SMS-Alternativen

Whatsapp & Co.: Das Ende der SMS?

Donnerstag den 19.07.2012 um 10:09 Uhr

von Peter Stelzel-Morawietz

Bildergalerie öffnen Whatsapp verschickt Textnachrichten schnell und kostenlos - und das sogar ins Ausland
© http://www.whatsapp.com/
Obwohl die Anzahl verschickter Kurznachrichten ständig steigt, gilt die SMS als tot: Zu teuer, zu unflexibel, zu wenige Funktionen. Viele Smartphone-Besitzer nutzen deshalb mobile Gratis-Messenger wie Whatsapp. Die Mobilfunk-Provider müssen reagieren.
Bis zu 30 Cent für 160 Zeichen – das ist bei vielen Mobilfunkprovidern immer noch der Standardtarif für eine SMS. Schreibt man ein paar Mal hin und her, kommen in kürzester Zeit schnell einige Euro zusammen. Bei den Providern klingelten jahrelang dank mittlerweile mehr als 40 Milliarden jährlich verschickter SMS in Deutschland die Kassen. Damit waren die kurzen Nachrichten 15 Jahre lang regelrecht ein Goldesel, der die Einnahmen nur so sprudeln ließ. Die Kunden nahmen es gelassen, Firmen und Geschäftsleute zahlten brav die Gebühren. Die Geschichten überschuldeter Jugendlicher, die ihre Handykosten nicht in den Griff bekamen, sind legendär.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Zwar steigt die Zahl der Kurznachrichten weiter zwischen zehn und 20 Prozent pro Jahr, weil das Versenden per Smartphone einfacher und schneller geworden ist. Das aber schlägt sich nicht mehr in den Erlösen der Provider nieder, denn dank SMS-Flatrates und kostenlosem netzinternen Versand zahlen nur wenige die nominell hohen Tarife.

SMS galt als Goldesel: Die Provider haben geschlafen

Laut Branchenverband Bitkom hat jeder Bundesbürger mit Handy im vergangenen Jahr rund 700 SMS verschickt, dafür aber im ganzen Jahr weniger als 25 Euro bezahlt.

Die Zahl der verschickten SMS steigt weiter an, die Erlöse
sinken aber drastisch.
Vergrößern Die Zahl der verschickten SMS steigt weiter an, die Erlöse sinken aber drastisch.
© BITCOM

Doch auch bei zwei Euro fragen sich immer mehr Menschen, weshalb sie das Geld für einen Service bezahlen sollen, den es woanders zum einen kostenlos und zum zweiten viel bequemer gibt. Wer nämlich ein Smartphone besitzt, kann das in vollem Umfang nur mit einer Flatrate für mobiles Internet nutzen. Ist man aber ohnehin ständig online, lassen sich Nachrichten statt per SMS auch mit einem mobilen Instant Messenger austauschen. Ganz so, wie man es mit ICQ, Yahoo Messenger und Co. auf dem Desktop-PC schon seit den 1990er Jahren kann.



Mobile Messenger-Apps wie Whatsapp und IM+: Einfach

Diese Chatprogramme mit Push-Funktion erleben gerade auf dem Smartphone einen rasanten Aufwind. Erstens passen sie in die Zeit, weil vor allem viele jüngere Menschen sowieso fast alles mit ihrem mobilen Begleiter erledigen. Zweitens aber bieten die Apps den unschätzbaren Vorteil, wie bei der SMS sofort mit anderen in Kontakt treten zu können. Während man nämlich beim traditionellen Instant Messenger eine spezielle Nummer oder den Nicknamen seines Partners benötigte, arbeiten die meisten mobilen Apps mit den Handynummern – und die sind ohnehin im Telefonbuch gespeichert. Im einfachsten Fall also liest die Messenger-App die eigenen Kontakte aus und zeigt gleich den Statuts beim neuen Dienst an.

Whatsapp prüft automatisch im Handytelefonbuch, wer von
den Kontakten sie bereits nutzt.
Vergrößern Whatsapp prüft automatisch im Handytelefonbuch, wer von den Kontakten sie bereits nutzt.

Insbesondere der Umstand, dass keine neue Kontaktliste erforderlich ist, ist einer der Gründe, warum Whatsapp hierzulande so erfolgreich ist. Daneben ist die Nutzung der Messenger-App abgesehen von minimalen Ausgaben kostenlos: In iTunes kostet der Kauf von Whatsapp einmalig 79 Cent. Auf Android-, Symbian- und Windows Phone-Geräten ist die Nutzung im ersten Jahr gratis, danach beschränken sich die Nutzungsgebühren auf rund 80 Cent – pro Jahr. Blackberry-Nutzer nutzen Whatsapp vollkommen kostenlos. Schließlich funktioniert die App plattformübergreifend: Egal ob iOS, Android, Windows Phone, Blackberry oder Symbian. Das Tool läuft damit auf so gut wie allen Smartphones, Anwender müssen somit keine Einschränkungen hinnehmen, nur weil die Freunde das „falsche Handy“ haben.

Donnerstag den 19.07.2012 um 10:09 Uhr

von Peter Stelzel-Morawietz

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