Schneller funken
So messen Sie das WLAN-Tempo
Egal, was der Hersteller Ihrer WLAN-Komponenten behauptet: In Wahrheit ist Ihr Funknetz immer zu langsam. Doch wie schnell funkt es denn nun, das WLAN? Hier hilft nur messen – und zwar mit den richtigen Tools.
Herstellerangaben oder Windows helfen Ihnen nicht weiter, das WLAN-Tempo zu messen. Denn diese Informationen beziehen sich immer nur auf eine mögliche theoretische Übertragungsrate: Die erreichen Sie in der Praxis nie – selbst wenn Sie Notebook und Router nebeneinander stellen und versuchen, alle Funkstörungen zu vermeiden.
Ganz einfach: Der Praxis-Test
Das Praxis-Tempo Ihres WLANs haben Sie schnell ermittelt: Kopieren Sie einfach einen Ordner mit mehreren Dateien – am besten größere und kleine gemischt – von einem WLAN-Gerät aufs andere. Stoppen Sie, wie lange es braucht, bis das Verzeichnis vollständig übertragen wurde. Dann teilen Sie die Größe des Ordners durch die Zeit: So erhalten Sie die Übertragungsrate in MB pro Sekunde.
Das ist zwar praxisnah, sagt aber kaum etwas aus über das tatsächliche Tempo der WLAN-Komponenten. Denn bei dieser Messung spielt Windows mit hinein, die Größe des Arbeitsspeichers der beteiligten Geräte hat auf das Messergebnis ebenso einen großen Einfluss wie ihr Festplatten-Tempo.
Besser messen mit dem Netzwerk-Tool Jperf
Eine realistischere Messung des WLAN-Tempos bekommen Sie erst auf der TCP/IP-Ebene und mit speziellen Mess-Tools. Wir stellen Ihnen deshalb das Open-Source-Tool Iperf genauer vor. iPerf ist ein Kommandozeilen-Tool, das unter allen Windows-Versionen läuft. Sie greifen aber besser zur Version Jperf mit graphischer Benutzeroberfläche: Sie lässt sich einfacher bedienen und gibt die Mess-Ergebnisse übersichtlich in einem Diagramm aus.
So messen Sie mit Jperf
Wollen Sie beispielsweise das WLAN-Tempo zwischen Ihrem Router und einem Notebook prüfen, verbinden Sie einen PC oder ein Notebook per LAN-Kabel mit dem Router. Laden Sie die Zip-Datei von Jperf herunter und entpacken Sie sie auf den beiden Rechnern zwischen denen Sie die WLAN-Verbindung messen. Das Programm starten Sie anschließend durch einen Doppelklick auf die Datei „Jperf.bat“. Erhalten Sie dabei eine Fehlermeldung, müssen Sie zunächst das Java Runtime Environment installieren.
Damit die Messung funktioniert, müssen sich beide Rechner im gleichen logischen Netzwerk befinden, also eine IP-Adresse aus demselben Sub-Netz haben. Dafür sollte der Router per DHCP automatisch sorgen. Sie können das über die Eingabeaufforderung und den Befehl „ipconfig“ kontrollieren: Bei beiden Rechnern darf sich die IP-Adresse in der Zeile „IPv4-Adresse“ nur um die Ziffern hinter dem letzten Punkt unterscheiden – beispielsweise 192.168.1.10 und 192.168.1.12.
Wie Sie Jperf Schritt für Schritt einrichten, zeigen wir Ihnen in der Bildergalerie am Ende des Artikels.
Wie Sie die Messergebnisse nutzen
Der Test mit Jperf sagt Ihnen nicht nur, wie schnell Ihr WLAN ist. Sie können ihn auch nutzen, um Ihr WLAN zu beschleunigen. Bei aktuellen 11n-Router beispielsweise lässt sich oft durch ein einfaches Verändern der Position der WLAN-Durchsatz beschleunigen: Stellen Sie den Router testweise an einen höheren Standort. Oder drehen Sie ihn etwas: Da die WLAN-Daten über mehrere Wege ihren Weg zum Ziel finden können, wirkt sich schon diese Drehung auf die Sende- und Empfangsqualität der Router-Antennen aus. Mithilfe kurzer Testläufe durch Jperf entdecken Sie also schnell die beste Router-Position.
WLAN-Tempo selbst messen: Schritt für Schritt
WLAN-Tempo messen mit Jperf (Schritt 1)
Bei der Messung des WLAN-Tempos arbeitet ein Rechner als Server, der andere empfängt seine Datenpakete als Client. Markieren Sie also am Rechner, der an den Router angeschlossen ist, unter „Choose iPerf Mode“ den Punkt „Server“. Beim Notebook wählen Sie „Client“ und tragen unter „Server Address“ die IP-Adresse des Rechners am Router ein.,
Bei der Messung des WLAN-Tempos arbeitet ein Rechner als Server, der andere empfängt seine Datenpakete als Client. Markieren Sie also am Rechner, der an den Router angeschlossen ist, unter „Choose iPerf Mode“ den Punkt „Server“. Beim Notebook wählen Sie „Client“ und tragen unter „Server Address“ die IP-Adresse des Rechners am Router ein.,
WLAN-Tempo messen mit Jperf (Schritt 2)
In der linken Spalte können Sie bei „Jperf“ unter „Application Layer Options“ verschiedene Messeinstellungen ändern: Unter „Transmit“ legen Sie fest, wie lange der Test dauert. Für einen aussagekräftigen Wert genügen 30 Sekunden. Diese Einstellung lässt sich nur In „Output Format“ können Sie entscheiden, in welcher Maßeinheit Jperf die Messwerte anzeigen soll: Da die meisten Geschwindigkeitsangaben bei Netzwerkgeräten in Mbit/s erfolgen, sollten Sie diese Einheit einstellen, um am bequemsten vergleichen zu können. „Report Interval“ legt fest, in welchen Abständen Jperf die Messwerte anzeigt: Belassen Sie diesen Wert bei einer Sekunde.
In der linken Spalte können Sie bei „Jperf“ unter „Application Layer Options“ verschiedene Messeinstellungen ändern: Unter „Transmit“ legen Sie fest, wie lange der Test dauert. Für einen aussagekräftigen Wert genügen 30 Sekunden. Diese Einstellung lässt sich nur In „Output Format“ können Sie entscheiden, in welcher Maßeinheit Jperf die Messwerte anzeigen soll: Da die meisten Geschwindigkeitsangaben bei Netzwerkgeräten in Mbit/s erfolgen, sollten Sie diese Einheit einstellen, um am bequemsten vergleichen zu können. „Report Interval“ legt fest, in welchen Abständen Jperf die Messwerte anzeigt: Belassen Sie diesen Wert bei einer Sekunde.
WLAN-Tempo messen mit Jperf (Schritt 3)
Im Menüpunkt „Transport Layer Options“ steht, mit welchem Netzwerk-Protokoll Jperf testet. Üblicherweise läuft der WLAN-Verkehr über TCP/IP ab – zum Beispiel beim Surfen. UDP verzichtet im Gegensatz zu TCP/IP zugunsten höherer Übertragungsgeschwindigkeit auf Zuverlässigkeit: Daher wird häufig das Streaming von Video und Audio über UDP abgewickelt. Wollen Sie also speziell das WLAN-Tempo beim Streaming messen, sollten Sie Jperf auf UDP umstellen.
Im Menüpunkt „Transport Layer Options“ steht, mit welchem Netzwerk-Protokoll Jperf testet. Üblicherweise läuft der WLAN-Verkehr über TCP/IP ab – zum Beispiel beim Surfen. UDP verzichtet im Gegensatz zu TCP/IP zugunsten höherer Übertragungsgeschwindigkeit auf Zuverlässigkeit: Daher wird häufig das Streaming von Video und Audio über UDP abgewickelt. Wollen Sie also speziell das WLAN-Tempo beim Streaming messen, sollten Sie Jperf auf UDP umstellen.
WLAN-Tempo messen mit Jperf (Schritt 4)
Jetzt starten Sie auf dem Server-Rechner Jperf über das erste Icon auf der rechten Seite („Run IPerf“). Der Jperf-Server, also in unserem Fall, der Rechner am Router, wartet nun auf eine Verbindung („Server listening on TCP port 5001“).
Anschließend wiederholen Sie dies auf dem Client-Rechner. Jperf überträgt nun die Datenpakete und gibt anschließend das Ergebnis in einem Textfenster und einem Diagramm aus. Meldet Jperf, dass es keine Verbindung zwischen den Rechnern herstellen konnte, müssen Sie für den Test die lokalen Firewalls deaktivieren.
Jetzt starten Sie auf dem Server-Rechner Jperf über das erste Icon auf der rechten Seite („Run IPerf“). Der Jperf-Server, also in unserem Fall, der Rechner am Router, wartet nun auf eine Verbindung („Server listening on TCP port 5001“).
Anschließend wiederholen Sie dies auf dem Client-Rechner. Jperf überträgt nun die Datenpakete und gibt anschließend das Ergebnis in einem Textfenster und einem Diagramm aus. Meldet Jperf, dass es keine Verbindung zwischen den Rechnern herstellen konnte, müssen Sie für den Test die lokalen Firewalls deaktivieren.
WLAN-Tempo messen mit Jperf (Schritt 5)
Im Jperf-Fenster sehen Sie unten im Textfenster die aktuellen Messwerte durchlaufen. Wenn die Messung beendet ist, steht in der letzten Zeile ganz rechts das Durchschnittstempo der Messungen – also das aktuelle WLAN-Tempo der getesteten Verbindung.
Diese Angaben können Sie über „Save“ speichern – zum Beispiel als xls-Datei, um sie in Excel zu sammeln. Im Ergebnisfenster darüber sehen Sie beim Jperf-Server alle durchgeführten Messungen auf einen Blick. Die einzelnen Messungen können Sie anhand ihrer ID und der Farbe des Graphen unterscheiden.
Im Jperf-Fenster sehen Sie unten im Textfenster die aktuellen Messwerte durchlaufen. Wenn die Messung beendet ist, steht in der letzten Zeile ganz rechts das Durchschnittstempo der Messungen – also das aktuelle WLAN-Tempo der getesteten Verbindung.
Diese Angaben können Sie über „Save“ speichern – zum Beispiel als xls-Datei, um sie in Excel zu sammeln. Im Ergebnisfenster darüber sehen Sie beim Jperf-Server alle durchgeführten Messungen auf einen Blick. Die einzelnen Messungen können Sie anhand ihrer ID und der Farbe des Graphen unterscheiden.








