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Ruggedized-Tablet Fieldbook E1 im Test

21.05.2014 | 09:51 Uhr |

In nahezu jedem Unternehmen gibt es Einsatzszenarien, wo schlanke iPads oder Android-Tablets trotz aller technischen Raffinessen fehl am Platz sind: In der Produktion, im Lager oder auf Baustellen sind eher Eigenschaften gefragt, wie sie das Ruggedized-Tablet Fieldbook E1 von Logic Instrument trotz nicht ganz aktueller Technik zuhauf bietet. Ein Test dieses besonders robusten Tablets.

Anders als im hart umkämpften und schnelllebigen Privatkundengeschäft geht es bei Ruggedized-Devices nicht unbedingt darum, die neuesten und besten Bauteile vorzuhalten. Genauso wie ein Porsche Carrera nur wenig als Packesel taugt, sind auch hier schicke iPads und Android-Tablets fehl am Platz. Hier sind andere Werte gefragt, etwa lange Lebensdauer, Zuverlässigkeit, geringe Fehleranfälligkeit sowie Widerstandsfähigkeit gegenüber häufigen Stößen, Stürzen und anderweitiger schlechter Behandlung.

Mehr Arbeitsesel als Rennpferd

So wundert es wohl kaum, dass das Fieldbook E1 von Logic Instrument den allgemeinen Schönheitsidealen im Tablet-Bereich kaum entspricht: Das 10,1-Zoll-Gerät ist unter anderem 28 Millimeter dick und bringt ein sattes Kilogramm auf die Waage. Auch die Gummiverstärkungen an den Ecken sind nicht unbedingt ästhetisch - erfüllen jedoch ihren Zweck: Sie sorgen unter anderem dafür, dass das Gerät eine Fallhöhe von 1,80 Metern überstehen soll. Tatsächlich ausgereizt wurde diese Fähigkeit im Test allerdings nicht. Ausschlaggebend für das Bestehen des Falltests ist nämlich nicht die Unversehrtheit des Displays, dieses zieht bei ungünstigem Aufprallwinkel schnell den Kürzeren, sondern allgemeiner die Funktionstüchtigkeit des Devices und der Erhalt der gespeicherten Daten.

Im dicken Pelz friert es sich schwerer...
Vergrößern Im dicken Pelz friert es sich schwerer...
© Logic Instrument

Den Angaben von Logic Instrument zufolge ist das Fieldbook E1 unter anderem IP65 zertifiziert, dies bedeutet, dass ein Eindringen von Flüssigkeiten und Staub verhindert wird, richtig wasserdicht ist das Tablet jedoch nicht. Außerdem entspricht das Gerät dem Militär-Standard 810 (MIL-STD810) und ist damit besonders widerstandsfähig gegen Stöße, Stürze, Vibrationen, Salznebel und Temperaturschocks. So funktioniert das Tablet in einem Temperaturbereich von minus 20 bis plus 60 Grad Celsius und kann bereits bei minus 20 Grad im Batterie- oder Netzbetrieb gestartet werden. Zum Vergleich: Apple gibt seine iOS-Geräte nur für den Temperaturbereich zwischen 0 und 35 Grad frei - hier hilft es nicht, das iPad in eine der zahlreichen erhältlichen Schutzhüllen zu stecken.

Angesichts dieser Nehmerqualitäten ist es schon fast entschuldbar, dass die weiteren Standardzutaten teilweise etwas altbacken sind. So besteht der Antrieb des Ganzen etwa aus dem bereits 2011 vorgestellten Chipset OMAP 4460 von Texas Instruments mit zwei 1,5-Gigahertz-Kernen und 1 GB RAM. Derart ausgestattet, erwies sich das Fieldbook E1 im Praxistest zwar nicht unbedingt als Sprinter, die Geschwindigkeit etwa beim Laden und Ausführen von Apps war jedoch erträglich. Diesen Eindruck bestätigte auch ein Benchmark-Test: Bei AnTuTu erreichte das Fieldbook E1 12250 Punkte und rangierte damit zwischen Samsung Galaxy S2 und dem Nexus 4. Zur Einordnung: Das Highend-Smartphone Samsung Galaxy S5 erreichte im Benchmark-Test 36450 Punkte.

Im AnTuTu-Benchmark-Test rangiert der zweieinhalb Jahre alte Prozessor weit hinten
Vergrößern Im AnTuTu-Benchmark-Test rangiert der zweieinhalb Jahre alte Prozessor weit hinten

Wenig spektakulär ist auch die eine 5-Megapixelkamera mit LED-Blitz, die das Tablet auf der Rückseite neben einen optionalen 1D/2D-Barcodescanner aufweist, vorne sitzt für Videokonferenzen in HD (720p) ein 1,2-Megapixelmodul. Zur Ehrenrettung des Fieldbook E1 kann man aber nicht oft genug auf die etwas anders gelegenen Prioritäten des Geräts als Arbeitstier hinweisen.

In relevanten Bereichen kommt durchaus moderne und ausgefeilte Technik zum Einsatz. So ist das Ruggedized-Tablet etwa mit einem kapazitiven Multi-Touchscreen ausgestattet, der sich neben dem dazugehörigen digitalen Stift auch mit nassen Fingern oder Handschuhen bedienen lässt. Außerdem werden mehrere - und augenscheinlich wirkungsvolle - Techniken wie ein Reflexionsfilter und eine starke Hintergrundbeleuchtung verwendet, um den Bildschirm auch im Außeneinsatz bei starker Sonneneinstrahlung lesbar zu machen. Die Auflösung des Displays ist mit 1366 mal 768 Pixel passabel, darüber, ob das 16:9-Format zu einem Enterprise-Gerät passt, kann man hingegen streiten.

Das Display des Fieldbook E1 ist an die speziellen Anforderungen angepasst.
Vergrößern Das Display des Fieldbook E1 ist an die speziellen Anforderungen angepasst.
© Logic Instrument
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