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Salent-OS 14.04 - die Lubuntu-Alternative

13.08.2014 | 12:05 Uhr |

Salent-OS ist eine kompakte Ubuntu-Variante, die ein aktuelles Ubuntu 14.04 LTS mit einem Openbox-Desktop kombiniert. Damit eignet es sich für schwächere Hardware, für die ansonsten nur Lubuntu in Frage käme.

Darf es etwas weniger sein? Während viele inoffizielle Ubuntu-Varianten wie Bodhi der Basis-Distribution etwas hinzufügen, geht es bei dieser Ubuntu-Zusammenstellung aus Italien um Reduktion. Salent-OS präsentiert Openbox auf dem Desktop, das auch unter LXDE als Window-Manager im Hintergrund arbeitet. Die üblichen Komponenten von LXDE wie das LXpanel fehlen jedoch und wurden mit anderen, schlankeren Komponenten ersetzt. Die Besonderheit von Salent-OS ist der Verzicht auf eigene Repositories. Es verwendet nur Standard-Paketquellen von Ubuntu und wird damit ebenfalls bis 2019 mit Aktualisierungen versorgt sein.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 5/2014

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Desktop: Openbox statt LXDE

Im Gegensatz zu Lubuntu ist die Arbeitsfläche von Salent-OS nicht schlicht gehalten, sondern opulent und liefert eine Mischung von Komponenten und Programmen anderer Desktop-Umgebungen. Während das Anwendungsmenü, das sich per Rechtsklick auf den Hintergrund öffnet, sowie das obere Panel mit Tint 2 typische Openbox-Elemente sind, ist der Einstellungsdialog und der Powermanager von XFCE übernommen. Der Desktop liegt teilweise in Englisch vor und ist nicht komplett nach Deutsch übersetzt. Für dezente Effekte, die auch ohne 3D-fähige Grafikkarte funktionieren, sorgt der Composite-Manager „Compton“.

Wenig vorinstallierte Software

Der Dateimanager ist wie in Lubuntu Pcfmanfm, und als Browser ist Chromium 34 vorinstalliert. Davon abgesehen liefert Salent-OS kaum Programme mit. Eine Arbeitsumgebung mit den gewohnten und benötigten Anwendungen muss sich hier jeder selbst noch zusammenstellen. Dazu gibt es den grafischen Paketmanager Synaptic als Front-End für APT. Das Ubuntu Software Center bleibt außen vor, kann aber mit

sudo apt-get install softwarecenter

in der Kommandozeile nachinstalliert werden.

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Fazit: charmant, aber mit Kanten

Mit Salent-OS hat der Entwickler seine persönlich Vorstellung eines optimalen Ubuntu-Systems umgesetzt – zunächst für den eigenen Bedarf. Der resultierende Desktop ist eine Stilmischung, die ihre Komponenten aus verschiedenen Arbeitsflächen zusammenstellt und deshalb weniger stimmig und rund wirkt wie etwa Lubuntu oder Xubuntu, die von einer größeren Community gepflegt werden. Für Ubuntu-Anwender aber, die aus Performance-Gründen ein pures Openbox bevorzugen, ist Salent-OS eine gelungene Distribution, die viel eigene Konfigurationsarbeit erspart.

Salent-OS fühlt sich auf alten Rechnern zu Hause. Die Hardware-Voraussetzungen sind etwa die gleichen wie für Lubuntu LTS. Das System ist mit 256 MB RAM zufrieden, zudem ist eine CPU ab einem GHz mehr als ausreichend für den Desktop. Beachten Sie, dass der Speicherbedarf von LXDE mit der Zahl der gestarteten Anwendungen deutlich steigt, da es die Programmbibliotheken erst noch laden muss. Das Installationsprogramm ist mit dem Installer von Ubuntu identisch und kann eine komplett verschlüsselte Installation mittels Cryptsetup-Luks durchführen. Auf der Festplatte benötigt Salent-OS mindestens 4,4 GB.

Website: http://salentos.it
Dokumentation: http://salentos.it/support-wiki.php

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