Die Installation aktueller Betriebssysteme verläuft immer nach dem gleichen Muster: CD einlegen, PC davon booten, Festplatte partitionieren und formatieren und mehrere Tassen Kaffee trinken, bis das Setup-Programm sein Werk vollendet hat. Windows XP und Linux unterscheiden sich hier nur unwesentlich.
Die Voraussetzungen
Ob es bei der Installation Probleme gibt, hängt vor allem vom Alter der Rechner-Hardware ab - aktuelle Geräte können für Ärger sorgen. Das inzwischen knapp drei Jahre alte Windows XP lässt sich beispielsweise standardmäßig nicht auf Festplatten am S-ATA-Bus einrichten. Wenn der PC noch über ein Diskettenlaufwerk verfügt, kann das Installationsprogramm den erforderlichen Treiber aber von Diskette laden.
Festplatten mit mehr als 127 Gigabyte erkennt das Setup-Programm eines XP ohne Service Pack 1 nicht richtig. Die Installation schlägt fehl. Diese Mängel behebt
Microsoft wahrscheinlich erst in ein oder zwei
Jahren mit der nächsten Windows-Version. Von diesen Einschränkungen abgesehen, läuft Windows XP auf allen PCs mit einem 32-Bit-Prozessor ab 300 Megahertz und 128 Megabyte Hauptspeicher.
Linux-Distributoren bringen meist alle paar Monate ein aktualisiertes System heraus. Dieser Service hat allerdings seinen Preis. Ein Satz Linux-CDs oder -DVDs kostet je nach System zwischen fünf und 90 Euro. Besitzer einer schnellen Internet-Verbindung mit Flatrate zahlen dagegen nichts. Linux-Systeme und -Anwendungen gibt es im Internet zum kostenlosen Download (siehe Bild oben "Linux: Distributionen und Bezugsquellen").
Soweit verfügbar, ist die Unterstützung auch für neueste Hardware enthalten. Suse Linux 9.1 bringt beispielsweise bereits Treiber für gängige S-ATA-Controller mit. Einschränkungen bei der Plattengröße gibt es nicht. Ein Prozessor ab etwa 300 Megahertz und 128 Megabyte Hauptspeicher sind die Mindestvoraussetzungen. Aktuelle Linux-Versionen gibt es auch für 64-Bit-Prozessoren wie den AMD Athlon 64 oder den Intel EMT64, während Sie auf ein 64-Bit-Windows noch warten müssen. Suse liefert eine 64-Bit-Version mit der Professional-Version aus. Bei der Unterstützung aktueller Hardware hat Linux also die Nase vorn.
Wertung: Der Punkt geht an Linux
Der erste Start
Auf neuen Rechnern ist Windows XP meist vorinstalliert, und der Anwender braucht sich weiter um nichts mehr zu kümmern. Wer selbst installiert, bootet den PC von der Installations-CD und folgt den Anweisungen am Bildschirm. Spezialkenntnisse sind nicht erforderlich, und Microsoft fordert vom Benutzer nur das Notwendigste an Eingaben.
Das Einrichten von Suse Linux 9.1 beispielsweise ist nur wenig komplizierter. Besondere Kenntnisse sind aber auch hier nicht erforderlich. Die Installation erfolgt meist parallel zu einem bestehenden Windows. Ist keine Partition mehr frei, muss das Setup-Programm erst Platz schaffen. Das ist nicht ganz ohne Risiko, ein vorheriges Backup der Daten ist daher unbedingt zu empfehlen.
Das menügeführte Setup-Programm zeigt schon nach wenigen Mausklicks eine Auflistung der geplanten Installationsaufgaben, die der Anwender in der Regel einfach übernehmen kann. Wer will, kann die Vorschläge aber auch ändern und beispielsweise zusätzliche Software für die Installation auswählen.
Wertung: unentschieden
Nach der Installation
Ist das System einmal auf der Platte, beginnt bei Windows XP die eigentliche Arbeit. Für die Installation von System-Updates, Treibern, Anwendungen und Updates für die Anwendungen sind - auch abhängig von der Internet-Geschwindigkeit - meist mehrere Stunden erforderlich. In diesem Punkt hat Linux die Nase vorn. Beim ersten Start sind die wichtigsten Anwendungen schon fertig eingerichtet.
Bekannte Sicherheitslücken und Fehler im System und in allen Anwendungen behebt unter Linux wie unter Windows ein Online-Update. Mit nur wenigen Mausklicks ist die Software auf den neuesten Stand gebracht.
Wertung : unentschieden
Neue Hardware einbinden
Hardware, die bei der Installation noch nicht angeschlossen oder eingebaut war, erkennt Windows spätestens nach dem nächsten Neustart. Wenn das System nicht selbst einen passenden Treiber mitbringt, fordert Windows dazu auf, eine Treiber-CD vom Hersteller einzulegen. Diese enthalten meist ein Setup-Programm, über das Sie die Hardware einrichten und konfigurieren.
Auch Linux erkennt neue Hardware automatisch. Diese funktioniert jedoch nur, wenn das System dafür bereits einen Treiber mitbringt. Treiber vom Hersteller gibt es meist überhaupt nicht oder nicht für das gerade verwendete Linux-System. Eine der wenigen Ausnahmen ist beispielsweise
Nvidia. Die Firma bietet Linux-Treiber für fast alle ihre Grafikchips an - zusammen mit einem komfortablen Installationsprogramm.
Wenn Linux die Hardware nicht von Haus aus unterstützt, bleibt nur die aufwendige Suche nach Treibern im Internet. Die Installation ist häufig kompliziert und setzt gute Linux-Kenntnisse voraus. Es ist daher sinnvoll, sich schon vor dem Kauf neuer Komponenten über den Einsatz unter diesem System zu informieren. Eine Möglichkeit dazu bietet die
Suse-Hardware-Datenbank. Unter Linux kann es also in einzelnen Fällen komplizierter werden.
Wertung: Der Punkt geht an WindowsFazit
Bei der Installation liegen Windows XP und Linux etwa gleichauf. Beide Systeme bieten ein menügeführtes Setup, das auch unerfahrenen Anwendern schnell zu einem lauffähigen System verhilft. Standard-Hardware unterstützen beide Systeme gleich gut. Für einzelne Produkte gibt es noch keine Linux-Treiber. Dafür kommt Linux aber auch mit relativ neuen Technologien wie S-ATA gut zurecht. Das Match geht daher mit einem glatten Unentschieden aus.
Windows gegen Linux, 2. Runde: 1:1
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