Dunkle Bildpassagen aufhellen, allzu blasse Flächen farblich sättigen – dank Gradationskurve und den Reglern für Farbton, Sättigung und Luminanz muss ich Camera Raw auch dafür immer seltener verlassen. Seitdem das Raw-Modul das Werkzeug „Selektive Anpassung“ enthält, geht das teilweise sogar intuitiver als in Photoshop. Statt auf Verdacht an den Reglern oder der Kurve am rechten Rand von Camera Raw zu ziehen klicke ich links oben auf das Icon des Werkzeugs und halte die Maustaste fest, bis das Ausklappmenü erscheint. Nun gehe ich etwa auf „Sättigung“. Anschließend platziere ich den Mauszeiger auf der goldenen Kuppel der Kapelle, halte die linke Maustaste fest und ziehe die Maus nach oben. Je weiter ich ziehe, umso stärker wird die Fläche gesättigt. Auch die entgegengesetzte Richtung ist möglich, wobei die Sättigung sinkt. Gleichzeitig sehe ich, wie sich die zugehörigen Regler bewegen.
Schärfen in Camera Raw
Zu meinen Lieblingsfunktionen von Camera Raw zählt die Scharfzeichnen-Funktion. Üblicherweise ist das Schärfen der letzte Schritt bei der Nachbearbeitung. Doch wenn ich ohnehin plane, alle Arbeiten in Camera Raw zu erledigen, kann und muss ich auch diesen Schritt dem RAW-Modul überlassen.
Die Scharfzeichnen-Funktion zeigt zwar ähnliche Parameter wie das Pendant in Photoshop, bietet aber eine bessere Vorschaufunktion. Ich aktiviere zunächst das Register „Details“ ganz rechts. Dann arbeite ich die ersten vier Regler durch, wobei ich unten bei „Maskieren“ beginne und „Betrag“ zuletzt wähle. Damit die Schärfen-Funktion überhaupt freigeschaltet wird, muss ich die Bildansicht über die Auswahlliste am linken unteren Rand des RAW-Modul- Fensters auf 100 % stellen.
Dann kommt der Trick: Ich ziehe die Schärfe-Regler bei gedrückter [Alt]-Taste. Camera Raw liefert eine Vorschau, die eine deutlich bessere Beurteilung des Effektes erlaubt als das Gegenstück in Photoshop. Übrigens können mit „Öffnen als“ auch JPEGs mit Camera Raw bearbeitet werden.
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