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Schutz für Tablets und Smartphones nachrüsten

18.03.2014 | 10:27 Uhr |

Mobilgeräte mit Android werden zunehmend das Ziel von Hackern und Schädlingen. Daher ist es wichtig, die passenden Tools installiert zu haben.

Apple schottet seinen App store ab und tut gut daran. Denn im Gegensatz zum Google Play Store gibt’s dort keine Malware und demnach auch keine Sicherheits-Apps. Letztere braucht man unter Android am Smartphone und Tablet auf jeden Fall. Wir haben Ihnen die wichtigsten Tools zusammengestellt.

Ein Virenscanner ist ein absolutes Muss auf dem Android-Gerät

Die populären Hersteller von Sicherheits-Software für Windows-PCs sind auch im Android Market mit einer entsprechenden App vertreten – AVG, Avast, Bitdefender, Comodo, Dr. Web, F-Secure, G Data, Kaspersky, McAfee und Symantec. Die Suche im Google Play Store nach Stichwörtern wie „Virenscanner“ fördert mehr als 1000 Ergebnisse zutage. Wie auch auf dem Windows-Rechner sind die kostenlosen Basisversionen meist funktionsbeschränkt und sollen den Nutzern die korrespondierenden Kauf-Apps schmackhaft machen. Wer nur gelegentlich Apps aus dem Play Store installiert, der fährt gut mit den Gratisversionen, sofern er neue Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen installiert und die jeweiligen Installationshinweise sorgfältig liest.

Den Datenverkehr von und zum Smartphone kontrollieren

In der kostenlosen Sicherheits-App Avast Mobile Security gibt es neben dem Virenscanner eine Art Firewall für gerootete Geräte, mit der man den Datenverkehr auf dem Smartphone kontrollieren kann. Wahlweise für alle Apps oder für einzelne Programme stellt man ein, ob WLAN, 3G und Roaming genutzt werden darf. Anti-Diebstahlfunktionen stellt das getrennt zu installierende Anti-Theft-Modul bereit. Wurde das Gerät entwendet und eine neue SIM-Karte eingelegt, sperrt das Programm den Bildschirm automatisch, und es ertönt eine Warnsirene.

28 Schutz-Apps für Android geprüft

Die Zugriffsrechte von Apps überprüfen und deaktivieren

Eine Vielzahl von Applikationen aus dem Google Play Store verlangt Berechtigungen von Ihnen, die sie überhaupt nicht für ihre eigentliche Tätigkeit benötigen. So gibt es zum Beispiel Notiz-Apps, die auch auf Ihr Telefonbuch, den Telefonstatus und Ihren aktuellen Standort zugreifen. Mit dem SRT Appguard überwachen Sie ausgewählte Apps auf deren Verhalten und den eventuellen Zugriff auf sicherheitsrelevante Ressourcen hin. Wenn eine App auf Ihre Daten zugreift und Sie ihr dafür keine Erlaubnis geben wollen, entziehen Sie ihr die entsprechenden Rechte.

Bereits installierte Apps überprüfen Sie über den Punkt „Neue App überwachen“ im Menü von Appguard. Unter dem Menüpunkt „Überwachte Apps verwalten“ ändern Sie die Berechtigungen einer Anwendung. Möchten Sie die Urfassung einer App wiederherstellen, dann wählen Sie die entsprechende Option.

Da die Anwendung aktuell nicht mehr im Google Play Store verfügbar ist, laden Sie sich die APK-Datei von der Herstellerseite herunter und lesen die Hinweise zur Installation.

Für mit Android betriebene Smartphones sind zahlreiche kostenlose Sicherheits-Apps im Google Play Store zu haben.
Vergrößern Für mit Android betriebene Smartphones sind zahlreiche kostenlose Sicherheits-Apps im Google Play Store zu haben.

Internetidentität verschleiern und die Privatsphäre schützen

Möchten Sie Ihre Privatsphäre schützen und mit einer verschleierten IP-Adresse im Internet surfen, dann nutzen Sie die App Orbot für das Anonymisierungs-Netzwerk Tor (kurz für „The Onion Router“). Tor schickt Ihre Anfragen ans Internet über mehrere TOR-Server, bevor sie ins Internet weitergegeben werden.

So sieht etwa eine Website nicht die tatsächliche IP-Adresse Ihres Smartphones. Das erschwert es, Ihre Identität ausfindig zu machen. Einerseits eignet sich eine derartige Verschleierungstaktik gerade in Ländern, wo bestimmte Internetsuchanfragen nicht gestattet sind. Andererseits verlangsamt der Umweg über die Server des Tor-Netzwerks in der Regel den Datenfluss.

Einzelne Apps zur Ausführung durch Unbefugte sperren

Mit der Anwendung App Lock können Sie bestimmte Apps mit einem Code schützen. Damit legen Sie fest, welche App künftig nur nach Eingabe eines Zahlencodes startet. Diesen Code legen Sie beim ersten Start von App Lock fest. Danach erfolgt die Auswahl der zu schützenden Apps.

App Lock listet dafür alle häufig genutzten Anwendungen auf und bietet neben jeder Anwendung einen Schalter, über den Sie die App mit dem Schutzcode versehen. Wichtig ist, dass Sie auch die standardmäßig vorhandene Android- App „Einstellung“ mit dem Schutzcode versehen. Andernfalls lässt sich App Lock darüber beenden.

Neugierige Werbe-Apps auf dem Smartphone finden

Das Schutzprogramm Lookout Ad Network Detector findet Apps, die Ihre Daten an ein Werbenetzwerk senden oder von dort beziehen und dann aggressiv Werbung anzeigen. Es scannt alle Programme auf Ihrem Android-Smartphone und zeigt Ihnen die an, die Werbung einblenden oder Daten versenden. Die Auflistung ist sehr detailliert.

Der Lookout Ad Network Detector unterscheidet zum Beispiel, ob eine App Werbung oben in der Benachrichtigungsleiste von Android anzeigt, ob sie die Startseite des Internet-Browsers manipuliert oder ob sie zwar Infos an ein Werbenetzwerk sendet, selbst aber keine Werbung anzeigt. Der Ad Network Detector meldet aber nicht jede werbefinanzierte App, sondern nur jene, die ein aggressives Werbenetzwerk nutzen. Denn grundsätzlich ist das Anzeigen von Werbung eine legitime Methode, um eine App zu finanzieren.

Mobile Verschlüsselung mit Enc FS

Dateien und Ordner mit einem Passwort verschlüsseln

Die App File Locker verschlüsselt Dateien und schützt Sie so vor dem Zugriff durch nicht erwünschte Personen. Diese App ist wie ein simpler Dateimanager aufgebaut. Darin navigieren Sie ganz normal zu den Dateien, die Sie verschlüsseln wollen. Markieren Sie die Dateien, und tippen Sie auf „Lock“. Die App fordert Sie dann auf, ein Passwort zu vergeben. Anschließend sind dann die Dateien verschlüsselt. Es lassen sich auch komplette Ordner verschlüsseln.

Avira Mobile Security, die erste Sicherheits-App für iPad & Co.
Vergrößern Avira Mobile Security, die erste Sicherheits-App für iPad & Co.

Erste Sicherheits-App für iOS – mit fraglichem Nutzen

Apple hat sein iOS für iPhone, iPad und den iPod quasi hermetisch abgeriegelt, sodass Hacker und Viren bislang kaum eine Chance haben, mit einem vertretbaren Aufwand an Daten zu gelangen. Als erster Anbieter überhaupt stellt Avira eine entsprechende Sicherheits-App im Apple App Store bereit – Avira Mobile Security, für die nach der Installation eine Anmeldung erforderlich ist. die kostenlose App für iOS ab Version 6 will Apps nach schädlichen Prozessen scannen und verfügt laut Hersteller auch über einen Echtzeitscanner, der bei Gefahr Alarm schlagen soll. Ob das tatsächlich funktioniert, ist fraglich. denn unter iOS dürfen Apps nur auf ihre eigenen Daten zugreifen, nicht aber auf andere Apps. Außerdem erinnert die Sicherheits-App den Nutzer an System-Updates und informiert ihn auf Wunsch, ob das iPhone oder iPad einen Jailbreak hat. Das mag manchmal sinnvoll sein, wenn man das Gerät gebraucht gekauft hat.

Ferner kümmert sich Avira Mobile Security bei Bedarf um die Speicherplatz-Optimierung und soll das Beste aus der Akkulaufzeit herauskitzeln. Verliert man sein iPhone oder iPad, kann einem Avira Mobile Security beim Wiederfinden helfen. das funktioniert über eine Webseite, auf der man den Standort des Geräts einsehen kann. Zusätzlich darf man das verlorene Gerät „laut aufschreien“ lassen – um beispielsweise den Dieb zu erschrecken oder die Ortung zu erleichtern. Zudem ist Avira Mobile Security mit der Backup-App Avira Secure Backup verbunden. Diese bietet Online-Speicherplatz, auf den man eine Datensicherung übertragen kann.

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