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Apache-Web-Server unter Linux installieren

29.10.2012 | 11:22 Uhr |

Sie möchten Ihren eigenen Web-Server? Häufig wird Apache im Internet verwendet. PC-Welt erklärt genau, wie Sie einen Apache-Web-Server installieren und konfigurieren.

Auf den meisten Web-Servern im Internet läuft Apache. Die Installation und Wartung eines solchen Internet-Servers gestaltet sich einfacher als es auf den ersten Blick scheinen mag. Mit unserer Anleitung installieren Sie einen Apache-Web-Server problemlos auf dem Linux-Betriebssystem Ihrer Wahl und konfigurieren ihn. Neben dem Server erklären wir Ihnen auch, wie Sie die Skriptsprache PHP und das Datenbanksystem MySQL für einen schnellen Start vorbereiten.

Die Installation der Apache-Pakete variiert je nach Distribution. Im Beitrag finden Sie die Schritt-für-Schritt-Anleitung für Fedora, CentOS und Ubuntu. Da es sich hier um Linux als Server-Betriebssystem handelt, verwenden wir ausschließlich die Kommandozeilen, außerdem benötigen Sie root-Rechte. Diese bekommen Sie auf manchen Linux-Rechnern zum Beispiel, indem Sie ein Terminal-Fenster öffnen und folgendes eingeben:

su –

ein und anschließend das root-Password, um als Root arbeiten zu können. Falls auf Ihrem Linuxsystem su nicht funktioniert, wählen Sie die für Sie gültige Methode um Rootrechte zu erlangen.

Jetzt können wir loslegen. Als erstes werden die für Webserver, Programmiersprache und Datenbank notwendigen Pakete installiert. In Fedora und CentOS geht dies mittels dem Paket-Installer und Updater Yum leicht von der Hand. Die erforderlichen Apache- und PHP-Pakete installieren Sie mit dem Befehl

yum install httpd php mysql mysql-server

Befolgen Sie die Anweisungen. Das Tool lokalisiert und installiert die Basis Apache- und PHP-Pakete.

Wer dagegen Ubuntu 10.04 oder eine noch jüngere Ubuntuversion verwendet, installiert das auch als LAMP bezeichnete Software-Paket (Linux, Apache, MySQL und PHP) mit diesen zwei Befehlen:

sudo apt-get install tasksel

sudo tasksel install lamp-server

Mit den oben genannten Befehlen spielen Sie alle notwendigen Pakete für die LAMP-Anwendungen auf Ihren Rechner. Daher verzichten wir auf eine separate Anleitung für die MySQL-Installation. Sobald die Installation abgeschlossen ist, beginnen Sie mit der Konfiguration des Servers.

Für alle Dateibearbeitungen auf Fedora, CentOS und Ubuntu verwenden Sie den Befehl nano :

nano /etc/httpd/conf/httpd.conf

Mit diesem Befehl öffnen Sie in einem einfachen Editor die Apache-Konfigurationsdatei. Die Datei speichern Sie mit der Tastenkombination <Strg>+<O> , <Strg>+<X> beendet  den Editor.

Apache auf Linux: Erstkonfiguration

Während die Apache- und PHP-Pakete im Wesentlichen gleich sind, unterscheiden sich die Installationen auf dem Dateisystem der jeweiligen Distributionen.

Fedora und CentOS

Nach der Installation finden Sie das neue Verzeichnis /etc/httpd vor. In diesem befinden sich alle Apache-Konfigurations-Dateien. Die wichtigsten Unterverzeichnisse für unsere Zwecke sind /etc/httpd/conf und /etc/httpd/conf.d . In /etc/httpd befindet sich die wesentliche Apache-Konfigurations-Datei httpd.conf . In /etc/httpd/conf.d finden Sie includes oder ergänzende Dateien, die in der Haupt-Konfigurations-Datei enthalten sind.

Includes sind eine Möglichkeit um komplexen Konfigurationen so aufzubrechen, dass daraus separate Dateien für eine einfache Organisation und fürs Management entstehen. Beispiel: Wenn Sie einen Apache-Server besitzen, der 20 virtuelle Hosts unterhält, dann hat jeder dieser Hosts eine extra Datei in /etc/httpd/conf.d/ mit seinen Konfigurationsparametern. Auf diese Weise fügen Sie einfach virtuelle Hosts hinzu oder entfernen diese, ohne die Haupt-Apache-Konfigurations-Datei editieren zu müssen.

Um Dateien in die Apache-Konfiguration aufzunehmen, muss der Dateinamen mit .conf enden. Falls wir einen virtuellen Host mit www.test.com als Namen haben, würden alle Konfigurations-Elemente für diesen Host in einer Datei namens test.conf oder test.com.conf sich befinden.

Mithilfe der geöffneten /etc/httpd/conf/httpd.conf können Sie sehen, welche Dateien in der Haupt-Konfigurations-Datei enthalten sind. Per <Strg>+<W> suchen Sie nach „Include conf.d“ und finden

Include conf.d/*.conf

Diese Zeile sorgt dafür, dass Apache alle Dateien, die *.conf enthalten in das Verzeichnis /etc/httpd/conf.d speichert.

Es gibt viele Konfigurations-Elemente in der Apache-Konfigurations-Datei. Neulinge müssen sich nur mit wenigen beschäftigen. Hierzu gehören das virtuelle Hosting und ein paar Optimierungs-Anweisungen. Zu Beginn reichen die Standardeinstellungen aus.

Standardmäßig finden Web-Browser, die sich mit dem Apache-Server verbinden, alle aufzurufenden Dateien auf Fedora  sowie CentOS im Basisverzeichnis, dem sogenannten „DocumentRoot“-Verzeichnis, /var/www/html . Wenn Sie via Browser die Datei test.html auf dem Server öffnen wollen, stellen Sie mit http://<Serve- IP-Adresse>/test.html eine Verbindung her. Der Server liefert die Datei aus, falls diese unter /var/www/html/ vorliegt. Im Fall, dass Sie nur eine Website hosten, können Sie alle Ihre Inhalte in dieses Verzeichnis legen. Ferner konfigurieren Sie einen DNS-Server, um den Namen des Clients www.test.com in eine IP-Adresse aufzulösen. Anschließend können Sie die Seite mit http://www.test.com/ statt mit der IP-Adresse aufrufen.

Die Bedienung des Apache-Servers ist sehr einfach. Unter Fedora oder CentOS starten Sie den Server mit

service httpd start

Den Server stoppen Sie einfach mit

service httpd stop

Für einen Restart geben Sie folgendes ein:

service httpd restart

Sie können die Konfigurations-Datei neuladen, ohne den Dienst erneut zu starten. Hierfür verwenden Sie den Befehl:

service httpd reload

Eine weitere Kontrollmöglichkeit ist

service httpd configtest

Hiermit testen Sie die Apache-Konfigurations-Datei und alle enthaltenen Dateien auf Fehler - ohne einen Neustart des Servers. Der Befehl erleichtert das Hinzufügen und das Testen - ohne dass der laufenden Server beeinträchtigt wird.

Um sicherzustellen, dass Apache beim Starten des Servers mitstartet, geben Sie den Befehl

chkconfig httpd on

ein.

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