21.09.2009, 11:25

Hendrik Becker

Seriennummer gratis im Web

Jede Software gratis freischalten

Ohne passenden Lizenzschlüssel lassen sich viele Programme nicht installieren. Was also tun, wenn man die magische Nummer nicht zur Hand hat? Das Web verspricht Abhilfe, es gibt aber auch Fallstricke.
Seriennummer aus dem Internet - das klingt im ersten Moment illegal. Es gibt aber durchaus Situationen, in denen es rechtlich völlig in Ordnung ist, sich derart im Web zu bedienen. Dann nämlich, wenn Sie eine Software legal erworben haben und Ihnen der Freischaltschlüssel nicht (mehr) vorliegt. Sei es, weil Sie ihn verlegt haben, oder weil der Hersteller ihn aufgrund eines Produktionsfehlers nicht beigelegt hat - so etwas kommt tatsächlich hin und wieder vor. Oder aber die Online-Freischaltung der bereits bezahlten Software streikt.
Lizenzschlüssel futsch - und nun?
Der erste Schritt sollte Sie in solchen Fällen natürlich zum Händler oder zum Hersteller führen. Wenn Ihnen das zu umständlich ist, zu lange dauert, Sie keinen Kaufbeleg mehr besitzen oder der Hersteller/Händler nicht reagiert, ist es Ihr gutes Recht, sich anders zu behelfen. Das Gleiche gilt, falls der Hersteller sich weigert, Ihnen eine neue Seriennummer mitzuteilen, oder er gar nicht mehr existiert. Wenn es inzwischen eine neue, teurere Version gibt, verweisen manche Hersteller darauf, dass sie die alte Version nicht mehr unterstützen und auch keinen Lizenzschlüssel mehr dafür ausgeben.
Hilfe aus den Untiefen des Webs
Im Web gibt es eine aktive Szene an Software-Piraten. Sie veröffentlichen freimütig Lizenzschlüssel (Serials), die entweder aus dubiosen Quellen stammen oder die sie selber berechnet haben. Diese Serials funktionieren meist nur mit der jeweils angegebenen Version der Software. Denn auch die Hersteller werden über kurz oder lang auf sie aufmerksam und setzen sie in kommenden Versionen auf eine schwarze Liste. Effektiver sind Schlüsselgeneratoren (Key-Generators, kurz Keygens): Für einige Hobby-Entwickler ist es zum Sport geworden, den Algorithmus herauszufinden, nach dem die jeweilige Seriennummer berechnet wird. Wenn ihnen das gelungen ist, schreiben sie ein kleines Tool, das bei jedem Aufruf eine neue, passende Nummer berechnet. Die Keygens haben eine längere Lebensdauer, da die Software-Hersteller oft ihre komplette Freischaltungs-Routine verbessern und neue Schlüssel an Update-berechtigte Kunden verschicken müssten, um die Keygens für kommende Versionen unschädlich zu machen.
Immer mehr Software-Hersteller gehen wegen der ausufernden Piraterie den Weg, eine Online-Aktivierung einzuführen. Illegale Seriennummern würden dadurch wertlos werden - eigentlich. Software-Piraten haben auch hierfür schon Tricks parat: Entweder sie programmieren einen Crack, der die Aktivierung aushebelt. Diesen einzusetzen ist aber auch mit einer gültigen Lizenz illegal, wenn er die Software verändert. Oder sie nutzen die fast immer vorhandene Option der telefonischen Aktivierung, bei der man eine Buchstaben-Ziffern-Kombination angezeigt bekommt, diese normalerweise einem Automaten oder Mitarbeiter vorliest und daraufhin einen Freischalt-Code erhält. Die Piraten entwickeln hierfür ebenfalls Generatoren, mit denen man den Code selber berechnen kann. Das Anbieten von Seriennummern und Key-Generatoren ist illegal. Daher werden die entsprechenden Websites auch in aller Regel anonym auf Web-Servern abgelegt, die in Ländern mit laxer Rechtslage oder Justiz stehen.
In den Nebengassen des Webs findet sich viel Schmutz
Die Möglichkeiten, im Web Seriennummern zu finden, sind vielfältig. Bevor Sie sich auf die Suche begeben, sollten Sie allerdings ein paar Vorkehrungen treffen. Der Grund dafür: Sie betreten einen zwielichtigen Bereich des Webs. Nur wenige Websites stellen Seriennummern nach dem Motto "freie Software für freie Bürger" online. Denn wer sich darauf spezialisiert hat, massive Urheberrechtsverletzungen zu begehen, hat wohl auch keine Hemmungen, Sie abzuzocken. Den meisten Anbietern geht es darum, Geld zu verdienen. Und das kann man im Web auf drei Arten besonders effektiv: mit Porno, Glücksspiel und Malware.
Bei Ihrer Suche werden Sie daher mit hoher Wahrscheinlichkeit mit aufdringlichen und anstößigen Werbebannern mit sexuellem Hintergrund konfrontiert oder mit Reklame für dubiose Gewinnstrategien bei Online-Casinos. Einige Websites werden außerdem versuchen, Ihnen Malware unterzuschieben. Dabei handelt es sich entweder um Adware, die dafür sorgt, dass sich zusätzliche Werbe-Pop-ups öffnen und die Startseite des Browsers geändert wird. Oder aber schlimmer: Sie erhalten einen Trojaner, der sich ins System einnistet und eine Hintertür auf Ihrem Rechner öffnet. Diese ermöglicht es dem Autor, beliebige Aktionen auszuführen.
Beides spült dem Betreiber der Seriennummer-Website Geld in die Kasse. An den Einnahmen, die die Porno-Banner und die Adware generieren, verdient er mit. Auch für jeden erfolgreich verbreiteten Trojaner erhält er Provision vom Urheber. Denn dieser kann mit dem Verkauf von Zugängen zu derart gekaperten "Zombie-Rechnern", zum Beispiel an die Spam-Mafia, jede Menge Geld verdienen. Immer häufiger kommt es vor, dass Websites nur vorgeben, Lizenzschlüssel oder Keygens anzubieten. Stattdessen wird man von einer verseuchten Seite zur nächsten weitergeleitet und landet im Daten-Nirvana. Gerade solche Websites geben sich besondere Mühe, in den Trefferlisten von Google & Co. bei den entsprechenden Suchwörtern ganz oben aufzutauchen.
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