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Neue Features und Funktionen in Windows 8

22.10.2012 | 11:21 Uhr |

Die „Modern UI“ beherrscht die Diskussion über Windows 8. Doch die zweite Oberfläche und der App-Store sind längst nicht alles, was das neue System auf und unter der Haube hat.

Auf den nächsten Seiten bieten wir Ihnen einen knappen, aber weitestgehend vollständigen Überblick, was Windows 8 an Neuigkeiten enthält. Die unterschiedliche Gewichtung soll dabei in etwa der Bedeutung der Komponenten entsprechen, Marginalien fassen wir knapp zusammen.

Modern UI als Systemshell
Was Sie nach der Anmeldung an einem Windows-8-Gerät als „Startbildschirm“ erleben, ist weit mehr als ein neues Startmenü. Es ist die Oberfläche und Laufzeitumgebung für eine neue Generation von Software – der Modern Apps. Die wichtigsten Eigenschaften:
• Modern Apps auf Basis der Windows Runtime (WinRT) laufen in einer abgesicherten Sandbox mit vorab definierten Rechten und sind damit theoretisch sicherer als jede herkömmliche x86/x64-Software.

Die doppelte Shell: Der Desktop und die Modern UI können sich zu einem schicken und funktionalen Miteinander ergänzen. Hier erscheint der Desktop links als Dreiviertel-Fenster („Filled View“), rechts die Wetter-App („Snapped View“) .
Vergrößern Die doppelte Shell: Der Desktop und die Modern UI können sich zu einem schicken und funktionalen Miteinander ergänzen. Hier erscheint der Desktop links als Dreiviertel-Fenster („Filled View“), rechts die Wetter-App („Snapped View“) .

• Alle Modern Apps gehorchen einem konsistenten, allerdings erst mal gewöhnungsbedürftigen Bedienkonzept. Dazu gehören die einblendbaren Panels „Charms“ mit fünf wesentlichen Aktionen am rechten Bildschirmrand, das Panel „Einstellungen“ (ebenfalls rechts) und das Funktions-Panel unten. Dazu gehört ferner eine neue Fensterverwaltung, die Apps durch Ziehen (Wischen) nach unten beendet oder durch Ziehen aus der linken oberen Bildschirmecke wechselt. Modern Apps füllen standardmäßig den kompletten Bildschirm, jedoch können zwei Modern Apps (einschließlich dem klassischen Desktop) nebeneinander platziert werden.

• Modern Apps kommunizieren untereinander und können Texte, Bilder, Musik direkt an andere Apps weitergeben. Statt ein Bild als Anhang in eine Mail zu packen, verwenden Sie etwa in der „Fotos“-App einfach die globale „Teilen“-Funktion, um anschließend in der „Kontakte“-App den Empfänger zu suchen und es mit der „Mail“- oder „Nachrichten“-App zu verschicken. Diese Aktion ist bruchlos – Sie bemerken nichts davon, dass Sie Apps und eine Shell-Funktion nutzen.

Der Startbildschirm ist eine typische Modern App: Das Vollbild ist immer obligatorisch, und die reduzierten Bedienelemente offenbaren manche Unterfunktion erst beim genaueren Blick.
Vergrößern Der Startbildschirm ist eine typische Modern App: Das Vollbild ist immer obligatorisch, und die reduzierten Bedienelemente offenbaren manche Unterfunktion erst beim genaueren Blick.

• Der Startbildschirm ist dynamisch und zeigt auf den App-Kacheln wechselnde aktive und persönliche Inhalte; er ist in jeder Hinsicht weiter individualisierbar. Die aktiven Inhalte, die aus dem Web stammen, werden durch Push Notifications angestoßen: Das System muss also nicht ständig nachfragen, ob es Neues für die Wetter-App oder Mail-App gibt, sondern der Webserver meldet dies an das System, sobald der Fall eintritt. Die aktiven Kacheln kosten daher praktisch keine CPU- und Netz-Ressourcen.

Speichermanagement für Modern Apps: Die Instanzen von WWAHost (Windows Web App Host) zeigen gestartete Modern Apps. „Angehalten“ ist der CPU-Verbrauch „0“, der Speicherbedarf drastisch minimiert.
Vergrößern Speichermanagement für Modern Apps: Die Instanzen von WWAHost (Windows Web App Host) zeigen gestartete Modern Apps. „Angehalten“ ist der CPU-Verbrauch „0“, der Speicherbedarf drastisch minimiert.

• Die Windows Runtime bietet ein neues Task-Management für die neuen Apps (nicht für Windows-Programme), das angeblich vom Systembenutzer kaum noch Rücksicht auf die Rechner-Ressourcen erfordert: Das System pausiert eine inaktive App automatisch (Status „Angehalten“); die benötigt dann 0 CPU-Zeit, Speicher nur solange, bis dieser knapp wird. Bei Engpässen werden die Speicherseiten einer angehaltenen App auf die Festplatte ausgelagert.

Alle Details zu allen Windows-8-Funktionen

Modern UI neben Windows-Desktop
Auf Intel/AMD-Architektur mit Windows 8 Standard, Pro, Enterprise steht neben der Modern UI weiterhin die klassische Shell. Das ist gut, weil Sie Ihre gewohnte Software nutzen können. Das funktioniert auch tadellos, weil die beiden Shells sich nicht nur manuell wechseln lassen (etwa mit der Taste Win), sondern automatisch in den richtigen Kontext schalten. Eine im klassischen Explorer geklickte Benutzerdatei wechselt in die Modern UI, wenn die zugehörige Anwendung eine Modern App ist. Umgekehrt startet ein klassisches Windows-Programm automatisch am Desktop.

Technisch funktioniert die Zwitter-Shell tadellos, optisch und ästhetisch nicht immer: Es ist kein Augenschmaus, wenn die Modern UI ein blaues Einstellungs-Panel einblendet (nach Win-I) und ein Drittel der grünen Wiese Ihres Desktop-Hintergrundbildes überdeckt. Immerhin haben Sie es selbst in der Hand, mit passenden Einstellungen für eine halbwegs harmonische Doppel-Shell zu sorgen. Nebenbei werden Sie sich daran gewöhnen müssen, dass die Modern UI am Desktop zwar präsent ist, dort aber oft ins Leere läuft: So meldet etwa das „Geräte“-Charm „Vom Desktop können keine Inhalte gesendet werden“, wenn Sie es in einer Desktop-Anwendung aktivieren.

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