Ein installierter Virenscanner wie das Multi AV Scanning Tool schützt zwar weitgehend vor Befall. Sein Nachteil: Während das infizierte Betriebssystem läuft, sind möglicherweise Rootkits aktiv. Ein herkömmlicher Virenscanner findet eventuell weder diese Rootkits noch durch sie versteckte Schädlinge. Darum ist es ratsam, das System zusätzlich "von außen" zu scannen. Hierfür bieten sich sogenannte Live-CDs an. Diese laden beim Systemstart den Virenschutz direkt von der CD und holen sich automatisch alle benötigten Updates der Virendefinitionen aus dem Internet. Das infizierte System wird dabei gar nicht gestartet.
Eine gute, englische Gratislösung ist die F-Secure Rescue CD. Sie basiert auf dem Linux-Betriebssystem, kann aber problemlos unter Windows verwendet werden. Nach dem Herunterladen landet auf der Festplatte zunächst eine ZIP-Datei namens f-secure-rescue-cd-release-3.00.zip. Klicken Sie mit Rechts darauf und entpacken Sie diese. Öffnen Sie den neu entstandenen Ordner. Außer einer Textdatei mit Versionsinfos ("Release Notes") und einer Kurzanleitung haben Sie das ISO-Abbild vor sich. Brennen Sie dieses auf einen leeren CD-Rohling. Wie das geht, lesen Sie in der Box "ISO-Abbild brennen und ab CD starten", unten rechts.
Legen Sie die gebrannte CD im befallenen Rechner ein, fahren Sie Windows herunter und starten Sie den PC wie in der erwähnten Box beschrieben ab CD auf. Jetzt erscheint die Menüoberfläche der F-Secure Rescue CD 3.00. Wechseln Sie per Linkspfeil zu "Next" und drücken Sie Enter. Die CD lädt anschließend die Updates für die Virendefinitionen herunter. Nun akzeptieren Sie per Enter und "I Agree" die Lizenzbestimmungen.
Im nächsten Fenster könnten Sie festlegen, was gescannt werden soll: der Boot-Bereich der Festplatte (MBR) und die vorhandenen Partitionen. Normalerweise ist alles aktiviert.
Per Leertaste könnten Sie einzelne Punkte abschalten. Es empfiehlt sich aber, alles zu prüfen. Drücken Sie darum einfach Enter. Der Scan legt los und dauert je nach Anzahl und Größe der Dateien eine Weile. Am Schluss meldet die CD "Scan completed. Press Enter to see report". Drücken Sie also die Enter-Taste, um den Bericht anzuzeigen. Darin sind die gefundenen Schädlinge aufgelistet. Per Pfeiltasten können Sie im Report blättern.
Die F-Secure-CD löscht die gefundenen Übeltäter übrigens nicht, sondern ergänzt deren Dateinamen mit der Endung .virus. Damit laufen allfällige von Schädlingen stammende Programmstarteinträge ins Leere. Drücken Sie in diesem und im nächsten Dialog Enter, nun startet der Rechner neu. Nehmen Sie die CD heraus und laden Sie Windows normal. Suchen Sie nach den .virus-Dateien. Diese können Sie nun von Hand löschen.
Je nach Hardware gelingt es der F-Secure –CD nicht, die Updates automatisch aus dem Internet zu holen. Laden Sie in diesem Fall auf einem gesunden Computer das Update-Paket von http:// download.f-secure.com/latest/fsdbupdate.run manuell herunter. Tun Sie das am besten unmittelbar vor Gebrauch. Speichern Sie die Datei direkt auf einen leeren, mindestens 256 MB großen USB-Stick. Wenn Sie nun einen PC per Rescue-CD scannen, stöpseln Sie an diesem zusätzlich den USB-Stick ein.
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