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Word, Excel, Vorlagen und Addins reparieren - so geht's

11.03.2016 | 08:20 Uhr |

An Word und Excel wird so viel gebastelt, personalisiert und automatisiert wie an keiner anderen Anwendungs-Software. Dass dabei auch mal etwas schiefgeht, liegt in der Natur der Sache. Die wichtigsten Reparaturmaßnahmen lesen Sie hier.

Die Komponenten Word und Excel der Microsoft-Office-Suite sind enorm ausbaufähig, bieten zahlreiche Standardordner für Vorlagen und Add-ins, eine umfassende VBA-Programmierumgebung und eine komplexe Registry-Konfiguration. Wenn Word und Excel nicht mehr rund laufen, liegt es meist an diesem Überbau, an kompilierten (COM-Add-ins), interpretierten Erweiterungen (Add-ins), fehlerhaften Vorlagen und Makros, nicht an der Software selbst. Analyse und Durchblick sind dann gar nicht einfach, insbesondere dann, wenn die Fehlerquelle nicht einfach über Bord geworfen werden darf, sondern funktionierend repariert werden muss.

Die Office-Reparaturinstallation

Der Vollständigkeit halber verweisen wir auf die Office-Reparaturinstallation, die Sie über „Systemsteuerung -> Programme und Features“ nach Rechtsklick auf Ihre Office-Installation über „Ändern“ und „Reparieren“ auslösen können. Dabei bezieht die Suite ihre Komponenten wieder aus den Setup-Originaldateien. Sofern der Ordner „MSOCache“ auf der Systempartition vorliegt, ist dafür das Einlegen der Original-DVD (oder das Bereitstellen des ISO-Images) nicht erforderlich. In der Praxis ist diese Aktion allerdings selten nötig und auch selten zielführend: Wenn nämlich benutzerspezifische Probleme mit Add-ins und Dokumentvorlagen Word und Excel lahmen lassen, bleiben diese Aussetzer auch nach der Reparaturinstallation unverändert bestehen.

Der abgesicherte Start

Der Nachweis, ob Start- und Laufprobleme an der Software selbst oder an automatisch geladenen Vorlagen, Add-ins, VBA-Makros liegen, ist leicht zu führen. Dazu genügt der Aufruf der Programme mit dem Parameter „/safe“ in der Eingabeaufforderung oder im „Ausführen“-Dialog:

winword /safe  excel /safe  

Gleichbedeutend damit ist das Drücken der Taste Strg, während Sie Word oder Excel per Mausklick im Startmenü oder in der Taskleiste starten. Dabei erscheint die Frage, ob Sie das Programm „im abgesicherten Modus“ laden möchten, was Sie bejahen. In der Titelleiste erscheint der Hinweis „(Abgesicherter Modus)“, alle Anpassungen etwa in Menüs oder Schnellzugriffsleiste sind auf den Standard zurückgesetzt. Add-ins, Vorlagen und Makros sind deaktiviert. Laufen die Office-Programme danach völlig problemlos, dann ist der Problemverursacher eindeutig außerhalb der Kern-Software zu suchen. Sie können dann die Erweiterungen entweder manuell aus den einschlägigen Ordnern entfernen, oder Sie verwenden „Datei -> Optionen -> Add- Ins“, klicken unten neben „Verwalten“ auf den Add-in-Typ, ferner auf „Gehe zu“, um das Modul dann zu deaktivieren.

Achtung: Verwenden Sie diesen Modus nicht ohne Not, sondern nur, wenn die Programme ernsthafte Probleme haben. Word und Excel werden dabei nämlich eventuelle Vorlagen unter „%appdata%\Roaming\Microsoft\Templates\“ (in manchen Office-Versionen auch „%appdata%\ Roaming\Microsoft\Vorlagen\“) umbenennen und damit dauerhaft außer Gefecht setzen. In jedem Fall betroffen ist die Standardvorlage „Normal.dotm“ für Word, die nach „NormalPre.dotm“ umbenannt wird. Dies können Sie aber durch manuelles Umbenennen zu „Normal.dotm“ wieder rückgängig machen.

Wenn die Office-Komponenten dann einwandfrei laufen, liegt das Problem eindeutig an einer Vorlage oder Erweiterung.
Vergrößern Wenn die Office-Komponenten dann einwandfrei laufen, liegt das Problem eindeutig an einer Vorlage oder Erweiterung.

Tipp für Word: Word unterstützt zusätzlich den sanfteren Schalter „/a“:

winword /a  

Dabei werden Add-ins und Vorlagen nur für den einen Start ignoriert, also nicht dauerhaft abgeschaltet.

Windows 10: Microsoft-Office-Apps im Überblick

Reparatur der Registry-Konfiguration

Ein neueres Office seit 2010 hat keine Startschalter wie „word /register“ mehr, um seine Registry-Einträge auf den Standard zurückzusetzen. Hier hilft nur manuelle Reparatur mit Regedit. Gehen Sie zum Schlüssel „Hkey_Current_ User\Software\Microsoft\Office\XX.0\ Word“ (sowie „..\Excel“). Benennen Sie die Unterschlüssel „Data“ „Options“, „AddIn- LoadTimes“ um, indem Sie etwa einen Bindestrich anhängen. Starten Sie dann die Programme neu, die dann automatisch diese Standardschlüssel wieder anlegen.

Ein drastischer, aber durchaus praktikabler Weg ist es, den kompletten Benutzerschlüssel unter „Hkey_Current_User“ zu verbiegen, also etwa unter Office 2013 (intern Version 15) den Schlüssel „Hkey_Current_User\Software\Microsoft\ Office\15.0“ nach „15.0_“ umzubenennen. Beim nächsten Start eines Office-Programms hält sich die Suite für frisch installiert, stellt dementsprechend ein paar grundlegende Fragen, richtet aber dabei die Registry-Konfiguration neu ein. Ob es sich dann lohnt, Einträge aus vorher dem umbenannten Schlüssel „15.0_“ in die aktuelle frische Konfiguration zu kopieren, müssen Sie selbst entscheiden.

Ein Sonderfall fehlerhafter Registry-Einträge äußert sich harmlos, aber lästig dadurch, dass Word und Excel bestimmte Dateitypen nach Doppelklick im Explorer nicht mehr laden. Wer sich in der Registry auskennt, kann dies unter „Hkey_Classes_Root“ über die Extension, den dort unter „(Standard)“ gemeldeten Dateityp und dort wiederum unter „shell\open\command“ manuell reparieren. Etwas einfacher ist der Weg über „Systemsteuerung -> Standardprogramme -> Dateityp […] zuordnen“.

Wenn Module Amok laufen, schalten Sie alle Makros im „Trust Center“ ab, um sie anschließend reparieren zu können.
Vergrößern Wenn Module Amok laufen, schalten Sie alle Makros im „Trust Center“ ab, um sie anschließend reparieren zu können.

Reparatur von Vorlagen und Add-ins

Wenn Sie inhaltliche Korrekturen an DOTX-Vorlagen, DOTM-Makrovorlagen in Word, XLT-Vorlagen und XLA-Makroprojekten in Excel ausführen müssen, laden Sie die Dateien direkt über „Datei -> Öffnen“. Im Windows-Explorer führt nach Rechtsklick die Option „Öffnen“ ans gleiche Ziel, während der Doppelklick nur ein neues Dokument auf Basis der Vorlage öffnet. Eine jahrelang benutzte „Normal.dotm“ enthält meist Dutzende obsoleter Formatvorlagen, die den Überblick und die schnelle Zuordnung erschweren – eine Ursache für lahmendes Word ist dergleichen aber nicht. Hier geht es meist um fehlerhafte Makros, die Sie mit der Tastenkombination Alt-F11 für alle derzeit geladenen Dateien einsehen können. Sofern VBA-Makros vorliegen, finden Sie diese unter „Module“. Diese können Sie auch ohne Verständnis des VBA-Codes einzeln testen, indem Sie alle Module mit „Ausführen -> Makro ausführen“ durchgehen.

Einen besonders kritischen Blick verdienen „Autoexec“-Makros: Diese laden Word und Excel automatisch und können bei fehlerhaftem Code den Start verzögern oder behindern. Um ganz problematische Add-ins überhaupt laden und bearbeiten zu können, schalten Sie über „Datei -> Optionen -> Trust Center -> Einstellungen […] -> Makroeinstellungen“ alle Makros vorübergehend aus.

Die besten Tipps und Tricks für Office

Office-Ordner für Vorlagen und Add-ins

Die verstreuten Verzeichnisse für automatisch geladene Module komplizieren die Analyse in Problemsituationen. Leider ändert Microsoft die Standardordner auch immer wieder von Version zu Version. Die wichtigsten Ordner unter Office 2013 sind nachfolgend aufgeführt. Dort angetroffene Dateien können Sie einfach an einen anderen Ort verschieben und dann das Ergebnis in Word und Excel testen:

„%appdata%\Microsoft\Templates\“  „%appdata%\Microsoft\Excel\XLSTART“  „%appdata%\Microsoft\Word\STARTUP\“  „%appdata%\SmartTools“ 

Dies sind die benutzerspezifischen Ordner, da die Variable „%appdata%“ diesen Pfad des aktuellen Benutzers auflöst: „\users\[Benutzer]\Appdata\Roaming“. Unwahrscheinlicher, aber ebenfalls möglich, sind global geltende Module unter „%programfiles%“:

„%programfiles%\Microsoft Office\Templates\“  „%programfiles%\Microsoft Office\Office15\STARTUP“  „%programfiles%\Microsoft Office\Office15\XLSTART“ „%programfiles%\Microsoft Office\Templates“
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