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Raubkopien: RIAA nimmt Unternehmen in die Pflicht

25.10.2002 | 16:12 Uhr |

Im Kampf gegen illegale Film- und Musik-Downloads versucht die RIAA nun auch große Unternehmen in die Pflicht zu nehmen. In einem Brief fordert die Organisation, dass Mitarbeiter künftig über Firmennetzwerke keinen Zugriff mehr auf Tauschbörsen haben sollen.

Im Kampf gegen illegale Film- und Musik-Downloads versucht die RIAA nun auch große Unternehmen in die Pflicht zu nehmen. In einem Brief fordert die Organisation, dass Mitarbeiter künftig über Firmennetzwerke keinen Zugriff mehr auf Tauschbörsen haben sollen. Das Schreiben, das an 1000 US-Unternehmen verschickt wurde, hebt hervor, dass die Duldung solcher Aktivitäten gleichbedeutend mit der Nutzung nicht-lizenzierter Software sei.

Gerade die hohe Bandbreite von Unternehmens-Netzwerken ist für Mitarbeiter verlockend. Innerhalb kürzester Zeit können Filme oder Musik-Titel auf den Bürorechner geladen werden. Viele dieser Dateien werden dann auch über Peer-to-Peer-Börsen anderen Tauschwilligen angeboten - dies gehe zu Lasten des Firmennetzwerkes und koste das Unternehmen bares Geld, so die RIAA.

Wörtlich heißt es: "In den letzen Jahrzehnten haben Unternehmen zufriedenstellende digitale Netzwerke errichtet - verbunden mit hohen Kosten für Aktionäre und Investoren - um mit dem Wettbewerb einer immer stärker vernetzten Welt Schritt halten zu können. Die Nutzung Ihres digitalen Netzwerkes zur illegalen Verbreitung von Musik, Filmen oder anderem urheberrechtlich geschütztem Material verträgt sich nicht mit den wirtschaftlichen Zielen denen das Netzwerk dienen soll und macht Ihre Mitarbeiter und Ihr Unternehmen rechtlich verantwortlich im Sinne des Urheberrechtsgesetzes."

Das Schreiben weist darauf hin, dass diejenigen Firmen, die ihr Netzwerk gegen den Zugriff auf Tauschbörsen sperren, neben verbesserter Sicherheit vor Angriffen (oft werden Firewalls so konfiguriert, dass Peer-to-Peer-Börsen erreichbar sind) vor allem Geld sparen, da sich das Datenvolumen reduziert.

Die RIAA weist auch darauf hin, dass ein Reihe von Unternehmen an Lösungen arbeiten, die bestimmte Anwendungen oder Dateien blockieren soll. Das Schreiben schließt mit dem Hinweis, dass sich die Organisation nicht grundsätzlich gegen neue Technologien wende und durchaus die Vorzüge von Tauschbörsen sehe. Allerdings wäre die Nutzung zum Zwecke des illegalen Tauschens urheberrechtlich geschützten Materials nichts anderes, als wenn man in ein Geschäft ginge und eine CD oder DVD stehlen würde.

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