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Ratgeber WLAN

Netzwerk erweitern mit Repeatern und Powerline Adaptern

26.03.2013 | 09:09 Uhr |

Router-Einstellungen: Kanal wechseln, Leistung erhöhen

Je nach Router-Modell und -Voreinstellung lässt sich zudem die Sendeleistung erhöhen. In den verbreiteten Fritzbox-Modellen finden Sie diese Einstellung nach dem Einloggen auf der Konfigurationsoberfläche in der Expertenansicht unter „WLAN ➞ Funkkanal ➞ Funkkanaleinstellungen“: Hier ändern Sie den Eintrag gegebenenfalls auf „100%“. Prinzipiell ist es sogar möglich, die Sendeleistung mit alternativer Firmware wie Open WRT über die in Deutschland zulässige Grenze zu erhöhen: zum Beispiel auf das Zehnfache, indem man einfach den Ländercode ändert – das allerdings ist hierzulande verboten.

Darüber hinaus kann die manuelle Kanalwahl Störungen reduzieren und damit den Empfang verbessern, wenn die automatisch genutzten Kanäle mit Geräten in der Nachbarschaft kollidieren. Einige Router zeigen die Fremdkanäle gleich an, ansonsten hilft das Tool Inssider weiter.

Bei der Fritzbox können Sie die Belegung der Funkkanäle
und Störeinflüsse durch benachbarte WLAN-Netze anzeigen lassen,
ansonsten hilft das Tool Inssider bei der Kanalanalyse.
Vergrößern Bei der Fritzbox können Sie die Belegung der Funkkanäle und Störeinflüsse durch benachbarte WLAN-Netze anzeigen lassen, ansonsten hilft das Tool Inssider bei der Kanalanalyse.

Bei Dualband-Routern macht es unter Umständen Sinn, gezielt auf das weniger stark frequentierte und damit weniger störanfällige 5 GHz-Band zu wechseln. Fritzbox-Hersteller AVM beschreibt exemplarisch am Router-Modell 7270, welche Einstellungen dazu erforderlich sind . Bei anderen Routern sehen Sie bitte im Handbuch nach. Bei Simultan-Routern lassen sich die beiden Funknetze unterschiedlich benennen: Damit können Sie die Clients, die 5 GHz unterstützen, in diesen Frequenzbereich zwingen, indem Sie den Geräten nur die Verbindung zum höherfrequenten WLAN erlauben.

Gerätewirrwarr: Repeater, Access Points und WDS

Nicht immer führen die beschriebenen Maßnahmen zum Erfolg, denn bei Funknetzwerken kommt es sehr auf die individuellen baulichen Verhältnisse vor Ort an. Verbessern Antennenausrichtung, Router-Standort und -Einstellungen den Empfang nicht entscheidend, muss eine andere Lösung her. In Frage kommen vier Alternativen: herkömmliche Netzwerkkabel, sogenannte WLAN-Repeater, die das Funksignal verstärken, die Nutzung des Stromnetzes fürs Netzwerk (Homeplug, Powerline) oder eine Kombination.

Repeater vergrößern die WLAN-Reichweite, bieten aber in
Einfamilienhäusern keine Garantie für alle Stockwerke. Außerdem
sinkt die Durchsatzrate systembedingt deutlich.
Vergrößern Repeater vergrößern die WLAN-Reichweite, bieten aber in Einfamilienhäusern keine Garantie für alle Stockwerke. Außerdem sinkt die Durchsatzrate systembedingt deutlich.
© AVM

Klar, das Verlegen eines Netzwerkkabels im eigenen Zuhause ist nicht jedermanns Sache, nicht zuletzt aus optischen Gründen. Doch Datendurchsatz und Netzstabilität sind nun einmal beim Kabel unübertroffen. Deshalb möchten wir Sie zumindest auf die wenig bekannten Flachbandkabel hinweisen. Diese nur rund ein Millimeter dicken Verbindungen passen hinter Teppichleiste und unter Türschwellen, lassen sich leicht knicken und damit unauffällig verstecken.

Bilder, Musik und Videos im Heimnetz

Fertige Flachbandkabel mit RJ45-Steckern gibt es bis 30 Meter Länge – lang genug, um auch das oberste Stockwerk eines Einfamilienhauses zu erreichen. Möchten Sie dort nicht auf die gewohnte Kabelfreiheit verzichten, schließen Sie ans andere Kabelende einen Access Point als WLAN-Funkbasis an.

Dazu eignen sich auch die meisten Router: Wenn Sie also noch ein Exemplar im Keller haben, können Sie diesen als zusätzlichen Access Point verwenden, indem Sie das Gerät nicht als Internet-Modem verwenden, sondern das Netzwerksignal durchschleifen. Die Einstelloption bei der Fritzbox heißt zuerst „Internet ➞ Zugangsdaten“, im Feld „Internetanbieter“ stellen Sie die Option „Internetzugang über LAN“ ein und verbinden die Fritzbox über den mit „LAN 1“ bezeichneten Anschluss mit dem Netzwerk. Access Points als Stand-alone-Geräte mit 802.11n-Standard kosten 25 Euro aufwärts.

Von diesen Access Points lassen sich die sogenannten Repeater, also reine Verstärker zum Erhöhen der WLAN-Reichweite, die wie eine Zeitschaltuhr platzsparend in die Steckdose gesteckt werden, kaum noch unterscheiden. Denn immer mehr Repeater verfügen auch über eine LAN-Buchse für ein Netzwerkkabel – und lassen sich damit auch als Access Point verwenden. Sogar Lebensmitteldiscounter wie Aldi haben solche Geräte zeitweise im Sortiment.

Die Geräte lassen sich bequem beim reinen WLAN-Betrieb im „Universal Repeater“-Modus betreiben, bei dem sie sich als Client beim vorhandenen WLAN-Router anmelden und gleichzeitig wieder als Access Point funken. Allerdings sinkt der ursprüngliche Datendurchsatz auf maximal die Hälfte, weil jedes Datenpaket den vorhandenen Datenkanal zweimal belegt – zur ursprünglichen Basis und zum Endgerät. Für schnelle Verbindungen eignen sich selbst Repeater nach dem 802.11n-Standard also nicht. Unter Praxisbedingungen ist hier häufig schon bei 10 bis 25 MBit/s Schluss, bei DSL 16.000 oder dem Streamen von Full-HD-Videos wird die Funkverbindung damit zum Flaschenhals.

Schneller und zuverlässiger ist da – neben der beschriebenen Kombination aus verlängertem Netzwerkkabel und WLAN über einen Access Point – die Verteilung von Internet und Netzwerk über das 230-Volt-Stromnetz. Bei dieser Homeplug oder Powerline genannten Technik verbindet man einen Powerline-Adapter per Netzwerkkabel mit dem Router und steckt ihn in eine Steckdose. In einem anderen Raum holt man das Netzwerk über einen zweiten Adapter analog wieder aus dem Stromnetz heraus.

Mehr Tempo fürs Heimnetz

Home Plug: Im ganzen Haus Internet über das Stromnetz

Home Plug erweist sich im Alltagsbetrieb als sehr zuverlässig und ist dank automatischer Verschlüsselung per Knopfdruck zudem einfach zu handhaben: einstecken, Verschlüsselungstaste drücken, fertig. Wie bei WLAN hängt die Übertragungsgeschwindigkeit stark von Störeinflüssen und der Entfernung ab. Insgesamt aber hinterlassen die Geräte der aktuellen 500-MBit/s-Klasse ein positives Bild: Im Test der Powerline-Adapter lag der Nettodatendurchsatz zwischen 60 und 150 MBit/s, auch über unterschiedliche Leitungsphasen hinweg.

Praktisch sind kombinierte Powerline-WLAN-Adapter ab 40
Euro: Sie verteilen Internet und Netzwerk über die Stromleitung in
jeden Raum und von dort drahtlos weiter.
Vergrößern Praktisch sind kombinierte Powerline-WLAN-Adapter ab 40 Euro: Sie verteilen Internet und Netzwerk über die Stromleitung in jeden Raum und von dort drahtlos weiter.

Homeplug-Adapter der älteren 200 MBit/s-Klasse schaffen in der Praxis etwa die Hälfte, sind aber mit Preisen ab etwa 30 Euro pro Paar nur wenig billiger als ihre schnelleren Pendants. Sie können die Adapter übrigens bedenkenlos „mischen“, also auch ein 500er-Gerät in ein bestehendes 200er-Netz einbinden. Nicht unerwähnt bleiben darf die Einschränkung, dass Powerline ein „Shared Medium“ ist. Nutzt Ihr Wohnungsnachbar im Haus die gleiche Technik, sinkt die Übertragungsrate drastisch.

Richtig komfortabel wird die Übertragung über das Stromnetz, wenn Sie sie es – analog zum LAN-Kabel – mit WLAN kombinieren. Dazu können Sie an den entfernten Homeplug-Adapter entweder einen Access Point oder einen zweiten Router anschließen, um von dort ein Funknetzwerk aufzuspannen. Alternativ empfiehlt sich ein kombinierter Powerline-WLAN-Adapter, der als Einzelgerät mit formal 200 MBit/s ab rund 40 Euro angeboten wird, als 2er-Set ab rund 50 Euro. Schnellere Kombinationen gab es bei Redaktionsschluss nur von Devolo (DP Dlan 500 AV Wireless+), allerdings haben auf der IFA im Herbst mehrere Hersteller Powerline-WLAN-Adapter mit 500 MBit/s angekündigt, die vermutlich in Kürze erhältlich sind.

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