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Profi-Recherche mit Google

15.07.2008 | 10:30 Uhr |

Google ist die Königin unter den Suchdiensten. Das wissen auch Werbetreibende, und so erhalten Suchende oft Spam statt qualifizierter Ergebnisse. Besserung schaffen unsere Tricks.

Mit dem Minuszeichen können Sie aussortieren.
Vergrößern Mit dem Minuszeichen können Sie aussortieren.
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Google beherrscht den Markt der Suchdienste. Mitbewerber wie Yahoo oder Microsoft fristen ein Nischendasein. Doch die Monokultur auf dem Suchmaschinenmarkt hat nicht nur Vorteile. Immer mehr Anbieter greifen nicht auf die gekennzeichneten Google-Adword-Anzeigen zurück, sondern bringen ihre Web-Seiten durch Tricks in die vorderen Ränge, eine komplette Branche beschäftigt sich mittlerweile mit der Suchmaschinenoptimierung.

Spam übertrumpft sinnvolle Treffer
Die Folge der käuflichen Optimierung: Statt hilfreicher Ergebnisse liefert die Suchmaschine oft Nutzloses. Sucht man etwa nach Infos zu einem neuen Kühlschrank, enthalten die ersten Seiten nur Links zu mehr oder weniger vertrauenswürdigen Verkaufsangeboten, die sich durch Schlüsselwörter und so genanntes Link-Farming in die oberen Google-Ergebnisse mogeln. Diese kommerziellen Angebote sind nicht wie die normalen Anzeigen farblich vom Text abgesetzt, sondern erscheinen als reguläre Suchergebnisse. Die wichtigen Treffer sind auf den ersten Seiten kaum vertreten. Wer allerdings die richtigen Parameter und Tools kennt, entkommt der Werbefalle problemlos. In diesem Artikel wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie Google wieder in die nützliche Suchmaschine verwandeln, die sie anfangs war. Neben den entsprechenden Parametern und Unterseiten stellen wir Ihnen auch die Allzweckwaffe für Firefox-Nutzer, Customize Google, genauer vor.

Bessere Ergebnisse durch gezielte Abfrageparameter
Grundsätzlich gilt: Je genauer Sie Ihre Anfrage formulieren, desto besser wird das Suchergebnis. Dabei können Sie im Standardsuchfeld beliebig viele Begriffe eingeben. Ein Leerzeichen zwischen den Begriffen interpretiert Google immer als AND-Verknüpfung. Problematisch wird es, wenn Sie einen Begriff suchen, der aus zwei oder mehreren Wörtern besteht, etwa eine genaue Produktbezeichnung. Hier helfen Anführungszeichen. Alle Begriffe, die innerhalb der Anführungszeichen stehen, sucht Google auch genau so in Web-Seiten. Am leichtesten können Sie die Abfrage präzisieren, indem Sie die erweiterte Suche nutzen. Diese erreichen Sie über "Erweiterte Suche" direkt neben der Eingabezeile. Einer der bekanntesten Parameter ist "filetype:". Damit grenzen Sie die Suche auf bestimmte Dateitypen ein. Filetype bietet sich besonders dann an, wenn Sie ein Handbuch suchen, diese sind meist im PDF-Format von Adobe gespeichert. Die Suche nach "Produktname filtype:pdf" liefert Ihnen nur Ergebnisse, die im bekannten PDF-Format vorliegen.

Sie können Google aber auch einsetzen, um Herstellerseiten nach Treibern zu durchsuchen. Dazu greifen Sie auf den Parameter "site:" zurück. Suchen Sie beispielsweise nach einem Treiber für einen Creative-Soundblaster, so verspricht der Such-String "Soundblaster Treiber site:de.europe.creative.com" die besten Ergebnisse. Einen genaueren Überblick über die hilfreichsten zusätzlichen Operatoren verschafft Ihnen die folgende Tabelle. Wer es noch genauer wissen will, der findet unter www.google.com/help/operators.html alle offiziell unterstützten Such-Operatoren in einer englischsprachigen FAQ.

Allzweckwaffe Minuszeichen
Mit dem Minuszeichen können Sie gezielt einzelne Begriffe von der Suche ausnehmen lassen. Damit erhalten Sie bereits eine gute Gegenmaßnahme gegen Suchmaschinen-Spammer. Sobald Ihnen eine Seite auffällt, die augenscheinlich nur Produkte verkaufen will, klammern Sie den Domain-Namen einfach aus. Als Beispiel dient uns der Begriff "Kühlschrank Test". Eine Suche liefert unter anderem den Domain-Namen "dooyoo" an erster Stelle. Das ist ein typischer Fall von Spam, denn hier finden sich keine Testberichte, sondern nur Verkaufsangebote. Wandeln Sie die Anfrage dagegen in "Kühlschrank Test -dooyoo" ab, so ist dieser Eintrag komplett verschwunden. Sie können beliebig viele Wörter von der Suche ausschließen.

Auch das Pluszeichen kommt bei Google zum Einsatz, und zwar im Zusammenhang mit Stoppwörtern. Damit bezeichnet Google häufig vorkommende Wörter, nach denen nicht gesucht wird. Diese werden in den Ergebnissen komplett ignoriert. In der englischen Suche ist das beispielsweise das Wort "how", das aber vor allem bei der Suche nach Anleitungen ein sinnvoller Suchbegriff ist. Wird ein + vor ein Wort gesetzt, setzt das die Stoppwort-Regel außer Kraft. Je nachdem, wo Sie den Operator einsetzen, können Sie Zeichen auch bei der Suche mit Wortgruppen verwenden. Zusätzlich können Sie mit dem Pluszeichen auch die Schreibweise eines Begriffs festlegen. Wenn Sie zum Beispiel als Suchbegriff "Grafik" eingeben, sucht Google automatisch auch nach "grafik", "Graphik" und "graphik". Ein "+Grafik" sucht explizit nach dem Ausdruck Grafik.

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