Server-Infrastruktur

Virtualisierung verändert die IT-Verwaltung

Dienstag, 25.03.2008 | 10:37 von Andreas Knaus
Virtualisierung bringt viele Vorteile, doch sie hat auch einen Preis: Die Verwaltung wird um einiges anspruchsvoller. Ein standardisiertes Architekturmodell und die methodische Anwendung von IT-Service-Management lösen das Problem.
Klassische Systemlandschaften versprechen eine leichtere
Verwaltbarkeit, virtualisierte Umgebungen mehr Flexibilität und
eine bessere Ressourcennutzung. Ein vertretbarer Kompromiss
zwischen beiden Welten ist über Standardisierung zu
erreichen.
Vergrößern Klassische Systemlandschaften versprechen eine leichtere Verwaltbarkeit, virtualisierte Umgebungen mehr Flexibilität und eine bessere Ressourcennutzung. Ein vertretbarer Kompromiss zwischen beiden Welten ist über Standardisierung zu erreichen.
© 2014

Virtualisierung entkoppelt über eine Abstraktionsschicht die Infrastrukturkomponenten und Ressourcen wie Applikation, physikalischer Server und Storage von ihrer Nutzung. Diese zusätzliche Schicht führt natürlich auch zu mehr Komplexität beim Management der Infrastruktur. So ist etwa die eindeutige Zuordnung von IT-Services und Applikationen zu bestimmten Systemen nicht mehr ohne weiteres möglich. Der in vielen IT-Betrieben ohnehin kaum vorhandene Überblick über die IT-Architektur wird weiter erschwert.

Darüber hinaus können sich kleine Veränderungen an der Konfiguration von Basiselementen durch die Vervielfältigung über die virtuellen Umgebungen verheerend auswirken. So wird trotz aller Vorteile die Virtualisierung schnell zum Damokles-Schwert. Das Management virtueller Umgebungen muss die drohenden Gefahren abwenden, denn es kommt vor allem auf Compliance, Verfügbarkeit und Agilität an.

Klassische Systemlandschaften versprechen eine leichtere
Verwaltbarkeit, virtualisierte Umgebungen mehr Flexibilität und
eine bessere Ressourcennutzung. Ein vertretbarer Kompromiss
zwischen beiden Welten ist über Standardisierung zu
erreichen.
Vergrößern Klassische Systemlandschaften versprechen eine leichtere Verwaltbarkeit, virtualisierte Umgebungen mehr Flexibilität und eine bessere Ressourcennutzung. Ein vertretbarer Kompromiss zwischen beiden Welten ist über Standardisierung zu erreichen.
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Zur Sicherung der Compliance sind interne und externe Normen und Verträge einzuhalten. So dürfen nicht mehr Lizenzen genutzt werden als gekauft wurden. Bei einer Applikationsvirtualisierung sind entsprechende Mechanismen zu installieren. Auch die Möglichkeit, über Virtualisierung die Performance bei Bedarf über zusätzlich nutzbare Kapazitäten wie zum Beispiel Prozessoren zu erhöhen, hat je nach Lizenzmodell Auswirkungen auf die Compliance. Ähnlich kann das unbedachte Verschieben eines virtuellen Systems weg von der abgesicherten Umgebung zu erheblichen Sicherheitslücken führen.
Die erhöhte Verfügbarkeit wird üblicherweise als der große Vorteil genannt, den die Virtualisierung bringt. Ausgefallene Betriebssysteme lassen sich durch ihr vorher erstelltes Spiegelbild schnell wiederherstellen, so dass Ausfallzeiten verringert werden können. Allerdings besteht auch die Gefahr, dass gemeinsam benutzte Ressourcen zum Single-Point-of-Failure werden und nicht nur ein einzelnes System betreffen, sondern zum Ausfall vieler von Services führen.

Wie schon die Verfügbarkeit ist auch die durch Virtualisierung gewonnene Agilität Janus-köpfig. Die flexible Nutzung der Komponenten und Systeme führt schnell zu einer unübersichtlichen Konstellation, so dass Auswirkungen und Ursachen schwer oder gar nicht zu analysieren sind. So werden Veränderungen an der Systemlandschaft zur Glückssache und Fehlerbeseitigungen mühsam und langwierig.

Anwendung von IT-Management

Um diese Herausforderungen zu meistern und trotzdem von den Vorteilen einer Virtualisierung profitieren zu können, sind klassische IT-Service-Management-Tugenden nach wie vor anwendbar. Neben einem durchdachten Architekturmodell, das die Komponenten der Virtualisierung kennt, beschreibt und nutzt, werden Prozesse benötigt, die die Veränderungen an der Infrastruktur überwachen und dokumentieren. So erhält man trotz der hohen Komplexität und Abstraktion der Infrastruktur eine stets transparente und damit handhabbare Umgebung.

Für dieses Architekturmodell werden in einem ersten Schritt die Anforderungen und Vorgaben analysiert. Dazu sind die funktionalen und nichtfunktionalen Anforderungen, die sich aus dem Service und Leistungsgegenstand, dem Compliance- und Security-Gedanken und den Vorgaben zu Agilität und Verfügbarkeit ergeben, zu berücksichtigen. Zusammen mit der strategisch-taktischen Plattformwahl ergeben sich daraus die Komponenten, die im Sinn der Virtualisierung eingesetzt werden. Mit Hilfe dieser Komponenten wird das bestehende Architekturmodell erweitert und so um einen Freiheitsgrad bereichert. In diesem Schritt müssen die Vorgaben des System-Managements dahingehend ergänzt werden, dass damit auch die neuen virtuellen Komponenten gepflegt werden können.

Dienstag, 25.03.2008 | 10:37 von Andreas Knaus
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