28.02.2009, 13:01

Margit Kuther

Monitortechnik

SED-Technik: Konkurrenz durch neue Röhren

Der alte Röhrenbildschirm hat ausgedient. Nicht wegen der Bildqualität, denn hier sticht er LCDs und Plasmas auch heute noch aus – sondern vor allem wegen seiner großen Stellfäche. Canon entwickelt daher seit 1986 die SED-Technik (Surface-Conduction-Electron-Emitter-Display).
Anders als die herkömmlichen Röhrenboliden mit einem Elektronenstrahl setzt SED auf eine große Anzahl Emitter (Strahler). Die Miniröhren sind wie die Pixel auf einem LCD-Panel nebeneinander angeordnet, wobei für jede eine eigene Elektronenquelle zur Verfügung steht. Auch bei der SED-Technik setzt sich jeder Bildpunkt aus drei Subpixeln der Farben Rot, Grün und Blau zusammen. Der Bildpunkt entsteht in einer Vakuumzelle, in der eine Elektrode unter einer Spannung Elektronen auf eine Phosphorschicht auf einer Glasplatte schießt, die dann entsprechend ihrer chemischen Zusammensetzung in einer Farbe leuchtet.
Vorteile: Große, brillante Displays
SEDs setzen auf eine große Anzahl von Elektronenstrahlen. Dadurch können sie in Großformatbildschirmen eingesetzt werden. Zudem treten anders als beim Einstrahl-Röhrenfernseher keine Bildfehler auf. Die Geräte profitieren vom raschen Bildaufbau, der Leuchtkraft, Kontraststärke und Farbintensität der Röhrentechnik.
Nachteil: Gefahr der Implosion
Bei SEDs besteht wie bei herkömmlichen Röhrenbildschirmen die Gefahr der Implosion, also des Zusammenfalls der Vakuumzellen. Anders als bei den klassischen Röhren bedeutet das allerdings keine Gefahr für den Anwender, sondern ist nur ein Geräteschaden.
Einsatz und Trend
SEDs sollen hauptsächlich in Fernsehern und Monitoren eingesetzt werden. Es gibt sie aber noch nicht in Serienproduktion. Und damit ist so bald auch nicht mehr zu rechnen. Wenn sie auf den Markt kommen, müssen sie sich zudem erst einmal gegen die etablierten Techniken LCD und Plasma durchsetzen. Inwieweit sie damit Erfolg haben werden, bleibt Spekulation.
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