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Bei Windows-Abstürzen richtig handeln

16.08.2014 | 09:09 Uhr |

Ob ein PC nur ab und zu einfriert oder laufend Bluescreens zeigt: Es ist wichtig, Fehlern nachzugehen, da sich Treiber- und Hardware-Probleme sonst meist noch verstärken.

Jeder Crash ist ärgerlich, vermindert die Produktivität und löst schlimmstenfalls ungespeicherte Dokumente in Luft auf. Die Fehlermeldungen von Windows bringen den Anwender bei der Diagnose nicht sofort weiter. Hier hilft die Recherche im Web auf Support-Seiten – mit den richtigen Infos, die Sie mit Windows-Bordmitteln und Diagnoseprogrammen herausfinden.

1.) Automatische Neustarts verhindern
Windows zeigt Abstürze nicht gerne und die Standardeinstellung bei frisch installierten Windows-Systemen von XP bis 8 ist, den PC bei einem Crash neu zu starten. Diese Einstellung finden Sie ab Vista in der Systemsteuerung unter „System“ und dann über „Erweiterte Systemeinstellungen anzeigen, Erweitert, Starten und Wiederherstellen, Einstellungen“. Entfernen Sie dort den Haken vor „Automatisch Neustart vornehmen“. Speicherabbilder können Sie im Feld „Debuginformationen speichern“ getrost mit „(Kein)“ abstellen. Zwar gibt es für Speicherabbilder Analyse-Tools von Microsoft, die aber selten sachdienliche Hinweise liefern. Hilfreich ist aber die Einstellung „Ereignis in das Systemprotokoll eintragen“. Startet der PC nach dem Hochfahren sofort neu, dann bietet das Windows-Bootmenü über die Taste F8 die Option „Automatischen Neustart bei Systemfehler deaktivieren“.

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2.) Anatomie eines Bluescreens

Typischer Bluescreen im Detail: Die wesentlichen Infos sind hier im Screenshot hervorgehoben. Wichtige Hinweise liefert der Wortlaut der Fehlermeldung oben.
Vergrößern Typischer Bluescreen im Detail: Die wesentlichen Infos sind hier im Screenshot hervorgehoben. Wichtige Hinweise liefert der Wortlaut der Fehlermeldung oben.

Seit Windows 7 sind Bluescreens seltener geworden, ganz ausgestorben sind sie aber nicht. Die Ursachen sind praktisch immer im Umfeld von Treibern und Hardware zu suchen. Meist reicht schon die Fehlermeldung allein für eine erfolgreiche Recherche. Diese drei Meldungen sind besonders häufig.

INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE: Weißt auf ein Problem mit dem Zugriff auf Datenträger hin, in dem Fall auf die Systempartition. Auslöser kann ein inkompatibles BIOS, ein Controller-Treiber oder eine physikalische Beschädigung der Festplatte sein.

UNEXPECTED_KERNEL_MODE_TRAP: Bei dieser Meldung liegt fast immer ein Problem mit der Hardware vor. Mögliche Gründe sind neu installierte Geräte, Hitzeprobleme, defekte RAM-Module oder eine instabile Spannungsversorgung.

PAGE_FAULT_IN_NONPAGED_AREA: Der Bluescreen weist auf fehlerhaftes Speichermanagement hin. Auslöser sind oft defekte, übertaktete, untereinander inkompatible oder überhitzte Speicherbausteine.

IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL: Dieser Fehlercode wird meist von inkompatiblen Treibern ausgelöst, sowie durch eine überhitzte oder übertaktete CPU.

Unter „Technical Information“ beziehungsweise „Technische Informationen“ finden Sie weitere Infos zum Fehler, die bei der Recherche im Web weiterhelfen. Diese Meldung enthält immer eine Zeile die mit „*** STOP“ und einer achtstelligen Hexadezimalzahl beginnt. Ist ein Treiber verantwortlich, enthält der Bluescreen darunter in einigen Fällen einen genauen Hinweis. Wird noch ein Dateiname angegeben, meist mit der Dateiendung SYS, haben Sie damit auch gleich noch eine verdächtige System- oder Treiberdatei als weiteres Stichwort.

Bei Windows 8 hat der Bluescreen in der bekannten und berüchtigten Form übrigens ausgedient. Stattdessen bekommen Sie eine knappe, bildschirmfüllende Fehlermeldung in Pastelltönen zu sehen. Eine kurze Beschreibung gibt den Wortlaut der Fehlermeldung als Stichwort für die Online-Suche wieder.

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