Report

So entsteht eine Tastatur bei Cherry

Samstag den 19.04.2014 um 14:18 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Cherry MX-Board 3.0 DE schwarz (G80-3850LYBDE-2)
Cherry MX-Board 3.0 DE schwarz (G80-3850LYBDE-2)
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PC-WELT-Reportage: So entsteht eine Tastatur bei Cherry.
Vergrößern PC-WELT-Reportage: So entsteht eine Tastatur bei Cherry.
© Hans-Christian Dirscherl
Wissen Sie, wie eine Tastatur entsteht? Nein? Dann lesen Sie in unserem Report, wie Cherry in Auerbach dieses unverzichtbare PC-Zubehör produziert.
Hinweis: Diese PC-WELT-Reportage wurde erstmals im Jahr 2003 auf pcwelt.de veröffentlicht. Weil man über die Osterfeiertage in der Regel mehr Zeit hat, auch längere Artikel zu lesen, stellen wir Ihnen diesen spannenden Artikel, der einen Blick auf die Produktion von Tastaturen ermöglicht, heute noch einmal vor. Cherry heißt mittlerweile ZF Electronics GmbH und gehört zu ZF Friedrichshafen. Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre.

Sie erfordert Fingerspitzengefühl und ohne sie geht nichts, doch sie findet nur selten die Beachtung, die sie verdient. Gelegentlich wird sie mit heißem Kaffee verbrüht oder mit eisgekühlter Cola schockgefroren. Die Rede ist von der PC-Tastatur. PC-WELT wollte wissen, wie dieses unverzichtbare Zubehör entsteht. Dafür schauten wir im Jahr 2003 den Experten des deutschen Tastatur-Herstellers Cherry (der mittlerweile zur ZF Friedrichshafen AG gehört) bei der Entwicklung der damaligen CyMotion-Linie über die Schulter.

Am Fließband.
Vergrößern Am Fließband.
© Hans-Christian Dirscherl

Die Fabrikhalle leuchtet weiß, nirgends ist Schmutz zu sehen. Zwischen den Fließbändern verbreiten Zimmerpflanzen einen Hauch von gepflegter Büro-Atmosphäre. Doch es ist eine richtige Fabrik, durch die uns Heribert Hammerl führt. Hammerl arbeitet seit 26 Jahren bei Cherry in Auerbach, er leitet die Tastaturen-Produktion des größten Herstellers für Business-Tastaturen in Deutschland. Wenige Kilometer weiter östlich pflügen Kampfpanzer der US-Armee den Oberpfälzer Boden um. Auerbach liegt nämlich direkt neben dem Truppen-Übungsplatz Grafenwöhr, dem größten militärischen Übungsgelände in Europa.

Cherry in Auerbach

Fünf bis sieben Tage pro Woche spucken die Fließbänder neue Keyboards aus, je nach Auslastung. In der Weihnachtszeit ist der Arbeitsanfall am größten, dann laufen die Bänder ohne Unterbrechung. Die besinnliche Zeit kommt für Cherry erst im Sommer, wenn eine Laufzeit von fünf Tagen pro Woche ausreichend ist.

Das Unternehmensgebäude von Cherry
Vergrößern Das Unternehmensgebäude von Cherry
© Cherry

In jeder Minute laufen maximal drei Tastaturen von den acht rund um die Uhr laufenden Fließbändern in der Fabrik. Allerdings ist die Produktionszahl vom hergestellten Model abhängig, bei einer Standard-Tastatur wird zirka alle 20 Sekunden ein Gerät fertig gestellt. Pro Tag können zirka 18.000 bis 20.000 Tastaturen produziert werden, im Jahr 2003 werden es voraussichtlich drei Millionen sein. Cherry fertigt seit 30 Jahren Tastaturen. Bevor jedoch eine Tastatur - durch die flinken Arme der Industrie-Roboter und unter den kritischen Blicken der Mitarbeiter - Gestalt annimmt, sind jahrelange planerische und konzeptionelle Vorarbeiten notwendig.

Samstag den 19.04.2014 um 14:18 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (18)
  • Silvester 22:31 | 20.04.2014

    Gibt es wieder zu kaufen.

    PS: Ich hab ne Cherry mit Bayrischer Tastenbelegung.

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  • magiceye04 18:35 | 20.04.2014

    Bei Funk darfs aber gern etwas leichter sein. Die hab ich ja in der Regel auf dem Schoß liegen.

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  • chipchap 18:32 | 20.04.2014

    Zitat: mike_kilo
    Am liebsten waren mir die alten, schweren IBM-KBs in office-beigegrau, leider aber ohne Funk.

    Das beste, was je produziert wurde.

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  • mike_kilo 15:42 | 20.04.2014

    Die hat mehrere PC-Generationen überlebt und alle Buchstaben sind so deutlich ablesbar, wie am 1. Tag.
    die Lettern sind wohl noch gelasert worden? Ich verschleiße etwa jedes Jahr ein KB. Leider sind die Tasten heutzutage meistens nur noch bedruckt. Selbst teure Tastaturen waren irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr lesbar. Hab mir infolge dessen mit mehreren Layern Klarlack die Laufzeit verlängert.
    Am liebsten waren mir die alten, schweren IBM-KBs in office-beigegrau, leider aber ohne Funk.

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  • chipchap 12:31 | 20.04.2014

    Zitat: magiceye04
    Nirgends gibt es mehr Tastaturen, die diesen Namen auch verdienen.
    20 verschiedene Mülltastaturen in Schwarz mit wabbeligen Tasten.
    Kann ich Dir nur zustimmen.
    Sogar 130.- EUR Tastaturen klappern wie ein Storch.
    Diese soll eine Ausnahme sein:
    http://geizhals.de/cherry-g80-3000lpceu-2-a295904.html .

    Wenn die Beschreibung stimmt, wird es meine nächste.

    Aber nur wenn die 15 Jahre alte 10.- DM IPC-Tastatur mal das zeitliche segnen sollte.
    Die hat mehrere PC-Generationen überlebt und alle Buchstaben sind so deutlich ablesbar, wie am 1. Tag.

    Die Caps sind waschbar (Waschmaschine im Beutel) und das Innere ist in 10 min mit Spülwasser sauber.

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