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19.01.2010, 13:12

Christian Löbering

Blitzreinigung für Windows

Schritt 13 - 18: De-Installations-Ordner entsorgen

Das System stets auf dem aktuellen Stand zu halten ist Pflicht. Für jedes Update, das Sie installieren, legen Windows 2000 und XP jeweils einen De-Installations-Ordner an, dessen Name mit "$" beginnt. Das Verzeichnis wird nur gebraucht, falls Sie das Update über "Systemsteuerung, Software" wieder entfernen möchten. Wenn das System nach dem Aktualisieren problemlos läuft, müssen Sie die Updates nicht vom Rechner schmeißen und können auf die De-Installations-Ordner verzichten. Mit pcwKillUninstall geben wir Ihnen ein Tool an die Hand, das Sie beim Entfernen der Uninstall-Ordner von Updates unterstützt. So gewinnen Sie sofort mehrere hundert MB an Speicherplatz und obendrein einen übersichtlichen Windows-Ordner. Rufen Sie das Tool per Doppelklick auf. Es erscheint eine Liste mit allen ermittelten Update-Uninstall-Ordnern und deren Größe. Wählen Sie entweder einzelne aus und klicken dann auf "Markierte löschen", oder klicken Sie gleich auf "Alle löschen". Das Tool beseitigt die jeweiligen Ordner aus dem Windows-Verzeichnis und löscht den De-Installations-Eintrag aus der Registry. Unter Vista werden die Updates anders eingebunden, dort können die De-Installations-Ordner nicht mehr gelöscht werden.

Schritt 14: Ruhezustand deaktivieren
Ein letzter großer Datenbrocken, der dem System Festplattenspeicher in der Größe des eingebauten RAM wegnimmt, ist die versteckte Hiberfil.sys im Stamm-verzeichnis der Systempartition. Es handelt sich dabei um die Cache-Datei des Ruhezustands. Wenn Sie Ihr System in den Ruhezustand versetzen, wird der gesamte Inhalt des Arbeitsspeichers in diese Datei geschrieben und der Rechner dann abgeschaltet. Wenn Sie neu starten, liest Ihr System den Inhalt der Datei wieder in den Speicher, und Sie finden es im ursprünglichen Zustand wieder. Falls Sie den Ruhezustand nicht nutzen, können Sie ihn deaktivieren und Plattenplatz sparen. Unter XP klicken Sie dazu in der klassischen Ansicht der Systemsteuerung auf "Energieoptionen", wählen dann die Registerkarte "Ruhezustand" und entfernen das Häkchen vor "Ruhezustand aktivieren". Bei Vista gehen Sie auf "Start, Alle Programme, Zubehör, Systemprogramme, Datenträgerbereinigung" und klicken dann auf "Dateien von allen Benutzern des Computers". Wählen Sie Ihre Systempartition aus, aktivieren Sie dann die Klickbox neben "Ruhezustands-dateibereinigung", und bestätigen Sie mit "OK".

Schritt 15: Windows-Registry säubern
Nachdem Sie alle größeren Datenbrocken auf der Festplatte beseitigt haben, können Sie die zentrale Konfigurationsdatenbank (Registry) in Angriff nehmen. Bei jeder Software-Installation, bei jedem Update wächst die Registry weiter an. Ähnlich den temporären Dateien lassen De-Installations-Routinen häufig in der Registry Einträge zurück, wenn Sie eine Software vom Rechner entfernen. Klar Schiff machen Sie hier mit einem Gratis-Tool wie Ccleaner. Nach der Installation rufen Sie es auf und klicken auf die Schaltfläche "Registry". Aktivieren Sie dort alle Klickboxen, und klicken Sie auf "Nach Fehlern suchen", um die Registry zu analysieren. Dabei wird unter anderem nach verwaisten Datei-Endungen und Fehlern in der Installer-Datenbank gesucht. Der Vorgang ist abgeschlossen, wenn Sie ein Protokoll erhalten. Klicken Sie auf "Fehler beheben", um die Registry bereinigen zu lassen. Übrigens: Ccleaner schafft ähnlich wie pcwCleaner auch Platz auf Ihrer Platte. Wählen Sie dazu im Tool die Rubrik "Cleaner" aus, klicken Sie auf "Analysieren" und dann auf "Starte Ccleaner".

Schritt 16: Windows-Konfiguration abspecken
Nicht nur Datenmüll blockiert das System, auch optischer Schnickschnack und falsche Einstellungen verbrauchen unnötig Ressourcen. Mit den PC-WELT-Tools pcwAnnoyances (XP) und pcwCustomVista optimieren Sie die Konfiguration und steigern die Rechenleistung mit wenigen Klicks. Nach dem Aufruf des Tools für Ihre Windows-Version sehen Sie einen Dialog mit einer Vielzahl an Optionen, die je nach aktuellem Zustand aktiv oder nicht aktiv sind. Wählen Sie in der Rubrik "Visuelle Stile für optimale Leistung anpassen" etwa alle Optionen aus, oder aktivieren Sie die Klickbox neben dem Rubriknamen. Nun werden die optischen Gimmicks deaktiviert, nachdem Sie auf "Einstellungen übernehmen" geklickt haben. In den anderen beiden Rubriken können Sie außerdem die Anzeige im Explorer optimieren und weitere nützliche Funktionen freischalten. Übrigens: Standardmäßig sind unter Vista einige Optionen ausgegraut. Um sie freizuschalten, müssen Sie das Tool im Admin-Modus starten. Aktivieren Sie dazu die Option "HTA als Administrator ausführen im Kontextmenü". Übernehmen Sie die Einstellung, schließen Sie das Tool über "Quit", und starten Sie es per Rechtsklick und "Als Administrator ausführen" neu.

Schritt 17: Festplatten defragmentieren
Wer unsere 16 Tipps beherzigt hat, konnte viel Ballast über Bord werfen. Das bedeutet jedoch, dass die verbleibenden Daten auf Ihrer Festplatte physikalisch nicht mehr zusammenhängend angeordnet sind. Sobald Sie neue Software installieren oder Daten speichern, wird eine der Lücken geschlossen. Weitere zugehörige Daten müssen an einer anderen Stelle der Festplatte abgelegt werden. Das zwingt den Schreib-/Lesekopf der Platte dazu, beim Aufruf der Software oder der Datei hin- und herzuspringen, und das kostet mehr Zeit als nötig. Sie können dem Fragmentierungsproblem mit einem Defragmentierungs-Tool beikommen. Windows selbst stellt über "Start, Alle Programme, Zubehör, Systemprogramme, Defragmentierung" ein entsprechendes Tool zur Verfügung. Nach dessen Aufruf klicken Sie unter Vista einfach auf "Jetzt defragmentieren". Unter XP müssen Sie zunächst ein Laufwerk auswählen, das Sie dann defragmentieren. Ob der Vorgang tatsächlich notwendig ist, können Sie zunächst mit "Überprüfen" analysieren. Die Windows-Software schafft es jedoch häufig nicht, alle Datenlücken auf der Platte zu schließen. Besser arbeitet da eine Software wie Perfect Disk 9.

Schritt 18: Verwaiste Programm-Handle schließen
Falls Ihr Windows zum Herunterfahren zu lange braucht, dann liegt das häufig an schlampig programmierten Anwendungen oder Treibern. Diese geben das Handle auf eine geöffnete Datei nicht wieder frei, obwohl das Programm längst beendet wurde. Dann wartet das System erst mal geduldig darauf, dass diese Datei endgültig geschlossen wird. Erst nach einem sehr langen internen Timeout erzwingt Windows das Entladen und kann endlich herunterfahren. Das englischsprachige Microsoft-Tool User Profile Hive Cleanup Service beschleunigt diesen Vorgang. Der Name ist irreführend, da das Tool nicht etwa den Registry-Hive "Hkey_Current_User" aufräumt. Es arbeitet viel einfacher: Sobald ein Anwender sich abmelden möchte oder Windows beendet werden soll, fordert der Cleanup-Dienst alle ungenutzten Ressourcen zwangsweise zurück. Somit kann das Profil sofort entladen werden, und Windows fährt wieder in angemessener Zeit herunter. Sie können den Dienst bei Bedarf über Services.msc wieder deaktivieren, wenn Sie ihn nicht mehr nutzen möchten.
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