Windows & Software
Verschlüsselung und Schutz vor Datenverlust
Winrar kann in ein Archiv redundante Informationen einbauen, anhand derer es auch defekte Archive entpacken kann.
Nachträglich schützen: Verwenden Sie bei geöffnetem Archiv den Button „Schützen“ oder den Menüpunkt „Befehle, Archiv vor Zerstörung schützen“. Danach müssen Sie angeben, wie viel Prozent redundanter Infos eingebaut werden sollen. Maximal sind 10 Prozent möglich.
Beim Einpacken schützen: Wenn Sie Daten neu einpacken, können Sie vorab auf der Registerkarte „Allgemein“ mit der Option „Wiederherstellungsinfos hinzufügen“ die Paritätsinformationen einbauen. Standardmäßig räumt Winrar dafür 1 Prozent der Archivgröße ein. Dieser Wert lässt sich auf der Registerkarte „Erweitert“ auch höher setzen.
Nach einem Rechtsklick auf die Symbolleiste können Sie das Aussehen der Symbolleiste verändern und über „Wähle Schaltflächen“ Buttons deaktivieren oder hinzufügen. Falls Sie versehentlich die ganze Symbolleiste deaktiviert haben, kommen Sie über „Optionen, Einstellungen, Allgemein“ zum Standard zurück. Über „Optionen, Themen“ lassen sich „Weitere Themen herunterladen“. Diese kommen als RAR-Archive und werden von Winrar automatisch nach %userprofile%\AppData\Roaming\WinRAR\Themes\ entpackt. Danach können Sie die Themen über „Optionen, Themen“ aktivieren. Am augenfälligsten sind die geänderten Buttons der Symbolleiste.
Winrar verschlüsselt seit Version 3.0 mit einem sehr sicheren 128-Bit-Schlüssel nach dem Advanced-Encryption-Standard (AES). Der Hersteller empfiehlt eine Länge von mindestens acht Zeichen. Damit sind verschlüsselte RAR-Archive eine sichere und einfache Alternative zu Truecrypt oder Bitlocker (Vista Ultimate, Windows 7 Ultimate) für vertrauliche oder portabel gespeicherte Daten.
So geht’s: Verwenden Sie nach dem Markieren der Daten und „Hinzufügen“ auf der Registerkarte „Erweitert“ den Button „Passwort festlegen“, um ein Archiv zu verschlüsseln. Im Folgedialog finden Sie die zusätzliche Option, auch die Dateinamen zu verschlüsseln.
Wer mit Winrar automatische Backups ausführen will, kommt an einigen der 24 Befehle und 84 Schaltern des Programms nicht vorbei. Hartnäckig hält sich die Legende, Winrar.exe sei das Programm mit der grafischen Benutzerführung und die ebenfalls beiliegende Rar.exe das ergänzende Kommandozeilen-Tool für Batchdateien. Das ist aber nicht richtig: Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, akzeptiert auch Winrar die Parameter zur Dateiselektion und Archivwahl. Ein Beispiel:
[win]rar a -r -n*.doc -n*.jpg D:\Docs+Pics.rar D:\Artikel
Dieser Befehl archiviert („a“) alle DOC- (-n*.doc) und JPG-Dateien (-n*.jpg) aus dem Ordner D:\Artikel einschließlich aller Unterordner (-r) in das RAR-Archiv D:\Docs+Pics. Ob Sie diese Aufgabe Winrar oder Rar übergeben, macht keinen Unterschied – nur die Fortschrittsanzeige ist im ersten Fall grafisch, im zweiten Fall eine Dateiliste auf Kommandozeile. Rar und Winrar lassen bei der Dateiauswahl keine Wünsche offen. Noch ein kleines Beispiel:
[win]rar m -r –to180d -os -n*.doc D:\Old_Docs.rar D:\Artikel
Der Befehl verschiebt („m“) alle DOC-Dateien (-n*.doc) aus dem Ordner D:\Artikel einschließlich aller Unterordner (-r) in das RAR-Archiv D:\Old_Docs, sofern diese älter als 180 Tage sind („-to90d“ – time older than 180 days). Eventuelle NTFS-Streams werden mitgesichert („-os“).
Sich die passende Befehlszeile zu erarbeiten, erscheint zunächst mühsam. Mittelfristig ist dieser Weg aber komfortabler, als sich die Optionen immer wieder neu auf der Oberfläche zusammenzuklicken.


