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Sauber partitionieren mit dem Unity-/Mint-Setup

22.08.2014 | 12:03 Uhr |

Der Installer Ubiquity arbeitet in allen Ubuntus inklusive Linux Mint, Elementary OS oder Bodhi Linux als Setup-Tool. Trotz grafischem Komfort passieren aber immer wieder Partitionierungsfehler. So geht's richtig.

Soll ein Ubuntu-basiertes Linux als Hauptsystem auf die Festplatte oder parallel zu einem bestehenden Windows, ist Ubiquity vorbildlich einfach. Dann bietet es diese Möglichkeiten explizit an, nennt die eventuell bestehenden Betriebssysteme und sagt, welche Konsequenzen die jeweilige Option hat. Anders liegt der Fall, wenn das neue Linux auf einem externen Datenträger landen soll oder wenn die interne Festplatte so kompliziert partitioniert ist, dass Ubiquity unpräzise wird („mehrere Systeme installiert…“). Dann gilt es, Partition, Einbindungspunkt, Bootloader-Position und die Swap-Partition manuell zu erstellen.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 5/2014

Zehn Top-Systeme für den USB-Stick - der Linux-Multiboot-Stick für jeden Einsatzzweck, die besten Power-Tricks für Mint 17 - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 5/2014 .

Installationsvorbereitungen

Bei komplizierteren Partitionsverhältnissen ist es hilfreich, wenn die Laufwerke und Partitionen eine sprechende Bezeichnung („Label“) besitzen. Dies können Sie vorab mit dem Betriebssystem besorgen, mit dem Sie am besten vertraut sind. Eventuell ist es für Sie einfacher, mit diesem Betriebssystem auch vorab die Partitionierung des Zieldatenträgers vorzunehmen: Sie brauchen circa zehn GB für das System und eine weitere (Swap-)Partition mit etwa vier oder acht GB. Das alles lässt sich aber auch bestens mit dem Ubiquity-Installer einrichten.

Stecken Sie alle externen Datenträger wie USB-Sticks oder USB-Festplatten ab, die Sie für die Installation nicht benötigen, weil Sie weder als Installationsziel noch als Quelle dienen. Booten Sie dann den PC vom Installationsmedium.

Ubuntu und einige Varianten bieten neben „Ubuntu ausprobieren“ den direkten Weg zur Installation („Ubuntu installieren“). Wir empfehlen den Start des Live-Systems mit „Ubuntu ausprobieren“. Damit haben Sie ein komplettes System mit allen Werkzeugen zur Hand, das bei Zweifeln während der Partitionswahl erweiterte Mittel bereitstellt, so etwa das gnome-diskutility („Laufwerke“) oder Gparted.

Am Desktop des Live-Systems starten Sie dann die Setup-Verknüpfung, also etwa „Ubuntu 14.0.4 LTS installieren“ oder „Install Linux Mint“.

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Typische Systempartition: Wenn Sie hier die Größe um ein paar Gigabyte verringern, entsteht „Freier Speicherplatz“, den Sie anschließend als Swap-Partition definieren.
Vergrößern Typische Systempartition: Wenn Sie hier die Größe um ein paar Gigabyte verringern, entsteht „Freier Speicherplatz“, den Sie anschließend als Swap-Partition definieren.

Partitionierung und Ort des Bootloaders

Nach einigen einfachen Standarddialogen erscheint eventuell die Frage „Aktive Partitionen aushängen?“. Um sich alle Möglichkeiten offenzuhalten, antworten Sie hier unbedingt mit „Ja“. Andernfalls können Sie zwar die vorhandenen Partitionen verwenden, aber keine zusätzlichen einrichten.

Im späteren Dialog „Installationsart“ erscheint entweder ein klarer Hinweis, dass sich ein bestimmtes und eindeutig benanntes System auf dem Rechner befindet, das man entweder ersetzen kann, oder das neue System parallel installieren. Wenn die Lage eindeutig ist, können Sie die weiteren Schritte Ubiquity überlassen und etwa „Ubuntu daneben installieren“ wählen. Wir gehen hier aber davon aus, dass Sie mit dieser einfachen Methode nicht ans Ziel kommen: So etwa, wenn Sie das neue System auf einen mobilen Datenträger installieren möchten oder von mehreren installierten Systemen ein bestimmtes ersetzen möchten. Hier wählen Sie daher „Etwas Anderes“.

Laufwerksauswahl: Suchen Sie jetzt das Laufwerk (also das physische Medium) und die Partition, wo Sie das neue System installieren möchten. Bei der Laufwerkswahl hilft das Ausklappen der Geräteliste unter „Gerät für die Bootloader-Installation“. Diese Liste zeigt nämlich im Unterschied zur Partitionsliste auch die Gerätebezeichnung an – etwa „ATA WDC…“, „Toshiba Store…“ oder „JetFlash…“, woran Sie den Datenträger leichter erkennen. Ziehen Sie, um sicher zu gehen, Gparted zu Rate: Unter „Ansicht“ („View“) erhalten Sie hier die Modellbezeichnungen der Geräte.

Nehmen wir an, Sie möchten eine Ubuntu-Variante auf die erste Partition eines USB-Laufwerks installieren, so wird die Gerätebezeichnung zum Beispiel „sdb1“ lauten – „sdb“ für den zweiten Datenträger nach der internen Platte „sda“, die Ziffer „1“ für dessen erste Partition. Markieren Sie diese Partition in der Laufwerksliste des Dialogs „Installationsart“ und löschen Sie diese mit dem Minus-Symbol (-). Danach erscheint unter „dev/sdb“ ein „Freier Speicherplatz“, den Sie nun mit dem Plus-Symbol (+) neu einrichten.

Systempartition: Im Unterdialog „Partition erstellen“ ist oben die Gesamtgröße der Partition voreingestellt. Verwenden Sie nicht diese Gesamtgröße, weil Sie ja noch eine Swap-Partition unterbringen müssen (die ist zwar nicht zwingend, aber doch zu empfehlen). Reduzieren Sie daher neben „Größe“ den MB-Wert um circa vier GB, also etwa 4000 MB. Als „Typ der neuen Partition“ wählen Sie „Primär“, wenn Ihnen vier Partitionen auf diesem Datenträger ausreichen. Position ist am „Anfang dieses Bereichs“, Dateisystem vorzugsweise „Ext4“. Neben „Einbindungspunkt“ klappen Sie die Dropdown-Liste aus und wählen „/“.

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Sorgfältig prüfen! Das System soll auf den USB-Stick „/dev/sdb“. Dateisystem und Einhängepunkt auf „/sdb1“ sind korrekt, „geswappt“ wird auf „/sdb2“, und der Bootloader landet ebenfalls auf „/sdb“.
Vergrößern Sorgfältig prüfen! Das System soll auf den USB-Stick „/dev/sdb“. Dateisystem und Einhängepunkt auf „/sdb1“ sind korrekt, „geswappt“ wird auf „/sdb2“, und der Bootloader landet ebenfalls auf „/sdb“.

Swap-Partition: Zurück im Hauptdialog „Installationsart“ gibt es jetzt unter der Gerätebezeichnung (also etwa unter „/dev/sdb“) die neue Partition („/dev/sb1“) und den Eintrag „Freier Speicherplatz“. Diesen Platz haben Sie vorher freigeschlagen, indem Sie die Größe der Systempartition verkleinert haben. Wenn Sie diesen Eintrag markieren und wieder auf das Plus-Symbol (+) klicken, erscheint erneut der Unterdialog „Partition erstellen“, wo Sie jetzt den gesamten verfügbaren Speicherplatz, ferner „Primär“ und neben „Benutzen als“ die Option „Auslagerungsspeicher (Swap)“ wählen. Die Wahl des Einbindungspunktes entfällt dann automatisch und wird ausgeblendet.

Bootloader: Wieder zurück im Hauptdialog „Installationsart“ steht die letzte wichtige Entscheidung unter „Gerät für die Bootloader-Installation“ an. Das ist der Ort, wo der Grub-Bootloader eingerichtet werden soll. Voreingestellt ist hier die erste interne Festplatte („/dev/sda“). Das ist aber nicht immer günstig: So soll etwa der Bootloader einer Linux-Installation auf externem USB-Datenträger auch auf einem anderen PC erkannt werden – nicht nur auf dem, wo Sie gerade installieren. Ferner ist es irritierend, wenn ein System im Grub-Bootmenü angezeigt wird, obwohl der passende Datenträger gar nicht angeschlossen ist.

Daher schreiben Sie in diesem Fall den Bootloader besser explizit auf den externen Datenträger. Das ist dann nicht „dev/sda“, sondern je nach Situation „dev/sdb“ oder „dev/sdc“. Die Dropdown-Liste zeigt neben der „dev“-Gerätebezeichnung auch das Datenträgermodell und erleichtert damit die Suche.

Anmerkung: Wenn Sie den Bootloader eines mobilen Systems wie geschildert auf den mobilen Datenträger schreiben, wird dieser später beim Booten auch die Betriebssysteme der internen Festplatte anbieten: Grub sucht standardmäßig auf allen verfügbaren Medien nach Systemen, die es dann in seine Konfiguration einträgt. Beachten Sie, dass diese zusätzlichen Einträge im Bootmenü natürlich obsolet sind, wenn Sie das mobile Linux auf anderen PCs booten. Das relevante System ist aber leicht zu erkennen: Es erscheint immer an oberster Stelle und ist zugleich das Standardsystem, das nach der Wartezeit automatisch startet.

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