16.06.2008, 10:01

Michael Hermann

Server-based Computing

Dünne Clients auf dem Vormarsch

Das Konzept der Thin Clients sorgte Ende der Neunziger für Furore, doch die Zeit für den großen Erfolg scheint erst jetzt gekommen zu sein. Sie sind günstiger in Einkauf und Betrieb, und dank schneller Netzwerke verlangen sie ihren Nutzern weniger Geduld ab.
Das grundsätzliche Konzept erinnert stark an die Anfänge der Computerei: Ein sehr einfach gestrickter Rechner mit Monitor und Tastatur aber ohne eigene Festplatte ist an einen leistungsfähigen Server angeschlossen und bezieht von dort alle Anwendungen. Damals war es ein Terminal, das an ein Maiframe angeschlossen war, heute ist es eher ein Thin Client. "Ganz neu ist das Thin-Client-Konzept in der Tat nicht", gibt Thomas Köhler unumwunden zu, "aber die Voraussetzungen, es mit bestmöglichem Nutzen umzusetzen, haben sich inzwischen stark verbessert." Der IT-Berater und Autor von mehreren Fachbüchern ("Die leise Revolution des Outsourcing") beobachtet einen Trend zur "Rezentralisierung" der IT. Er beinhaltet eine Abkehr von üppig ausgestatteten PCs (im Fachjargon "Fat Clients") hin zur abgespeckten Variante.
Es gab in den letzten Jahren mehrere Technologien, die für den Vormarsch der dünnen Clients entscheidend waren, allen voran die Virtualisierung. Durch sie lassen sich mehrere virtuelle Server auf einem physikalischen Server unterbringen und damit die insgesamt notwendige Hardware entscheidend reduzieren. Schnelle Datenverbindungen sorgen für die notwendige Performance an der Benutzerschnittstelle. Dadurch werden aufwändige Applikationen wie Warenwirtschaftsprogramme oder Office-Suiten auch über größere Distanzen handhabbar und müssen nicht auf jedem einzelnen Client installiert werden.
Entscheidend dabei ist laut Köhler die fortgeschrittene Standardisierung von Programmen und Prozessen. "Netzbasierte Softwaredienste sind heutzutage in der benötigten Qualität und Sicherheit verfügbar." Das drückt sich auch in der gestiegenen Zahl von Software-as-a-Service-Angeboten (SaaS) aus, bei denen Anwender Software nicht mehr in Lizenz kaufen und selbst betreiben, sondern als Service aus einem Rechenzentrum beziehen.
Ein nicht zu unterschätzender Faktor sind die Kosteneinsparungen gegenüber vollwertigen PCs als Clients. Die Preise für PC-Hardware und für Dienstleistungen rund um den PC sind zwar in einem historischen Tiefstand, laut Köhler schneidet der Thin Client in der Betrachtung der Gesamtaufwendungen über den kompletten Geräte-Lebenszyklus (TCO = Total Cost of Ownership) deutlich günstiger ab.
Unterstützung bekommt Köhlers These durch Studien wie "PC vs. Thin Client" des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (IUSE). Danach sind die versteckten Kosten des gängigen Desktop-Modells ausschlaggebend: Rund 43 Prozent der gesamten IT-Aufwendungen entfallen auf Betrieb und Support, weitere 28 Prozent der Kosten sind durch die Endnutzer verursacht. Genau an dieser Stelle sind laut einer Gartner-Untersuchung die größten Einsparungen zu erzielen: Im Vergleich zum Desktop-PC fallen die durch Anwender entstehenden Kosten beim Thin Client den Marktforschern zufolge zwischen 22 und 50 Prozent geringer aus.
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