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Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

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Sensus Connected Touch von Volvo im Test

07.10.2013 | 10:04 Uhr |

Mit Sensus Connected Touch bietet Volvo eine umfassende Lösung für Internet-Konnektivität, Sprachsteuerung, Unterhaltung und Navigation in seinen Fahrzeugen an. Unser Test deckt Stärken und Schwächen auf.

Sensus Connected Touch heißt Volvos Lösung für Internet-Konnektivität im Fahrzeug. Sensus Connected Touch erweitert die vorhandenen Volvo-Lösungen für Infotainment, Navigation und Sprachsteuerung um diverse Internet-Apps und einen Browser. Das Infotainmentsystem von Volvo besteht hardwareseitig aus einem 7 Zoll großen touchfähigen Bildschirm oben in der Mittelkonsole, dem etwas arg kleinteiligen Bedienteil (mit Schnellzugriffstasten für Radio, Navigation und Mediennutzung sowie Telefon) in der Mittelkonsole, einem Mikrofon und den Lenkradtasten, darunter unter anderem die Einschalttaste für die Sprachsteuerung. Mit dem Daumenrad rechts im Lenkrad kann man durch Menüs navigieren oder die Radiosender auswählen.

Sensus Connected Touch: Oben der Bildschirm, unten die Bedienelemente
Vergrößern Sensus Connected Touch: Oben der Bildschirm, unten die Bedienelemente

Funktionsüberblick zum Infotainmentsystem im Volvo

Von den Funktionen her umfasst das Infotainmentsystem von Volvo eine Freisprecheinrichtung für das angeschlossene Smartphone, eine Sprachsteuerung für einige Funktionen der Telefonie und der Navigation, eine umfassende Navigationsfunktion, Radio, CD-Player und weitere Abspielmöglichkeiten wie Audio-Streaming von Liedern auf dem Smartphone. Bemerkenswert sind besonders die im Rahmen von Sensus Connected Touch vorinstallierten Apps, die unterschiedliche Internetfunktionen wie einen Webbrowser oder Webradio sowie einen Reiseführer zur Verfügung stellen.

Der Bildschirm von Sensus Connected Touch
Vergrößern Der Bildschirm von Sensus Connected Touch

Testbasis

Wir haben das Infotainmentsystem von Volvo und besonders dessen Teilbereich Sensus Connected Touch in einem Volvo S60 D2 Geartronic Momentum getestet. Volvo verlangt für Sensus Connected Touch im S60 690 Euro Aufpreis. Die Zusatzfunktion Volvo on call (eine Smartphone-App mit unter anderem Pannenhilfe, Diebstahlalarm und Funktionen zum Fernsteuern der Heizung) kostet noch einmal 850 Euro extra. Volvo on call haben wir nicht getestet.
 
Telefonie

Wie bei modernen Infotainmentsystemen üblich können Sie über eine Bluetoothverbindung Ihr Smartphone mit dem Infotainmentsystem verbinden. Die Bluetoothkoppelung mit unserem schon etwas in die Jahre gekommenen HTC Desire klappte zwar auf Anhieb und wir konnten danach sofort Lieder abspielen, die auf dem Smartphone lagen – sprich: Musikstreaming war kein Problem. Als wir am nächsten Tag aber unser Desire wieder im Volvo nutzen wollten, erkannte das Sensus Connected Touch zwar unser Smartphone, brachte aber keine Koppelung mehr zustande. Dieses Problem der “Wiedererkennung” tritt aber nicht nur beim Infotainmentsystem von Volvo auf, sondern beispielsweise auch bei Lexus. Hier wirkt sich das relativ hohe Alter des HTC Desire und dessen noch nicht so weit entwickelte Unterstützung bei den Bluetooth-Profilen negativ aus.

Sensus Connected Touch von Volvo Bild für Bild:

Für ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen Smartphone und Infotainmentsystem empfiehlt es sich also ein Smartphone jüngeren Datums mit möglichst aktueller Bluetooth-Unterstützung zu verwenden. Eine Liste mit den unterstützen Smartphones hat Volvo hier veröffentlicht. Denn mit unserem anderen Test-Smartphone, einem iPhone 5, hatten wir dieses Verbindungsproblem nicht. Wir konnten es den gesamten Testzeitraum über problemlos mit dem Infotainmentsystem und mit Sensus Connected Touch koppeln, darüber telefonieren und Lieder zuverlässig abspielen. Allerdings dauerte es eine Weile, bis der Musikstream beim ersten Mal startete.

Lenkradtasten für Sensus Connected Touch
Vergrößern Lenkradtasten für Sensus Connected Touch

Sprachsteuerung

Das Telefonieren über das angeschlossene iPhone klappte problemlos, sowohl was das Eingeben von Telefonnummern als auch die Anwahl von Kontakten aus dem Telefonbuch des Smartphones angeht. Auch die Entgegennahme von Anrufen ist okay. Für die wichtigsten Telefonie-Funktionen gibt es Lenkradtasten. Am bequemsten und für das Verkehrsgeschehen sichersten erweist sich aber wie gehabt die Sprachsteuerung, die uns in der Regel verstand, mitunter aber einige Nachfragen benötigte.

Sensus Connected Touch: Die Zeicheneingabe über den Speller ist mühsam und zeitaufwändig
Vergrößern Sensus Connected Touch: Die Zeicheneingabe über den Speller ist mühsam und zeitaufwändig

Die Bedienung der Telefonie erfolgt entweder über die Bedienelemente auf der Mittelkonsole (was während der Fahrt nicht zu empfehlen ist, weil die Schalter klein sind und man für ihre Bedienung den Blick für längere Zeit vom Verkehrsgeschehen entfernen muss, um den richtigen Schalter zu finden), über die Lenkradtasten (das war im Test okay) oder über die Sprachsteuerung (erste Wahl bei der Bedienung). Der Bildschirm stellt für diese Funktion keine Touchscreen-Funktionen bereit.

Etwas umständlich: Wenn man ein Telefonat beendet hat, landet man nicht automatisch im Menü, das man zuvor geöffnet hatte - also beispielsweise beim Radio - sondern muss dieses wieder neu ansteuern.

Bildschirm teilweise mit Touch-Funktion

Der große 7-Zollbildschirm, wie ihn Volvo bei den Varianten High Performance Multimedia und Premium Sound Multimedia verbaut, bildet eine solide Basis für ein leistungsfähiges Navigationsgerät. Volvo liegt mit seiner Bildschirmgröße ziemlich genau im Durchschnitt der bisher von uns getesteten Systeme: Ebenfalls ein 7 Zoll-Bildschirm ist verbaut bei Mercedes-Benz Comand Online, Audi Connect, Opel IntelliLink und Renault R-Link. Toyota Touch & Go Plus verwendet einen 6,1-Zoll-Bildschirm. Bei BMW ConnectedDrive kommen Bildschirmgrößen von 6,5 Zoll bis 10,25 Zoll zum Einsatz.

Sensus Connected Touch im Volvo
Vergrößern Sensus Connected Touch im Volvo

Der Bildschirm im Volvo verfügt über Touch-Funktionalität, allerdings steht diese nicht bei allen Einsatzbereichen zur Verfügung. Telefonie und Navigation sowie das Radio müssen ohne Touch-Funktionen auskommen, bei den Internetanwendungen von Sensus Connected Touch dagegen kann man wischen und mit den Fingern zoomen.

Navigation ist doppelt vorhanden : RTI Road Traffic Information und iGo

Die Navigationsfunktion RTI Road Traffic Information im Volvo bietet grundsätzlich alle typischen Funktionen, wie man sie von Navis kennt. Also beispielsweise Sprachanweisungen, Routenneuberechnung aufgrund von Verkehrshindernissen, Überblick über die Verkehrslage, Ein- und Auszoomen in der Karte, Tag- und Nachtumschaltung, Abbiegeassistenten. Dazu Angabe der voraussichtlichen Fahrtdauer beziehungsweise der Ankunftszeit, um nur einige Beispiele zu nennen.

Navigation mit Abbiege-Assistent
Vergrößern Navigation mit Abbiege-Assistent

Nur TMC-Daten im Standard-Navigationsgerät

Allerdings stehen für die Darstellung der Verkehrslage nur TMC-Daten zur Verfügung und keine TMCpro-Daten oder vergleichbar exaktere Echtzeitverkehrslageinformationen wie Live Traffic von TomTom bereit. Trotz dieser Einschränkung lotste uns das Navi erstaunlich zuverlässig durch den dichten Verkehr im Umkreis von München und in Rosenheim. Grundsätzlich ist TMC aber anderen, leistungsfähigeren Verkehrslagesystemen unterlegen und ermöglicht keine so genauen Routenberechnungen und keine so exakte Vorhersage der Ankunftszeit. Volvo bestätigte auf unsere Nachfrage, dass es für die Navigationsfunktion im Volvo keine Möglichkeit gibt um beispielsweise das bessere TMCpro zu empfangen.

Die iGo-App ist eine alternative Navigationsmöglichkeit, die auch Echtzeitverkehrsinformationen nutzt. iGo kostet aber extra.
Vergrößern Die iGo-App ist eine alternative Navigationsmöglichkeit, die auch Echtzeitverkehrsinformationen nutzt. iGo kostet aber extra.

iGo mit Echtzeitverkehrsinformationen

Allerdings kann man Echtzeitverkehrsinformationen, und zwar die von Inrix, auf der Navigations-App iGo empfangen. In unserem Testfahrzeug stehen also ab Werk zwei unterschiedliche Navigationsmöglichkeiten zur Verfügung: Das eingebaute Navi RTI Road Traffic Information mit TMC-Daten und die Navigations-App iGo unter Sensus Connected Touch. Letzteres hat uns im Kurztest ebenfalls solide navigiert. Für die Nutzung von iGo und dessen Kartenmaterial muss der Volvo-Fahrer aber extra bezahlen und zwar 350 Euro! Das iGo benötigt während der Fahrt nur für die Echtzeitverkehrsinformationen eine Internetverbindung, das Kartenmaterial steht dagegen auch offline im Wagen zur Verfügung. Etwas verwirrend ist dieses Nebeneinander zweier Navigationsmöglichkeiten aber doch. Auf die Gründe dafür kommen wir weiter unten zu sprechen.

Tief wühlen in der Menü-Hierarchie

Ein kleines Manko ist die Sprachsteuerung beziehungsweise die Bedienbarkeit der Navigationsfunktion. Zwar bietet das Navigationsgerät viele Funktionen, diese sind aber meist nur in den Tiefen des Navigationsmenüs per Tastendruck beziehungsweise über den Dreh-/Drückschalter rechts auf der Mittelkonsole zu erreichen. Das bedeutet, dass Sie sich nicht durchgehend auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren können, sondern relativ lange auf den Bildschirm und dessen Menüpunkte schauen müssen. Das ist schlecht weil gefährlich. Über die Sprachsteuerung können Sie nur grundlegende Navigationsfunktionen wie die Adresseingabe bedienen. Falls Sie aber beispielsweise sehen wollen, wie die Verkehrslage ist, dann müssen Sie sich durch das Menü auf dem Bildschirm wühlen. Das empfanden wir im Test als mühsam und unangenehm. Es gibt auch keine Möglichkeit, sich die Verkehrslageinformationen vorlesen zu lassen.

Außerdem fehlt eine Taste, mit der man sich sofort eine Überblickskarte für die Route anzeigen lassen kann. Stattdessen ist wieder Wühlen im Navigationsmenü mit dem Drehregler „Tune“ (rechts oben im Bedienfeld auf der Mittelkonsole) angesagt. Volvo bestätigte auf unsere Nachfrage, dass es keine Taste für die sofortige Anzeige der Übersichtskarte gibt. Volvo empfiehlt aber, die Übersichtskarte über den Tune-Drehknopf im Menü aufzurufen und diese Funktion dann auf einer der Favoritentasten abzuspeichern.
Die Navigation selbst war exakt und brachte uns stets zuverlässig ans Ziel. Die Stauumfahrung klappte perfekt. Nur die Bedienungen fanden wir eben nicht intuitiv.

Musikstreaming vom Smartphone zum Volvo
Vergrößern Musikstreaming vom Smartphone zum Volvo

Multimedia

Unter dem Menü-Punkt Media kann man zwischen Disc, USB, iPod, Bluetooth AUX und Connected Touch wählen. Über letzteren Eintrag kommt man zu den Internetanwendungen – dazu später mehr.

Neben dem Radio als Unterhaltungsmaschine steht also auch ein CD-Player zur Verfügung. Das ist ein Vorteil der Volvo-Lösung, weil manche andere moderne Infotainmentsysteme mittlerweile auf CD-Player verzichten. Beispielsweise Opel IntelliLink und Renault R-Link. Im Volvo können Sie dagegen jede Hörbuch-CD sofort abspielen, um Ihren mitfahrenden Nachwuchs zu bespaßen. Vor- und Zurückspulen sowie lauter und leiser stellen geht auch bequem über die Lenkradtasten.

Das Radio lässt sich grundsätzlich gut bedienen, auch und besonders über die Lenkradtasten. Die Senderfrequenzanzeige auf dem Bildschirm empfanden wir aber als etwas unübersichtlich und schlecht ablesbar. Wieder haben wir also das Problem, dass der Fahrer zu sehr vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird.

Neben Radio und CD-Player dürfte für die meisten Smartphone-Besitzer das Musik-Streaming vom Smartphone interessant sein. Das funktionierte im Test, wenn auch mit der oben genannten Einschränkung, sogar mit dem antiquierten HTC Desire.

Menüpunkt Sensus Connected Touch
Vergrößern Menüpunkt Sensus Connected Touch

Sensus Connected Touch: Vom Volvo ins Internet

Der vierte große Funktionsbereich unter Multimedia sind die Musik-, Podcast- und Radiodienste aus dem Internet. Wenn Sie diese nutzen wollen, müssen Sie im Media-Menü den untersten Eintrag "Connected Touch" auswählen. Das machen Sie wieder mit dem Drehregler “Tune”. Per Sprachbefehl ist das nicht möglich.

Sensus Connected Touch: Im Handschuhfach wird der UMTS-Stick angeschlossen
Vergrößern Sensus Connected Touch: Im Handschuhfach wird der UMTS-Stick angeschlossen

Zwei Wege führen ins Internet

Die Verbindung ins Internet geht entweder über das Smartphone, das via USB oder WLAN mit dem Auto verbunden wird. In diesem Fall läuft der gesamte Traffic über das Smartphone. Oder alternativ über einen UMTS-Stick mit einer separaten SIM-Karte, der im Handschuhfach angeschlossen wird. Das Kabel, das den UMTS-Stick mit dem Fahrzeug verbindet und im Handschuhfach herum hängt, stört aber die Nutzung des Handschuhfachs und dürfte zudem anfällig für mechanische Beschädigungen sein. Im Handschuhfach befinden sich auch noch weitere Anschlussmöglichkeiten, unter anderem ein SD-Kartenlesegerät und ein USB-Anschluss. Diese Platz raubende UMTS-Sticklösung im Handschuhfach will Volvo ab Mitte November 2013 (KW 46) durch eine platzsparendere SIM-Karten-Slotlösung ersetzt.

Etwas nervig: Jedes Mal, wenn man Sensus Connected Touch einschaltet, muss man die Logindaten zwar nicht wieder neu eingeben, aber ausdrücklich bestätigen - obwohl wir das Häckchen bei „Daten speichern“ gesetzt haben. Hierbei handelt es sich mehr oder weniger um einen kleinen Bug. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn man bereits los gefahren ist, nun während der Fahrt das Webradio starten will und dann erst die Zugangsdaten bestätigen muss.

Spotify im Volvo
Vergrößern Spotify im Volvo

Volvo setzt auf Unterhaltung

Relativ viele Webradio-Apps sind im Volvo vorinstalliert. TuneIn Radio können Sie sofort nutzen und damit Webradio hören. Wie gehabt können Sie darin nach Genres oder beispielsweise nach lokalen Sendern suchen. Nach der Wahl eines neuen Senders dauert das Buffering immer einige Sekunden, danach legt das Radio aber los. Wie immer bei der mobilen Nutzung von Webradio kann es unterwegs zu Unterbrechungen kommen, wenn die Internetverbindung abreißt. Das gilt aber auch für die anderen Webradiodienste wie beispielsweise Spotify oder Deezer.

Apps stammen von Parrot

Unter Sensus Connected Touch finden Sie aber nicht nur diverse Musik- und Radiodienste, sondern auch einen Browser, einen digitalen Reiseführer, die bereits oben erwähnte Navigations-App iGo, eine Bildergalerie-Funktion und den Zugang zum Asteroid Parrot-Market, von wo Sie weitere Apps herunterladen und auf dem Volvo installieren können. Denn der Auto-Zubehör-Lieferant Parrot stellt die Software für Volvos Internetanwendungen. Die Hardware, also der Bildschirm und die Bedienelemente auf Mittelkonsole und am Lenkrad, stammt von Volvo, die für die Internetnutzung nötige Erweiterung sowie die Software liefert Parrot. Standardmäßig waren auf unserem Testwagen aber beispielsweise keine Apps für Facebook und Twitter und auch kein Mailclient vorinstalliert.

Sensus Connected Touch: Touchscreen und Sprachsteuerung

Die Bedienung von Sensus Connected Touch unterscheidet sich grundlegend von den übrigen Bestandteilen des Infotainmentsystems von Volvo. Bei den Internetanwendungen können Sie den Bildschirm als Touchscreen bedienen, also wischen und mit den Fingern zoomen, sofern das in der jeweiligen App sinnvoll ist. Pinch to zoom und Multigesten bei den Apps sind also kein Problem. Daneben können Sie aber auch wie gehabt den Tune-Drehregler zur Bedienung verwenden. Der Touchscreen reagiert allerdings etwas langsam auf Fingerdruck, insbesondere die Zeicheneingabe, beispielsweise für die URL im Browser, ist ein Geduldsspiel. Über das Icon links unten auf dem Bildschirm steht Ihnen zudem eine Sprachsteuerung zur Verfügung.

pcwelt.de im Browser von Sensus Connected Touch
Vergrößern pcwelt.de im Browser von Sensus Connected Touch

Browser: Ja, aber ...

Der Browser baut Webseiten etwas schneller auf als im BMW oder Mercedes-Benz, ist aber trotzdem nur eine Notlösung, weil er sich nur schwerfällig bedienen lässt. Flashvideos spielt er nicht ab.

Nicht alle verfügbaren Apps lassen sich derzeit sinnvoll nutzen. So liefert die App "Coyote" derzeit noch keine Daten für Deutschland. Der Grund dafür: Geräte, die vor Radarmessgeräten zur Geschwindigkeitsüberwachung („Blitzer“) warnen, sind in Deutschland verboten. Das dürfte sich aber bald ändern und "Coyote" will bald auch für Deutschland Daten bereitstellen , weil die Rechtslage bei Radarwarn-Apps unklar ist.

Eine der wichtigsten Internet-Anwendungen für Autos überhaupt, die Google Lokale Suche, steht dagegen derzeit bei Sensus Connected Touch nicht zur Verfügung. Volvo will diese nützliche Funktion erst bei Neuwagen, die ab der Kalenderwoche 46, also ab Mitte November, ausgeliefert werden, einbauen. Der besondere Mehrwert der Google Lokale Suche im Rahmen eines Auto-Infotainmentsystems besteht darin, dass man einen Eintrag aus den Trefferlisten sofort in die Navigation übernehmen und sich dorthin lotsen lassen kann oder dass man sofort die zum Treffer mitgelieferte Telefonnummer über die Freisprechanlage anrufen kann. Manche Infotainmentsysteme wie Mercedes-Benz Comand, BMW ConnectedDrive oder Audi Connect liefern auch gleich Bilder vom Treffer, so dass man sich sofort einen optischen Eindruck - beispielsweise von einer Pizzeria, die man über Google Lokale Suche aufgespürt hat - verschaffen kann. Hier hat Volvo also Nachholbedarf, der, wie gesagt, im November beseitigt werden soll.

Die App Roadtrip wiederum liefert Informationen zu Sehenswürdigkeiten und kann durchaus als digitaler Reiseführer angesehen werden. Dazu wertet sie Panoramio, Wikipedia und Google Maps aus.

Aus Gründen der Fahrsicherheit lassen sich viele Internetanwendungen während der Fahrt nicht nutzen. Das ist bei anderen Herstellern und Systemen wie beispielsweise Comand Online von Mercedes-Benz nicht anders.

Fazit

Wer derzeit einen Volvo mit Sensus Connected Touch kauft, bekommt streng genommen zwei unterschiedliche Systeme unter einer gemeinsamen Oberfläche. Nämlich das klassische Navigationsgerät mit Radio-CD und Freisprecheinrichtung samt Sprachsteuerung und die Internetanwendungen von Parrot. Dieses inkonsistente Nebeneinander von „alten“ Volvo-Funktionen und neuen Android-Apps verwirrt schon etwas. Diese Inkonsistenzen spürt man besonders bei der Verfügbarkeit von Touch-Funktionen, bei der Sprachsteuerung und bei den konkurrierenden Navigationslösungen mit und ohne Echtzeitverkehrsinformationen.

Ab KW 46 soll sich das aber ändern, wie Volvo auf unsere Nachfrage erklärte. Das derzeit verkaufte Sensus Connected Touch sei eine Mischlösung für eine Übergangszeit. Ab KW 46 komme dann eine überarbeitete Lösung komplett ohne Touchfunktionalität, aber mit einem einheitlichen und konsistenten Bedienschema. Im Jahr 2014 will Volvo dann erneut eine völlig neue Lösung - dann aber mit Touchscreen - vorstellen. Das erste Fahrzeug mit diesem komplett neuen Sensus Connected Touch soll das überarbeitete SUV XC90 sein.

Das derzeit verkaufte Sensus Connected Touch weist noch einige Ungereimtheiten beziehungsweise Umstimmigkeiten und kleinere Bugs bei der Bedienung auf. Die Sprachsteuerung sollte Volvo deutlich ausweiten. Beispielsweise sollte die Bedienung des Radios und des CD-Players und Verkehrslageinformationen per Sprachbefehl abrufbar möglich sein. Zudem sollte das System so ungestaltet werden, dass man nicht mehr während der Fahrt in komplizierten Untermenüs herumsuchen muss. Das ist einfach zu gefährlich. Am Funktionsumfang, insbesondere bei den Internet-Apps, gibt es dagegen wenig zu kritisieren und viel zu loben. Eigentlich vermissten wir nur die Google Lokale Suche mit Schnittstelle zur Telefonfunktion und zur Navigation. Man könnte das Fazit zu Volvo Sensus Connected Touch so kurz zusammenfassen: Guter Funktionsumfang mit vielen nützlichen Details, aber eine etwas holprige Bedienung.
 
 
 

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