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Rollenspiele im neuen Windows Server

08.04.2008 | 10:58 Uhr |

Server-Anwendungen, die nach Inbetriebnahme installiert werden können, wurden im neuen Windows Server 2008 als 'Server-Rollen' implementiert. Dadurch beschränkt sich das Betriebssystem ausschließlich auf das, was es explizit tun soll – und gewinnt dabei an Sicherheit.

Neben Verbesserungen in den Bereiche Administration, Sicherheit, Active Directory, Terminal-Services, Clustering und "Internet Information Services" (IIS 7), gibt es im neuen Windows Server auch eine Reihe struktureller Veränderungen. Den Weg, den Microsoft mit dem zweiten Release des Servers 2003 begann, wird in der aktuellen Ausgabe konsequent fortgesetzt. Die verschiedenen Server-Rollen sind in Windows Server 2008 von weitaus größerer Bedeutung.

Neu ist auch "Server Core", eine Ausgabe von Windows Server 2008, die im Wesentlichen ohne grafische Benutzeroberfläche auskommt. Die Aministration findet hier hauptsächlich auf der Kommandozeile statt. Darüber hinaus bietet Windows 2008 eine Reihe von Verbesserungen im Detail, wie etwa eine deutlich erweiterte Ereignisanzeige, die neue Zuverlässigkeits- und Leistungsanzeige, oder Neuerungen bei den Gruppenrichtlinien. Hier ist auch die "PowerShell" zu nennen, Microsofts neue Kommandozeile und Scriptsprache, die erstmals standardmäßig mit einem Microsoft-Betriebssystem ausgeliefert wird. Einige dieser Neuerungen wurden bereits mit Windows Vista eingeführt, können aber erst im Zusammenspiel mit der neuen Server-Version von Windows ihre Möglichkeiten voll ausspielen.

Die Installation von Windows Server 2008 wird über Server-Rollen und Features auf bestimmte Aufgaben zugeschnitten.
Vergrößern Die Installation von Windows Server 2008 wird über Server-Rollen und Features auf bestimmte Aufgaben zugeschnitten.
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Bei den Server-Rollen handelt es sich um Server-Anwendungen, die einzeln nachinstalliert werden können. Bei früheren Versionen des Systems wurden Applikationen wie die Internet Information Services (IIS) oder die Dateifreigabedienste bei einer Neuinstallation von Windows Server standardmäßig eingerichtet. Ein neu installierter Windows Server 2008 kann hingegen noch keinerlei Funktion erfüllen. Der Administrator muss dem Server zunächst explizit die benötigten Rollen zuweisen.
Dadurch wird die Sicherheit erhöht, weil immer nur die Anwendungen, die auch tatsächlich benötigt werden, auf dem Server installiert sind. Außerdem lassen sich so Ressourcen schonen, weil ein schlankeres System weniger Festplattenplatz und Arbeitsspeicher benötigt. Windows Server 2008 RC0 bietet insgesamt 17 verschiedene Rollen. Dazu gehören zum Beispiel die Druckdienste, Terminaldienste oder die Active-Directory-Domänendienste.

Außer den Server-Rollen kennt Windows Server 2008 noch die so genannten Features. Während die Server-Rollen Basisdienste bereitstellen, erweitern die Features eine Server-Installation um zusätzliche Funktionen. In vielen Fällen sind Server-Rollen abhängig von Features oder ergänzen diese optional durch weitere Merkmale. So setzen zum Beispiel die "Windows Sharepoint Services" unter anderem die Features Windows-Prozessaktvierungsdienst und .NET-Framework voraus. Die Unterscheidung zwischen Server-Rollen und Funktionen erscheint allerdings zuweilen willkürlich. So ist etwa der DNS-Dienst eine Serverrolle, während dem Windows Internet Naming Service (WINS) nur der Status eines Features zugestanden wird

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