06.05.2008, 10:15

Christian Löbering

Server-Technik

Blades bringen eine neue Art der Effizienz

Kaum ein Server-Anbieter, der keine Blade-Systeme im Programm hat; kaum ein IT-Leiter, der sich nicht mit dem Kauf von Blades auseinandergesetzt hätte. Mit gutem Grund.
Von Jan Schulze

Es gibt derzeit drei große Einflussfaktoren bei der Konfiguration von Rechenzentren: Der erste ist der weiterhin ungebrochene Drang nach mehr Rechenleistung. Der zweite betrifft die Betriebskosten, und da insbesondere die Ausgaben für elektrischen Strom. Laut einer Studie des Verbraucherportals Verivox sind zwischen den Jahren 2000 und 2006 sich die Strompreise in Deutschland um bis zu 44,9 Prozent hochgeschnellt, im vergangenen Jahr allein betrugen die Preiserhöhungen bis zu 18 Prozent.
Auch der dritte Faktor ist nicht zu unterschätzen: Obwohl die neuen Server immer mehr Leistung bringen, ist der Bedarf nach noch mehr Servern weiterhin stark. Der Effekt ist, dass der Platz im Rechenzentrum immer knapper wird. "Viele Rechenzentren befinden sich mitten in der Stadt oder in Industriegebieten und können nicht so einfach expandieren", schildert Wolfgang Schwab, Senior Advisor der Experton Group. "Dazu kommt, dass die meisten Data Center vor zehn oder mehr Jahren gebaut wurden. Damals ging man von zirka 1000 Watt Energiebedarf pro Quadratmeter aus."
Bei sehr hohen Packungsdichten würden heute jedoch bereits 10.000 Watt pro Quadratmeter benötigt, in extremen Fällen sogar das Doppelte oder Dreifache. "Wenn der Stromversorger mehr Energie liefern soll, kostet das im einfachsten Fall rund 75 Euro pro Kilowatt Anschlussleistung im Monat vorausgesetzt, es ist ausreichend Energie am Standort verfügbar", so Schwab. "Wahrscheinlicher ist aber, dass nicht genügend Energie verfügbar ist und erst Extraleitungen zum Rechenzentrum gelegt werden müssen. Das kostet dann rund 400 Euro pro Meter." Dabei kann die Entfernung bis zum nächsten Umsetzer durchaus einen Kilometer betragen. Für RZ-Betreiber kann eine Expansion also recht teuer werden. Hinzu kommen Zeitverzögerungen, die sich aus den verschiedenen Genehmigungsverfahren ergeben, so dass für einen zusätzlichen Anschluss ein Zeitraum von zwölf bis 18 Monaten einzuplanen ist.
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