01.10.2004, 08:39

Andreas Kroschel, Thorsten Eggeling, David Wolski

Runde 5: Multimedia

Musik- und Filmwiedergabe gehören zu den Standardaufgaben, die ein Betriebssystem bewältigen muss. Dazu kommen einfache Funktionen für die Bildbearbeitung - und ein Tool für den Videoschnitt ist natürlich auch praktisch.
Audio und Video
Die zentrale Anwendung für die Audio- und Videowiedergabe unter Windows ist der Windows Media Player (WMP). Das Programm übernimmt die Verwaltung der Multimedia-Dateien und spielt viele gängige Formate ab. Allerdings unterstützt es weder MPEG2 noch Divx und spielt weder SVCDs noch DVDs ab. Passende Codecs und Abspielprogramme muss der Anwender selbst nachrüsten.

Unter Suse Linux 9.1 ist Kaffeine das Pendant zum WMP. Zusätzlich ist noch der äußerlich an Winamp orientierte Xmms als alternativer Audio-Player installiert. Kaffeine kann VCDs, SVCDs und nicht kopiergeschützte DVDs abspielen. Einen legalen DVD-Player für kopiergeschützte DVDs gibt es für Linux bisher nicht. Wer beispielsweise auch Divx-Filme ansehen möchte, benötigt zusätzliche Software. Das sind ein paar zusätzliche Bibliotheken, Sie behalten also Ihren gewohnten Player. Infos und Downloads gibt es beispielsweise hier. Kein System kommt aber ohne zusätzliche Software aus, deshalb:
Wertung: unentschieden
Videobearbeitung
Für einfachen Videoschnitt genügt bereits der Windows Movie Maker aus dem Lieferumfang von Windows XP. Das Programm kann jedoch nur Filme im WMV-Format speichern. Wer mehr will, kann unter Windows zahlreiche kommerzielle und kostenlose Programme für die Videobearbeitung einsetzen.

Unter Linux ist die Auswahl in diesem Bereich weniger gut. Suse liefert eine Demoversion von Main Actor 5.2 mit. Die Vollversion für Linux und Windows kostet 199 Euro. Die Demo ist durch ein Wasserzeichen im Bild und eine Begrenzung der Aufnahmezeit auf fünf Minuten eingeschränkt. Main Actor beherrscht unter anderem den Im- und Export in den Formaten MPEG1 und 2 sowie DV-Capture, das heißt, den Import von Videos über die Firewire-Schnittstelle. In der Bedienung ähnelt das Programm Adobe Premiere.
Mit dem Tool Kino bietet Suse Linux 9.1 ein weiteres Programm für die Videobearbeitung. Kino ist auf den Datenaustausch mit DV-Camcordern spezialisiert. Mit Kino können Sie Filme schneiden, Effekte einbauen und Filter anwenden. Das Ergebnis lässt sich dann nach MPEG 1/2 oder Divx exportieren.
Wertung: Der Punkt geht an Windows
Bildbearbeitung

Für die einfache Bildbearbeitung unter Windows XP genügt das Programm Paint aus dem Lieferumfang. Damit lassen sich beispielsweise simple Grafiken erstellen oder Fotos beschneiden. Programme mit mehr Funktionen gibt es meist kostenlos als Zugabe beim Kauf eines Scanners oder einer Digitalkamera. Fortgeschrittene Anwender greifen beispielsweise zu Adobe Photoshop oder Macromedia Fireworks.
Das Gegenstück zu Microsoft Paint unter Linux heißt Kpaint und hat etwa den gleichen Funktionsumfang. Anspruchsvollere Bildbearbeitung ist mit Gimp möglich. Dieses Programm ist üblicherweise in den Linux-Distributionen enthalten und mit Adobe Photoshop vergleichbar. Zum Profi-Tool fehlen ihm aber unter anderem die CMYK-Unterstützung und ein besseres Farbmanagement.
Wer möchte, kann auch die gewohnten Windows-Anwendungen unter Linux einsetzen. Mit einiger Bastelarbeit laufen beispielsweise Paint Shop Pro 6 und Photoshop 5.5 mit Hilfe des Windows-Emulators Wine auch unter Linux. Weitere Infos und Hilfe beim Einrichten der Programme gibt es hier.
Mehr Komfort bietet die kommerzielle Wine-Variante Crossover Office. Über ein Setup-Programm richten Sie damit neben Photoshop 7 oder Paint Shop Pro 8 eine Vielzahl anderer Windows-Programme ein.
Wertung: Der Punkt geht an Windows
Fazit
Für Windows gibt es bisher eindeutig mehr Software im Multimedia-Bereich als unter Linux. Für einfache Aufgaben ist Linux zwar gut gerüstet, Profis finden aber noch keinen vollwertigen Ersatz für Programme wie Premiere oder Photoshop von Adobe. Linux hat aufgeholt - zurzeit geht der Sieg aber noch an Windows.
Windows gegen Linux, 5. Runde: 2:0
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