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Die Windows-Registry: Geniale Hacks für Profis

16.07.2014 | 12:01 Uhr |

Die Registry ist der Kleister, der den Datenhaufen von System, Software, Benutzerkonten und Hardware verbindet. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diesen zu Ihrem Vorteil formen.

Die Registry zeigt dem startenden System, wo die Festplatten liegen. In der Registry ist hinterlegt, ob die Log-on-Daten korrekt sind und was der Desktop des Benutzers anzeigen soll. Sie lenkt die geklickte Benutzerdatei an das richtige Programm oder hindert den Benutzer angesichts einer Richtlinie, eine bestimmte Einstellung zu ändern. Mit ihrer Masse fundamentaler wie nebensächlicher Einträge ist diese Datenbank Fundgrube und Spielplatz für kreative Optimierungen. Lesen Sie hier die wichtigsten Umgangsregeln und eine Auswahl interessanter Anpassungen, welche auf der Windows-Oberfläche so nicht vorgesehen sind.

Registry-Dateien und Registry-Zugriff

Kleine Auswahl von Editoren für die Registrierdatenbank: Regedit ist nur der populärste Universal-Editor. Jede Script-Sprache, jede Kommando-Shell, zahllose Tools lesen und schreiben in der Registry.
Vergrößern Kleine Auswahl von Editoren für die Registrierdatenbank: Regedit ist nur der populärste Universal-Editor. Jede Script-Sprache, jede Kommando-Shell, zahllose Tools lesen und schreiben in der Registry.

Wenn Sie den für die Registry zuständigen Standardeditor Regedit starten, wirkt die Registry wie eine geschlossene Einheit, ähnlich einem hierarchischen Dateisystem. Tatsächlich handelt sich um eine Ansammlung von Einzeldateien, deren Inhalt an unterschiedlichen Stellen eingehängt wird – so etwa die Benutzereinstellungen aus der Datei „Ntuser.dat“ unter dem Schlüssel „Hkey_Current_User“. Das einheitliche Bild, das Regedit vermittelt, ist eine Abstraktion und benutzerfreundliche Vereinfachung. Neben Regedit gibt es zahllose universale oder spezialisierte Registry-Editoren. So sind etwa die Konsolen Gpedit.msc und Secpol.msc auf Systemverbote spezialisiert, das PC-WELT-Tool Windows-Master-2012 konzentriert sich auf das Kontextmenü unter „Hkey_Classes_Root“, während das Kommandozeilen-Tool Reg.exe neben Regedit als weiterer Universal-Editor arbeiten kann.

(Un-)kritische Schlüssel: Der Hauptschlüssel „Hkey_Local_Machine“ (HKLM) gilt Konto-übergreifend für das gesamte System. Die wirklich kritischen Orte befinden sich im Unterschlüssel „Hkey_Local_Machine\System“. Der Unterschlüssel „Hkey_Local_Machine\Software“ ist nicht System-kritisch, kann aber nach Fehlern erheblichen Ärger verursachen. Keine Auswirkungen auf Windows insgesamt haben Änderungen am eigenen Konto, also unter dem Hauptschlüssel „Hkey_Current_User“ (HKCU). Dies ist der geeignete Ort für erste Experimente.

Die cleversten Kommandos und Registry Hacks

Navigations-Tricks für die Registry
Die Registry ist tief verschachtelt, das Navigieren zu bestimmten Schlüsseln entsprechend mühsam. Es gibt aber Hilfsmittel, die den Zugang zu vereinfachen:

Favoriten: Regedit hat ein Menü „Favoriten“. Wenn Sie feststellen, dass Sie wichtige Schlüssel wie „Hkey_Local_Machine\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion“ immer wieder aufsuchen, lohnt sich ein Eintrag in die „Favoriten“ mit „Zu Favoriten hinzufügen“. Bei der Namensvergabe bewährt sich die Unterscheidung in „HKLM-…“ und „HKCU-…“, um gleichnamige Schlüssel der Hauptzweige auseinanderzuhalten.
Zweite Instanz: Regedit können Sie beliebig oft starten, indem Sie den Editor mit regedit /m laden. Das hilft sehr, um Werte von einer Stelle zu kopieren und an anderer einzufügen.

Sprung-Tools: Meistens hat man den Schlüsselpfad vorab vorliegen, muss sich aber trotzdem Ebene für Ebene an Ort und Stelle klicken. Hier helfen externe Tools wie Regjump , die nach „regjump <Schlüssel>“ in Regedit automatisch an die richtige Stelle navigieren. Regjump benötigt eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten. Den Schlüsselpfad bringen Sie mit Rechtsklick und „Einfügen“ bequem in die Kommandozeile.

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