Das Tool dd_rescue basiert auf dd, ist allerdings darauf spezialisiert, Daten von Platten mit defekten Sektoren auszulesen - etwa wenn die Festplatte langsam den Geist aufgibt und aufgrund dessen nicht mehr ordnungsgemäß in Windows oder Linux eingebunden werden kann.
dd_rescue liest Daten so lange mit einer Sektorgröße von 512 Bytes aus, bis es auf einen defekten Sektor trifft. Dann reduziert es die Blockgröße so weit, bis es alle noch lesbaren Daten kopiert hat; und fährt dann mit der ursprünglichen Blockgröße fort. So lange die Festplatte noch einigermaßen in intakt ist, stehen die Chancen gut, dass Sie auf diese Weise Ihre Daten noch retten können. Voraussetzung ist, dass das von dd_ rescue erstellte Image auf einer frischen, mit Ext3- oder NTFS-formatierten Festplatte Platz hat. Außerdem sollten Sie über genügend Platz verfügen, um von dem gesicherten Image eine weitere Kopie erstellen zu können, von der Sie dann Ihre Rettungsversuche starten.
Wollen Sie eine NTFS-Partition reparieren, müssen Sie auf eine weitere Festplatte zurückgreifen, auf die Sie das erstellte Image zurückspielen. Images von FAT32- oder Ext3-Partitionen können Sie dagegen direkt mit den entsprechenden Tools unter Linux reparieren, mehr dazu später.
Booten Sie zunächst Ihren Rechner mit der defekten Festplatte mit einem Live-System. Erstellen Sie dort ein beschreibbares Verzeichnis, etwa mit mkdir /data1 && chmod 777 /data1 und binden Sie dort die Ziel-Partition (hier /dev/sdb1) beispielsweise mit „mount /dev/ sdb1 /data1“ ein. Die Rettungsaktion starten Sie dann mit dem Befehl: dd_rescue /dev/sda1 /data1/sda1.img . Verfahren Sie ebenso mit allen Partitionen auf der defekten Platte. Unter Umständen müssen Sie damit rechnen, dass der Kopiervorgang mehrere Stunden oder mehr als einen Tag dauert.
dd_rescue zeigt Ihnen den Fortschritt der Rettungsaktion an - je weniger Prozente Sie neben dem Eintrag „err“ sehen, desto besser.
Nachdem die Partitionen gesichert und kopiert sind, können Sie mit der Reparatur beginnen. Für FAT32 und das Linux-übliche Dateisystem Ext3 bringt Linux die entsprechenden Tools bereits mit. Ein Image mit FAT32-Dateisystem reparieren Sie mit dem Befehl fsck.vfat /data1/sda1.img Ext3-Dateisysteme mit dem Kommando fsck.ext3 /data1/sda1.img . Danach können Sie die Images wie im Kasten „Images einbinden“ beschrieben in Ihr Linux-System einhängen und Ihre Daten sichern.
Welche Dateisysteme fsck unterstützt, erfahren Sie, wenn Sie „fsck“ an der Konsole eingeben und zweimal <Tab> drücken. NTFS-Images müssen Sie zunächst auf eine frische, bereits entsprechend partitionierte Festplatte übertragen, sie dann an einen funktionierenden Windows-PC anschließen und von dort mit dem Windows- Befehl „chkdsk“ reparieren.
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