätze (Hardware und Betriebssystem) aus. Im Zeitraum von 2002 bis 2014 erwartet Gartner für alle weltweit verkauften Unix-basierenden Server einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von 0,8 Prozent pro Jahr, Linux- und Windows-Rechner dürfen dagegen auf Zuwachsraten von 1,5 beziehungsweise 0,7 Prozent kommen. Ohne den Einbruch des Server-Markts im Jahr 2009 aufgrund der Finanzkrise, unter dem x86-Systeme den Analysten zufolge besonders leiden, dürften die Zuwächse für Standard-x86-Server noch deutlich höher ausfallen.
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