Bei der Installation eines Service Packs, beim Windows-Update oder einem sonstigen Microsoft-Download wird der verwendete Produkt-Key geprüft. Steht dieser in einer bei Microsoft laufend nachgeführten schwarzen Liste mit illegalen Produkt-Keys, findet der Download oder die Installation nicht statt. Der gewünschte Effekt – Raubkopierer auszusperren – wird damit wohl erreicht. Aber gleichzeitig besteht die Gefahr, dadurch wieder unsichere Systeme heranzuzüchten, die Spam und Viren verbreiten.
Plappermaul Media Player
Nach dem Einlegen einer CD oder DVD ins Laufwerk erscheinen im Media Player oft sofort Infos wie Song- oder Filmtitel. Diese Daten stammen nicht von der Silberscheibe selbst. Stattdessen ruft der Media Player diese Angaben via Internet über einen Microsoft-Server aus einer entsprechenden Datenbank ab. Nehmen wir an, ein Anwender hätte zum Beispiel den Windows-Media-Newsletter abonniert oder wäre gar der Aufforderung nachgekommen, ein Passport- oder Live-Konto mit vielen persönlichen Daten anzulegen. Könnte Microsoft dann eventuell herausfinden, welche CDs oder DVDs sich der Nutzer am liebsten zu Gemüte führt? Auf unsere Anfrage dementierte Microsoft diesen Sachverhalt: Es sei technisch nicht machbar, das Betrachten einer DVD zum Beispiel mit einer Mailadresse in Verbindung zu bringen.
Doch wir haben festgestellt: Der Windows Media Player schickt beim Abruf von Microsofts CD-Datenbank die eindeutige GUID mit. Dieselbe GUID wird auch übermittelt, wenn ein Anwender einen Windows-Media-Newsletter abonniert oder ein Passport-Konto anlegt. Laut Microsoft sind diese Informationen nur in Cookies (kleinen Textdateien mit Informationen, die der Browser verschickt) vorhanden. Aber es wäre technisch durchaus machbar, die eine Info (abgespielte CD) mit der anderen (Name, Adresse) zu verknüpfen. Die Frage bleibt, ob Microsoft das technisch Machbare ausschöpft. Oder ob die eigenen Datenschutzbestimmungen von Microsoft respektiert und solche Verknüpfungen nicht hergestellt werden. Immerhin: In den letzten Versionen des Media Players ist die Option, die GUID zu übermitteln, zwar immer noch vorhanden, aber standardmäßig deaktiviert. Prüfen Sie am besten in Ihrem Windows Media Player unter „Extras, Optionen, Datenschutz, Eindeutige Player-ID an Inhaltsanbieter senden“ nach, ob dem so ist.
Winamp ist auch nicht schweigsam
Wer nun meint, mit dem Umstieg vom Windows Media Player auf das Konkurrenzprodukt Winamp sei das ganze Problem vom Tisch, der irrt. Bei der Winamp-Installation ist standardmäßig ein Häkchen aktiviert, das Winamp-Hersteller Nullsoft erlaubt, Nutzungsdaten über Ihre Winamp-Verwendung zu sammeln. Deaktivieren Sie die Option am besten schon während der Installation. Wollen Sie nachträglich verhindern, dass Winamp heimfunkt? So schalten Sie diese Option ab: Gehen Sie zu „Options, Preferences“. Bei „General Preferences“ deaktivieren Sie „Allow Winamp to report anonymous usage statistics“. Wer von Zeit zu Zeit lieber manuell nach Winamp-Updates sucht, kann im selben Fenster auch die automatische Suche nach neuen Versionen deaktivieren.
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