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Sardu - Multiple Live-DVDs auf einen USB-Stick packen

04.10.2016 | 10:40 Uhr |

Das Gratis-Tool Sardu vereint mehrere bootfähige Rettungssysteme bequem auf einem USB-Stick. Wir zeigen Ihnen, wie man es nutzt.

Die Freeware SARDU (Shardana Antivirus Rescue Disk Utility, www.sarducd.it/de ) macht aus einem USB-Stick ein multi-bootfähiges Allround-Werkzeug, indem Sie aus über 100 Live-Systemen in verschiedenen Rubriken Ihre persönlichen Favoriten auswählen und in einem Rutsch auf den Stick übertragen. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass Sie die entsprechenden Live-CDs direkt über den Assistenten herunterladen und auf den Stick integrieren können, ohne wissen zu müssen, wie Multi-Boot-Systeme auf Basis von Linux funktionieren. Sardu umfasst verschiedene Rettungs-CDs und kann diese zu einem Multi-Boot-System zusammenfassen. Dazu wählen Sie im Assistenten einfach aus der Vielzahl an Systemen diejenigen aus, die Sie benötigen.

Sardu ohne Installation starten

Entpacken Sie das Dateiarchiv in ein beliebiges Verzeichnis auf der Festplatte, etwa „C:\Sardu“. Öffnen Sie mit der Tastenkombination Windows E den Windows Explorer und wechseln Sie in das zuvor angelegte Sardu-Verzeichnis. Starten Sie das Programm per Doppelklick auf die Datei „sardu_3.exe“. Lesen Sie die Lizenzbestimmungen, setzen Sie ein Häkchen vor „Unterstand and agree“ und drücken Sie den Button „Ok“. Sie werden nun zu einer kostenlosen Registrierung aufgefordert. Dazu klicken Sie im entsprechenden Hinweisfenster auf „Yes“. Automatisch wird die Sardu-Webseite im Browser geöffnet. Vervollständigen Sie die Eingabefelder, bestätigen Sie die Lizenzbestimmungen mit einem Klick auf „I accept“ und drücken Sie dann den Button „Send“. In der Sardu-Oberfläche klicken Sie in der Menüleiste auf „Register“ und übernehmen Sie „Name“ und „Serial key“ aus der zugesendeten E-Mail. Klicken Sie auf „Register -> OK“, um die Registrierung abzuschließen.

Optional können Sie für 9,90 Euro eine Jahreslizenz der Sardu Pro-Version erwerben. Sie bietet erweiterte Funktionen, beispielsweise das Testen eines gerade erstellten Multi-Boot-Mediums mithilfe der integrierten Virtualisierungs-Software Qemu. Weiterhin unterstützt Sardu Pro PCs mit UEFI-BIOS (Unified Extensible Firmware Interface), die automatische Aktualisierung der Datenbank mit den Live-Systemen sowie Such- und Filterfunktionen. Zudem lassen sich bis zu fünf Systeme gleichzeitig laden, Rettungssysteme auf Basis von Windows PE integrieren sowie Windows als Setup einbinden. Für einen ersten Einstieg ist die kostenlose Version von Sardu ausreichend, mehr Komfort und Aktualität bietet die Pro-Version von Sardu.

Die 39 besten Live-System für Sardu

Die bevorzugten Live-Systeme zum Download auswählen

Ihre erste Aufgabe besteht nun darin, die gewünschten Live-CDs einzubinden. Die Software-Auswahl erfolgt in Sardu über die Buttons auf der linken Seite – „Antivirus“, „Utility“, „Linux Live“ und „Windows“. Sie färben sich beim Darüberfahren mit der Maus gelb ein. Der Bereich „Extra“ steht nur in der Pro-Version zur Verfügung. Darunter gibt es den Download-Bereich sowie die Report-Funktion. Die Live-Systeme der ersten drei Kategorien lädt Sardu direkt aus dem Internet.

Hinweis: Sollten Sie in Ihrem Software-Archiv bereits ISO-Dateien abgelegt haben, können Sie diese selbstverständlich verwenden und brauchen sie nicht erneut aus dem Internet zu laden. Kopieren Sie die jeweiligen ISO-Dateien in das Sardu-Unterverzeichnis „ISO“. Eventuell ist ein Neustart des Tools notwendig, damit Sardu die jeweiligen Live-Systeme erkennt und zur Installation auswählen kann.

Klicken Sie im linken Fensterbereich auf den Button der gewünschten Rubrik, also etwa „Antivirus“. Im mittleren Fensterbereich werden die verfügbaren Live-Systeme in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Zur Auswahl eines Systems setzen Sie einfach ein Häkchen hinter den entsprechenden Eintrag.

Wenn sich bei einem Live-System kein Häkchen setzen lässt, dann ist die benötigte Installationsdatei noch nicht vorhanden. In so einem Fall klicken Sie das erste kleine Icon hinter dem Namen des Live-Systems an. Sardu startet dann den Download der benötigten Installationsdateien aus dem Internet. Ein Klick auf das zweite Icon öffnet die Download-Seite der entsprechenden ISO-Datei im Browser.

Die von Ihnen in den einzelnen Rubriken ausgewählten Live-Systeme werden von Sardu aus dem Internet geladen und im „ISO“-Unterverzeichnis von Sardu abgelegt.
Vergrößern Die von Ihnen in den einzelnen Rubriken ausgewählten Live-Systeme werden von Sardu aus dem Internet geladen und im „ISO“-Unterverzeichnis von Sardu abgelegt.

Die Seite öffnet sich übrigens auch, sollte der Anbieter des Live-Systems keinen Download anbieten. Sie können die Imagedatei dann manuell laden und anschließend in den Sardu- Unterordner „ISO“ kopieren. Liegt der Download der ISO-Datei nur als Archiv vor, müssen Sie es manuell in den ISO-Ordner entpacken. Klicken Sie sich nun nacheinander die gewünschten Live-Systeme zusammen. Sie landen zunächst in einer Download-Liste. Den Sammel-Download starten Sie mit einem Klick auf das entsprechende Icon im linken Fensterbereich und Klick auf den grauen „Start“-Balken oben. Sardu lädt die Datei herunter. Sie sehen den aktuellen Status am Ladebalken.

Mehr Infos entnehmen Sie dem Report, den Sie über das Icon links unten aufrufen. Sind bereits Systeme ausgewählt, sehen Sie, wie groß die Datenmenge des Multi-Boot-Systems ist. Zusätzlich überprüfen Sie hier, wie viel Speicherplatz auf dem USB-Stick noch frei ist.

Zusatz-Tools: Ergänzend zu den ausgewählten Live-Systemen installiert Sardu einige kleinere Boot-Tools, die nicht in der Software-Auswahl des Programms auftauchen. Dazu zählen das Diagnosesystem Hardware Detection Tool und der Speichertest Memtest86+ . Zudem sind die Dateiretter Testdisk und Photorec sowie die Lilo Password Recovery Tools enthalten. All diese Systeme finden Sie später im Sardu-Boot-Menü in der Rubrik „Tools“.

Eigene Dateien einbinden: Zu den von Sardu vorgegebenen Inhalten fügen Sie dem Multi-Boot-System eigene Dateien hinzu. So landen etwa Anleitungen und portable Windows-Tools auf dem USB-Stick. Alle Dateien, die Sie in den Sardu-Unterordner „ISO\Extra“ kopiert haben, landen beim Erstellen des USB-Sticks im Unterordner „Extra“. Ein Klick auf das Icon im linken Fensterbereich zeigt die Inhalte.

Windows PE einbinden: Klar, dass Sardu keine Windows-Systeme aus dem Internet laden kann. Doch die lassen sich auch einfach selbst erstellen und einbinden. Der kostenlose Aomei PE Builder bringt alle nötigen Funktionen mit, um eine bootfähige DVD mit Windows PE zu erstellen. Außerdem lassen sich Programme und Dateien mit auf den Datenträger schreiben. Weitere Infos lesen Sie hier .

Portables Linux: So packen Sie es auf einen USB-Stick

Multi-Boot-Stick vorbereiten und ausgewählte Inhalte übertragen

Klicken Sie nach dem Download die Live-Systeme zusammen. Ist eine ISO-Dateien für das gewünschte System auf der PC-Festplatte im „ISO“-Ordner vorhanden, dann wird das durch ein weißes Häkchen in einem blauen Kasten signalisiert. Außerdem wird der vollständige Pfad zur ISO-Datei angezeigt. Setzen Sie ein Häkchen vor die Systeme, die auf dem Multi-Boot-Stick landen sollen. Klicken Sie rechts oben auf „Search USB“. Sardu prüft nun, welche angeschlossenen Wechseldatenträger für eine Installation infrage kommen und zeigt sie im Aufklappfeld darunter an.

Boot-Stick schreiben: Klicken Sie auf die große Schaltfläche mit dem USB-Stick. Bestätigen Sie die englischsprachige Frage, ob Sie einen bootfähigen Stick erstellen wollen, mit einem Klick auf „Yes“. Sardu kopiert im Anschluss alle erforderlichen Dateien auf den USB-Stick. Über die blauen Balken erkennen Sie den Fortschritt, getrennt nach System und der gesamten Aufgabe. Die Installation ist beendet, sobald sich die Infozeile am unteren Rand des Fensters gelb-grünlich einfärbt.

Testen: Bevor Sie das soeben erstellte USB-Medium in einem echten PC testen, können Sie dies auch in einem virtuellen PC tun. Dazu bringt Sardu die freie Virtualisierungs-Software Qemu mit. Im Menü „Qemu“ klicken Sie auf „Test USB“ und folgen den Anweisungen.

Nach dem Booten vom Sardu-USB-Stick erscheint das Menü. Hier wählen Sie eine Rubrik wie „Antivirus“ oder „Utilitys“ und anschließend ein Live-System aus.
Vergrößern Nach dem Booten vom Sardu-USB-Stick erscheint das Menü. Hier wählen Sie eine Rubrik wie „Antivirus“ oder „Utilitys“ und anschließend ein Live-System aus.

Multi-Boot-Stick starten und Live-Systeme auswählen

Stecken Sie den Multi-Boot-USB-Stick an einem PC an und starten Sie neu. Sind die Boot-Einstellungen korrekt auf einen USB-Stick festgelegt oder haben Sie mithilfe einer Bios-Auswahl gestartet, erscheint nach wenigen Sekunden das Sardu-Boot-Menü. Bewegen Sie die Auswahl mit den Pfeiltasten nach unten beziehungsweise nach oben und drücken Sie die Eingabetaste, um eines der vorhandenen Live-System zu starten. Für den anschließenden Start eines anderen Live-Systems vom USB-Stick starten Sie den Rechner neu und treffen Sie eine neue Auswahl.

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