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Mehr Platz auf der SSD

23.08.2012 | 11:20 Uhr |

Eine SSD hängt jede Festplatten ab. Allerdings zu einem Preis: Bezahlbare SSDs bieten wenig Platz. Wer auf eine SSD setzt, muss die Daten von Betriebssystem, Programmen und Dateibeständen gut organisieren.

SSDs sind schnell und glänzen mit Zugriffszeiten die im Vergleich zu Festplatten um den Faktor hundert kürzer sind. Auch mit viermal schnelleren Schreib- und Leseraten wird jede Festplatte deklassiert. Bezahlbare SSDs bieten allerdings nur einen Bruchteil des Speicherplatzes einer Festplatte. Zwar sinken für SSDs langsam die Preise pro Gigabyte: Bei einem erschwinglichen 120-GB-Modell mit Sandforce-Controller war das Gigabyte Mitte 2012 immerhin schon für 1,20 bis 1,40 Euro zu haben. Trotzdem bleiben die SSDs teure Speichermedien - denn hier geht es vornehmlich um Geschwindigkeit, nicht aber um Speicherplatz. Richtig große SSDs bleiben eine teure Investition und ein halbes Terabyte ist erst für knapp unter 400-Euro zu haben.

Festplatte (rot) und SSD (grün) mit Beispielmessungen im Vergleich.
Vergrößern Festplatte (rot) und SSD (grün) mit Beispielmessungen im Vergleich.

Viele Anwender kaufen eine SSD, um gezielt den PC und das Notebook zu beschleunigen und nicht um riesige Datenbestände darauf zu speichern.Wer auf eine SSD setzt, muss deshalb mit dem verfügbaren Platz haushalten und die Daten von Betriebssystem, Programmen und Dateibeständen gut organisieren.

Zusätzlicher Speicherplatz: Strategien für PC und Notebook

Eine typische SSD hat derzeit zwischen 100 und 120 GB und das entspannt die Lage schon etwas, da immerhin für Windows und auch für eine stattliche Anzahl installierter Programme Platz ist. Wenn eine ältere und besonders günstige, kleinere SSD zum Einsatz kommt, ist schon etwas mehr Disziplin gefragt. Einige einfache Strategien helfen dabei, den Platz optimal zu nutzen. In jedem Fall wird dazu ein weiterer, größerer Datenträger benötigt, um Dateien von der SSD auszulagern.
 
Größere, interne Festplatte: In einem PC ist genügend Platz für mehrere Festplatten und die SSD kann hier ganz gezielt für das Betriebssystem und für installierte Programme eingesetzte werden. Denn damit profitiert das System am stärksten von den Geschwindigkeitsvorteilen der SSD. Windows startet in wenigen Sekunden und auch umfangreiche Programme wie etwa Photoshop starten flott. Alles anderen Daten, also der persönliche Datenbestand, Dokumente und Mediendateien, kommen einfach auf eine herkömmliche Festplatte.
 
Externe Festplatte als portables Archiv: Bei Notebooks gibt es die Möglichkeit einer zweiten, schnellen SATA-Festplatte nicht. Die wenigsten Notebooks, die den Namen auch verdienen, haben einen zweiten Schacht für eine weitere Festplatte. Hier ist eine andere Strategie gefragt. Von einer externen Festplatte, die Sie über USB 2.0/3.0 oder eSATA bei Bedarf an das Notebook anschließen, haben Sie einen doppelten Nutzen: Zum einen lagern Sie selten benötige Daten auf ein großzügiges und günstiges Speichermedium aus, etwa um Platz auf einer internen SSD machen. Zum anderen dient die externe Platte als zuverlässiges Backup, das zu hause bleibt, wenn Sie mit dem Notebook unterwegs sind.   Ein sicheres Backup ist Pflicht und Sie sollten auf eine externe Festplatte nur dann verzichten, wenn Sie ihre Daten sowieso über das Netzwerk auf einem anderen PC oder NAS-Speicher sichern. Beim Einbau einer SSD kann die frei gewordene Platte zukünftig mit einem externen Gehäuse umfunktioniert werden.  Ein Gehäuse mit abwärtskompatiblen USB 3.0 kostet etwa 10 Euro, mit eSATA-Anschluss rund das Doppelte. In der Praxis erreicht USB 3.0 eine fünfmal schnellere Übertragungsrate als USB 2.0 und ist abwärtskompatibel. Mit eSATA sind sogar etwas höhere Geschwindigkeiten möglich.

Externe 1TB-Festplatte mit USB-Anschluss
Vergrößern Externe 1TB-Festplatte mit USB-Anschluss
© David Wolski

Großzügig dimensionierter USB-Stick: Beim Einsatz einer SSD im Notebook ist es nicht komfortabel, unterwegs eine externe Festplatte und möglicherweise auch noch ein Netzteil dafür einzusetzen. Die Mobilität des Notebooks würde zu sehr leiden. Stattdessen empfiehlt sich hier als externer Datenspeicher ein großzügiger USB-Stick. Ein richtig großer USB-Stick mit 32 GB ist inzwischen für 30 Euro zu haben (Stand 2012). Für Dokumente und Fotos ist dies schon ansehnlich und auch einige Videodateien haben auf Sticks dieser Größe Platz. Sie vermeiden damit Speicher-Engpässe auf der SSD, wenn diese schon recht voll ist. USB 3.0 kostet kaum mehr und bringt auch hier Geschwindigkeitsvorteile. Allerdings fallen diese geringer aus, da der Flash-Speicher von Sticks nicht für hohe Datentransferraten optimiert ist. Mehr als die doppelte Geschwindigkeit wie USB 2,0 ist hier nicht drin (etwa 50 MB/s). Für den Zugriff auf weitgehend statische Dateiarchive, etwa Filmsammlungen, ist das völlig ausreichend und schafft Platz auf der SSD.

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