1885572

Remote Control in vier Schritten - so geht's

16.01.2014 | 10:31 Uhr |

Mit der Fernsteuerungsfunktion von Windows 8.1 greifen simpel auf einen anderen PC zu. Der entfernte Rechner verhält sich dabei so, als säßen Sie direkt vor ihm.

Oft sitzen Sie nicht direkt vor dem PC, auf den Sie gerade Zugriff benötigen. Dank der Fernsteuerung (Remote Control) verbinden Sie sich aus der Ferne bequem mit dem gewünschten PC. So arbeiten Sie beispielsweise mit Anwendungen, die sich auf einem anderen Rechner befinden und lokal nicht installiert sind, pflegen einen Server, arbeiten im Team oder greifen auf die Datenbestände eines anderen Rechners zu. Das Beste dabei: Der Fernzugriff zum Beispiel auf andere PCs mit persönlichen Dateien oder Mails ist fast so einfach, als säßen Sie direkt vor dem entfernten Rechner und verwendeten dessen Tastatur und Maus. Die Übertragung erfolgt verschlüsselt.

Das ferngesteuerte System wird als Host-PC oder als Remote- Control-Server bezeichnet, der sich aufschaltende PC als Client-PC, Gast- oder Remote-System. Der Benutzer am aufschaltenden Computer steuert mit seiner eigenen Maus und Tastatur den entfernt stehenden Host-PC. Neben den eigentlichen Fernbedienungsfunktionen werden weitere Funktionen zwischen Client und Host geboten: Das sind das Übertragen von Dateien und Ordnern zwischen lokalem und entferntem Rechner, die Umleitung der Lautsprecherund Druckausgabe sowie die Benutzerkommunikation zwischen den beiden Anwendern am Client und am Host.

Windows 8.1 enthält standardmäßig die komfortable Fernsteuerungsfunktion „Remotedesktop“. In Windows 8.1 Professional und Enterprise kann man damit andere Windows-PCs fernsteuern und aus der Ferne auf den eigenen PC zugreifen. Die Standard-Version von Windows 8.1 ist dagegen eingeschränkt: Sie kann nur auf andere Computer zugreifen, lässt sich selbst aber nicht fernsteuern.

Crashkurs: Fernzugriff und Portfreigaben

Hinweis: Von Haus aus sind mit Remotedesktop nur die PCs innerhalb eines Netzwerks erreichbar. Damit Ihr PC über das Internet mit Remotedesktop ansprechbar wird, müssen Sie eine Port- Weiterleitung im WLAN-Router einrichten. Remote Desktop nutzt den TCP-Port 3389. Bei der weitverbreiteten Fritzbox wählen Sie im Konfigurationsmenü „Internet ➞ Freigaben ➞ Portfreigaben ➞ Neue Portfreigabe“ und dann bei „Portfreigabe aktiv für“ die Option „Andere Anwendungen“. Bei „Bezeichnung“ geben Sie „Remotedesktop“ ein und wählen unter „Protokoll“ die Einstellung „TCP“ aus. In die Felder „von Port“ und „bis Port“ geben Sie den Port 3389 an. Wählen Sie bei „an Computer“ den PC aus, der ferngesteuert werden soll und als „an Port“ noch die Portnummer 3389.

Zum Abschluss aktivieren Sie auf der Fritzbox noch das kostenlose Myfritz oder einen anderen Dienst für dynamisches DNS. Die dabei erzeugte Adresse geben Sie dann der bei der Verbindungsaufnahme in die Remotedesktop-App ein.

1. Remotedesktop einschalten

Wenn Sie zum Beispiel von Zuhause Zugriff auf Ihren Arbeitsplatz-PC benötigen, aktivieren Sie Remotedesktop am Büro-PC und lassen ihn einfach laufen. Zuhause starten Sie den Remotedesktop-Client und geben die IP-Adresse des Büro-PCs ein. Nachdem Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort angemeldet haben, steht die Verbindung.

Der PC, der ferngesteuert werden soll, muss Windows 8.1 Professional oder Enterprise – oder eine vergleichbare frühere Windows-Version verwenden. Standardmäßig ist die Remotedesktopfunktion unter Windows 8.1 Professional zunächst ausgeschaltet. In den Systemeinstellungen lässt sich das ändern. Sie öffnen sie per Rechtsklick auf den Startknopf und „Systemsteuerung“. Klicken Sie auf „System und Sicherheit“ und dann unter „System“ auf „Remotezugriff zulassen“.

Im folgenden Fenster „Systemeigenschaften“ aktivieren Sie im unteren Bereich die Option „Remoteverbindung mit diesem Computer zulassen“ und bestätigen das Hinweisfenster mit „OK“. Mit einem weiteren Klick auf „OK“ schließen Sie das Fenster. Damit ist der PC für eingehende Verbindungen über Remote desktop vorbereitet.

2. Fernsteuerung starten

Das Tool zum Fernsteuern eines anderen PCs über Remotedesktop heißt „Remotedesktopverbindung“ und ist in jeder Windows-8.1-Version enthalten, also auch in Windows 8.1 RT. Auch in früheren Windows-Versionen seit Windows XP gehört es zu den Bordfunktionen. Da die Kommunikation über ein einheitliches Protokoll namens RDP (Remote Desktop Protocol) läuft, funktioniert die Fernsteuerung auch zwischen unterschiedlichen Windows-Versionen. Auch für Google Android und Apple iOS bietet Microsoft eine kostenlose Remotedesktop- App an, mit dem sich ein PC fernsteuern lässt.

In Windows 8.1 gibt es die Remotedesktopverbindung gleich in zwei Varianten: Als Tool für den Desktop und als Kachel-App für die Modern-Oberfläche. Die App-Variante muss allerdings erst aus dem Windows Store installiert werden. Pluspunkt für das Desktop-Tool: Es bietet die größere Menge an Einstellmöglichkeiten – die App ist dagegen schlanker. Beide Varianten öffnen Sie auf dem Startbildschirm, indem Sie „Remote“ eintippen.

3. Remote-App verwenden

Remote-App verwenden
Vergrößern Remote-App verwenden

Starten Sie die Modern-App des Remotedesktop-Tools. Geben Sie unten den Namen des Servers oder die IP-Adresse ein, unter der er im Netzwerk erreichbar ist. Danach wird die Verbindung geprüft und Sie landen auf dem Anmeldebildschirm. Falls ein Hinweisfenster zum Identitäts-Check angezeigt wird, bestätigen Sie es mit „Verbindung trotzdem herstellen“. Sollte keine Verbindung zustande kommen, überprüfen Sie die Firewall-Einstellungen und geben den Remotedesktop- Server für eingehende Verbindungen frei. Benutzername und Passwort für den Remote-PC lassen sich sichern, indem Sie ein Häkchen vor „Anmeldedaten speichern“ setzen und danach auf „OK“ zur Anmeldung klicken.

Fernzugriff auf Fritzbox und NAS einrichten

4. Desktop-Fernsteuerung

Desktop-Fernsteuerung
Vergrößern Desktop-Fernsteuerung

Mehr Einstellmöglichkeiten bietet das Programm Remotedesktopverbindung für den Desktop, das Sie durch Eingabe des Namens auf der Startseite öffnen. Im Begrüßungsfenster klicken Sie auf „Optionen einblenden“ – erst dann sehen Sie alle Funktionen. Unter „Anzeige“ können Sie die Anzahl der Farben für eine schnellere Übertragung reduzieren. Weitere Optimierungsfunktionen finden sich unter „Leistung“. Bei „Lokale Ressourcen“ klicken Sie auf „Weitere“ und steuern, welche Komponenten Ihnen zur Verfügung sehen sollen. Unter „Allgemein“ tippen Sie noch Benutzername und Passwort ein, dann starten Sie die Fernsteuerung mit „Verbinden“.

Alternative: Fernsteuerung mit Teamviewer

1. Vorteile von Teamviewer

Vorteile von Teamviewer
Vergrößern Vorteile von Teamviewer

Das für Privatnutzer kostenlose Fernsteuerungs-Tool Teamviewer bietet gegenüber Remotedesktop von Windows zwei Vorteile: Es unterstützt auch einen Fernzugriff auf PCs ohne Pro-Version von Windows und es arbeitet unabhängig von Firewalls. Dadurch ist es ideal, wenn Sie eine Windows- Version ohne Remotedesktop nutzen oder eine Firewall den Datentransfer von Remotedesktop blockiert.

Die Datenübertragung erfolgt bei Teamviewer wie auch bei Remotedesktop verschlüsselt. Dadurch können Dritte, die die Verbindung zwischen Ihrem PC und dem entfernten Rechner abhören, mit den aufgeschnappten Daten nichts anfangen.

Durch einen speziellen Teamviewer-Server, bei dem sich Client und Server automatisch anmelden, müssen Sie sich keine Gedanken um IP-Adressen, Firewall-Freigaben oder weitere Verbindungsdetails machen. Nach dem Start der Software verbindet sich das Teamviewer-Tool mit dem Kommunikations-Server des Anbieters und erhält eine Identifikationsnummer. Außerdem generiert das Programm eine Kennwort-PIN, die nur für eine Sitzung gültig ist. Auf dem anderen Rechner muss ebenfalls Teamviewer gestartet sowie die Identifikationsnummer und PIN des ersten PCs eingegeben werden. Diese Daten können Sie beispielsweise telefonisch oder per Mail austauschen.
2. Teamviewer installieren

Teamviewer installieren
Vergrößern Teamviewer installieren

Installieren Sie zunächst Teamviewer auf dem PC, der ferngesteuert werden soll – etwa dem Heim-PC. Im Installationsfenster wählen Sie „Installieren, um später aus der Ferne auf diesen Computer zuzugreifen“. Wählen Sie noch die Nutzungsart und und klicken Sie auf „Stimme zu – fertigstellen“. Nach Abschluss der Installation erscheint ein Fenster, in dem Sie ein neues Teamviewer-Konto anlegen oder sich bei Ihrem bestehenden anmelden sollten. So können Sie später direkt über die Teamviewer-Software, -App oder -Internetseite sehen, ob Ihr Heim-PC verfügbar ist. Im Infobereich unten rechts auf der Taskleiste informiert Sie das Teamviewer-Symbol darüber, dass das Programm im Hintergrund läuft und auf Verbindungsanfragen wartet.

Fernzugriff via OpenSSH für den Server einrichten

3. Mit dem PC verbinden

Mit dem PC verbinden
Vergrößern Mit dem PC verbinden

Die erste Möglichkeit, aus der Ferne auf Ihren Heim-PC zuzugreifen, ist über die Teamviewer-Seite https://login.teamviewer.com . Geben Sie neben „Benutzername“ Ihre Mail-Adresse und das zuvor bei der Registrierung festgelegte Kennwort ein und klicken auf „Anmelden“. Daraufhin erscheint das Kontrollfenster Ihres Teamviewer- Kontos. Unter „Meine Computer“ sehen Sie den Namen Ihres Heim-PCs. Das bedeutet, dass er verfügbar ist. Klicken Sie auf den Namen, um eine Verbindung herzustellen. Bequemer ist der Verbindungsaufbau über die Teamviewer-Software. Installieren Sie das Tool und melden Sie sich auch hier bei Ihrem Teamviewer-Konto an. Im Teamviewer-Fenster klicken Sie rechts einfach auf den PC, mit dem Sie sich verbinden möchten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1885572