Finden Sie für ein Programm keine fertigen Installationspakete, können Sie den Quellcode auf Ihrem System selbst kompilieren.
Alternative für alle Distributionen
Beim Kompilieren von Software wird der von einem Programmierer geschriebene Quellcode in Maschinensprache übersetzt. Der Quelltext ist dabei stets derselbe, egal, ob Sie das Programm dann auf einem OpenSuse-, Debian- oder Fedora-System einsetzen möchten. Das ist zwar etwas aufwendiger, als per Mausklick ein vorkompiliertes Paket zu installieren, doch selbst kompilierte Software ist für Ihr System optimiert.
Voraussetzungen
Beim Kompilieren gibt es einiges zu beachten. Zunächst benötigen Sie eine Reihe von Entwicklerwerkzeugen, diese können je nach geschnürtem Quellcode-Paket etwas variieren. Die folgenden Pakete benötigen Sie eigentlich fast immer: den Gnu C Compiler „gcc“, „make“ sowie „pkgconfig“ oder „pkg-config“, das die installierten Bibliotheken eines Betriebssystems in einer Datenbank zusammenfasst.
Außerdem brauchen Sie häufig noch eine Reihe weiterer Pakete, etwa Bibliotheken. Welche das sind, hängt von der zu kompilierenden Software ab, für ein KDE-Programm brauchen Sie unter Umständen beispielsweise die KDE-Entwicklerpakete. Solche Pakete sind meist Systembibliotheken mit einem „dev“ oder „devel“ im Namen.
Unter Open Suse installieren Sie die oben genannten Tools und eventuell benötigte Pakete etwa mit dem Yast-Modul „Software installieren oder löschen“, unter Debian oder Ubuntu verwenden Sie dafür apt oder Synaptic.
Quellcode herunterladen und entpacken
Laden Sie sich das Quellcode-Paket herunter. Meist handelt es sich dabei um eine komprimierte Archivdatei. Haben Sie diese heruntergeladen, müssen Sie sie zunächst entpacken. Für Archive im „gzip“-Format – mit Datei-Endung „.tar.gz“ oder „.tgz“ – lautet die entsprechende Befehlszeile
tar -xzvf <Dateiname>.tar.gz
beziehungsweise „tar -xzvf <Dateiname>.tgz“. Liegt das Archiv dagegen im bzip2-Format vor, so trägt es meist die Datei-Endung „.tar.bz2“. Die Befehlszeile lautet dann:
tar -xjvf <Dateiname>.tar.bz2
Dann geht‘s ans Kompilieren. Wie genau nun die Installation abläuft, ist meist in den den Quellcode-Paketen beiliegenden Readme- oder Install-Dateien nachzulesen. In manchen Fällen entfällt etwa
der Aufruf von „configure“, oder es werden alternative Tools zum Kompilieren eingesetzt. Werfen Sie auf jeden Fall einen Blick in diese Dateien. Manchmal finden Sie hier auch Anmerkungen zu benötigten „devel“-Paketen. Falls Sie keine Hinweise finden, können Sie davon ausgehen, dass der Quellcode der Software mit den drei Befehlen „./configure“, „make“ und „make install“ kompiliert wird.
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