4804

DFB praktiziert Software als Service

19.06.2008 | 10:01 Uhr |

Der Deutsche Fußball-Bund unterstützt seine Mitglieder durch eine Lösung, die nach dem SaaS-Prinzip funktioniert: Anwendungen für die Spielplanung, Spielberichterstattung und Teile der Verwaltung werden über das Internet zur Verfügung gestellt.

Mit seinen 6,5 Millionen Mitgliedern gehört der DFB zu den größten Sportverbänden der Welt. Und seine Mitglieder sind durchaus aktiv. Jedes Wochenende wird in Deutschland gekickt – von Kindern im Vorschulalter bis hin zu den Altherrenmannschaften. Im DFB sind 27 Landes- und Regionalverbände mit rund 26.000 Vereine organisiert. Gute zwei Millionen Spieler praktizieren in etwa 18.000 verschiedenen Ligen mit über 170.000 Mannschaften den Volkssport Nr.1 und kämpfen um Meisterschaften und Aufstiege. Bei den bis zu 70.000 Spielen pro Woche kommen eine Menge Informationen zusammen – von den Ergebnissen über die Namen der Spieler, Trainer und Schiedsrichter bis hin zu den Funktionären und die Vereinsverwaltung.

Die Hilfe des DFB besteht darin, den Mitgliedern über sein DFBnet eine Web-Anwendung zur Verfügung zu stellen, die deren Arbeit vereinheitlicht und vereinfacht. Sie beinhaltet die Module "DFBnet Lizenz", "DFBnet Pass" und "DFBnet Verband", die über dasselbe Portal zugänglich sind und dieselbe zentrale Datenbank nutzen. Verbandsfunktionäre können damit Spielberichte, Spiel- und Schiedsrichteransetzungen einheitlich übermitteln sowie alle anfallenden Verwaltungsvorgänge im Verband Internet-basiert abwickeln. Die Fußballvereine können zudem mit "DFBnet Verein" Alltagsaufgaben wie Mitglieder- und Beitragsverwaltung standardisiert erledigen.

Papierberge abzuschaffen stand schon in den 90er Jahren auf der Agenda der Verbände und viele von ihnen hatten eigene Softwarelösungen entwickelt. Allerdings fehlte die klare Linie: Jeder Landesverband hatte eigene Herangehensweisen, jeder Club eine andere Applikation im Einsatz. 2002 gründete der Deutsche Fußball-Bund mit der DFB Medien als hundertprozentige Tochtergesellschaft ein Systemhaus, das sich als Auftragsdienstleister fortan um die Entwicklung einheitlicher Software kümmern und diese später dann den Verbänden und Vereinen als selbstständiger SaaS-Anbieter zur Verfügung stellen sollte. Seit Oktober 2007 ist das Großprojekt - die gemeinsame Datenbasis DFBnet - in den Kernkomponenten abgeschlossen.

Mit dem Modul DFBnet Lizenz lassen sich seit vier Jahren die Lizenzen der Trainer und der Schiedsrichter verwalten und entsprechende Ausweise ausstellen. DFBnet Pass kam im Sommer 2005 hinzu und lieferte analog dazu ein System für die Verwaltung von Spielerpässen samt Spielberechtigungen. Diese Aufgaben waren bis zu diesen jeweiligen Zeitpunkten von verbandseigenen Softwarelösungen angegangen worden, die aber insbesondere die übergreifende Zusammenarbeit, beispielsweise beim internationalen Spielerwechsel oder bei einem Wechsel über Verbandsgrenzen hinweg, nicht elektronisch unterstützen konnten.

"Die föderalen Strukturen der Verbandswelt und die unterschiedlichen Anforderungen der Verbände haben manchen Kompromiss in der Vorgehensweise gefordert", so Kurt Gärtner, Geschäftsführer von DFB Medien. So wurden zunächst die Lösungen entwickelt, die die Verbände noch nicht in Eigenregie umgesetzt hatten, erst anschließend die bereits vorhandenen Prozesse standardisiert. "Aus systemtechnischer Sicht wäre eine andere Reihenfolge der zu programmierenden Anwendungen einfacher gewesen, da so immer wieder mit Schnittstellen und Übergangslösungen operiert werden musste", räumt Gärtner ein.

0 Kommentare zu diesem Artikel
4804