18.07.2012, 15:15

Thorsten Eggeling

Rechner beschleunigen

Schnellerer PC durch SSD-Cache

SSD als Cache-Laufwerk

Mit einer SSD als Cache-Laufwerk lässt sich Windows auch ohne Neuinstallation des Betriebsystems kräftig beschleunigen. Der Ratgeber zeigt, was Sie dafür benötigen.
SSDs sind schnell und haben nur eine geringe Kapazität. Festplatten sind dagegen relativ langsam, bieten aber genug Platz für Betriebssystem, Programme und Nutzerdaten. Da SSDs mit 2 Terabyte oder mehr nicht erschwinglich sind, bietet sich eine Zwischenlösung an: Ein Gespann aus Festplatte und SSD, bei dem die SSD als Cache-Speicher dient. Das ist zwar etwas langsamer als eine reine SSD-Lösung, bringt in der Praxis aber doch einen sehr deutlich spürbaren Geschwindigkeitsgewinn. Die Windows-Startzeit kann sich beispielsweise von 50 auf 12 Sekunden reduzieren und Windows reagiert auch nach der Anmeldung fast sofort auf Mausklicks oder Tastatureingaben.

So funktioniert ein SSD-Cache

Ein Cache ist ein Zwischen- oder Pufferspeicher in dem Daten, die schon einmal berechnet oder gelesen wurden, aufbewahrt werden. Cache-Speicher gibt es in der PC-Technik viele. Der Prozessor oder die Festplatte nutzen einen Cache, um Befehle zwischenzuspeichern. Der Browser speichert aus dem Internet abgerufene Seiten zuerst in einem Cache auf der Festplatte und zeigt sie dann an. Und auch Windows nutzt mehrere Cache-Mechanismen, etwa Superfetch, mit dem häufig aufgerufene Programme beschleunigt werden.
Bei einem SSD-Cache analyisiert eine Software, die Lesezugriffe auf die Festplatte und speichert die zugehörigen Dateien beim erstmaligen Aufruf auf der SSD (write through cache). Beim nächsten Zugriff auf die Daten, werden Sie von der SSD statt von der Festplatte gelesen. Die Cache-Software untersucht permanent die Aktivitäten auf der Festplatte und versucht immer möglichst die Daten von der SSD auszuliefern, die am häufigsten benötigt werden. Direkt nach der Aktivierung zeigt ein SSD-Cache daher eine geringere Wirkung als nach längerer Laufzeit. Oder anders ausgedrückt: Bei ersten Windows- oder Programmstart ist die Beschleunigung noch gering, erhöht sich aber bei jedem Neustart bis das Maximum erreicht ist.
Schreibcache: Auch Schreibzugriffe lassen sich Cachen (write back cache). Dabei werden die Daten zuerst auf die SSD geschrieben und dann erst auf die Festplatte. Dieses Verfahren ist jedoch mit einem gewissen Risiko verbunden, denn bei einem Absturz des Systems gehen die Daten verloren, die sich noch im Cache der SSD befinden aber noch nicht auf der Festplatte abgelegt wurden. Der Nutzen ist außerdem gering, weil bei einer durchschnittlichen Verwendung des PCs deutlich mehr gelesen als geschrieben wird. Deshalb raten wir von einem Cache für Schreibzugriffe ab.
Warum die SSD so schnell ist: Beim Cache aber auch bei der Installation des kompletten Betriebssystems auf einer SSD spielt übrigens die Transferrate einer SSD nur eine untergeordnete Rolle. Die Lesegeschwindigkeit kann bei einer SSD an einer SATA-600-Schnittstelle durchaus an die maximal möglichen 600 MB/s heranreichen. Festplatten schaffen meist nur die Hälfte. Es werden aber im täglichen Betrieb nur selten große Dateien in einem Stück gelesen. Vielmehr erfolgen ständig Zugriffe auf viele kleine Dateien. Beim Start eines Programms beispielsweise müssen zahlreiche DLL-Dateien (Programmbibliotheken) und Konfigurations-Dateien geladen werden, die mehr oder weniger verstreut auf der Festplatte liegen. Die träge Mechanik einer Festplatte ist hier gegenüber einer SSD mit ihren sehr schnellen Zugriffzeiten deutlich im Nachteil.
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