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Windows-Tuning-Tipps auf dem Prüfstand

06.12.2011 | 10:25 Uhr |

Es gibt viele Tuning-Vorschläge für Windows. Doch bei modernen PCs versagen viele dieser Tricks. PC-WELT hat geprüft, welche wirklich noch etwas bringen.

Bereits einfache Komplett-PCs von Media Markt & Co. besitzen heute Dual- oder sogar Quadcore-Prozessoren, 4 oder 8 GB Arbeitsspeicher und Grafikkarten, mit denen Sie auch komplexe Spielewelten zügig durchstreifen können. Auf ihre Festplatten passen ein bis zwei Terabyte an Daten, die sie mit Geschwindigkeiten von 70 bis 90 MB pro Sekunde zur Verfügung stellen. Angesichts solcher Leistungswerte stellt sich die Frage, ob und vor allem welche Tuning-Tipps auch heute noch eine spürbare Wirkung zeigen. PC-WELT hat daher eine Bestandsaufnahme gemacht und mal wieder nachgemessen. Die Ergebnisse des Tests sind teils überraschend und teils erwartungsgemäß ernüchternd.

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Für den Test verwendete PC-WELT einen bereits etwas älteren Computer, auf dem Windows 7 Ultimate in der 32-Bit-Version läuft. Als typischer Arbeits-PC ist er bestückt mit Microsoft Office 2010 und Dutzenden von kleinen Programmen, die in den vergangenen zwei Jahren zumindest zeitweise benötigt wurden: Antiviren-Software, Internet-Browser, Grafik-, Brenn-, FTP-, Messenger-Programm und so weiter. Dazu gesellen sich einige Spiele, Demo-Versionen und noch etliche kostenlose Programme, die einfach nur mal zum Zeitvertreib installiert wurden. Optimiert wurde dieser Computer noch nie: Weder wurde die Registry, also die Registrierungsdatenbank von Windows aufgeräumt, noch gab es Löschaktionen für überflüssige Dateien oder Autostart-Einträge.

Angetrieben wird dieser PC von einem Dualcore-Prozessor des Typs Intel Core 2 6400 mit 2,13 GHz Taktfrequenz, der auf 4 GB Arbeitsspeicher zugreift. Bei der Festplatte handelt es sich um eine Samsung SP2504C mit einer Kapazität von rund 250 GB, die Grafikkarte arbeitet mit dem Nvidia-Chip Geforce 7600 GT, der maximal DirectX 9 unterstützt. Die Hardware ist also nicht taufrisch, aber das ist Absicht. Denn zum einen hat nicht jeder einen brandneuen PC, zum anderen wollte PC-WELT wissen, ob man mit den verbreiteten Tipps zumindest ein etwas älteres Modell auf Leistung trimmen kann.

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Der Testaufbau: So prüft PC-WELT den Tuning-Effekt

Ausgangsbasis sichern: Zunächst kopiert PC-WELT mit dem Backup-Programm Acronis True Image Home 2012 die aktuelle Konfiguration in einer Image-Datei auf der zweiten Partition der Festplatte. Da diese Image-Software die Daten auf Wunsch sektorweise ausliest und sichert, werden auch fragmentierte Dateien und Ordner so übernommen, wie sie sind. Nach dem Zurückspielen der Sicherung ist die Festplatte also im gleichen Zustand wie zuvor – inklusive der Fragmentierung von Dateien.

Anspruchsvolle Aufgabe für Word: Die Textverarbeitung brauchte zum Laden einer umfangreichen Dokumentation und ihrer Bilder mehr als eine Minute.
Vergrößern Anspruchsvolle Aufgabe für Word: Die Textverarbeitung brauchte zum Laden einer umfangreichen Dokumentation und ihrer Bilder mehr als eine Minute.

Messungen: Zuerst messen die Tester, wie lange Windows zum Starten benötigt, und zwar von der Auswahl des Betriebssystems im Startauswahlmenü bis zum Laden sämtlicher Autostart-Programme und Symbole auf der Windows-Oberfläche. Dann messen die Tester, wie lang das Laden und Bearbeiten eines großen Textdokuments dauert. Die DOC-Datei bringt satte 437 MB auf die Waage. Für einen zweiten Testdurchlauf konvertiert PC-WELT die DOC-Datei in eine DOCX-Datei, die nur noch 4,6 MB groß ist. Der Grund für diese doppelte Messung war, dass Word beim Laden der DOC-Version die meiste Zeit mit dem Umwandeln des Formats beschäftigt war, während es das DOCX-File direkt anzeigen konnte.

Platz schaffen: Speicherplatz-Fresser entlarven und löschen

Ein wahres Schwergewicht unter den Programmen ist Google Earth. Auf der Site gearthhacks.com besorgte PC-WELT eine Google-Earth-Datei (KMZ-Datei) der Münchner Frauenkirche und maß anschließend, wie viel Zeit bis zur Anzeige des Gebäude samt Umgebung vergeht. Dabei waren sämtliche Layer des Programms eingeschaltet, Straßennamen musste die Software also genauso einblenden wie etwa die Symbole für Gaststätten, U-Bahnhöfe oder Amateurfotos. Da die Münchner Altstadt rund um die Frauenkirche komplett in 3D abgebildet ist, war bei diesem Test auch die Leistung der Grafikkarte gefragt.

Für den fünften Test setzt PC-WELT den Benchmark PC Mark 7 auf dem Rechner ein. Er ist auf Windows 7 abgestimmt und simuliert typische PC-Aufgaben wie die Anzeige von Internetseiten, die Bildbearbeitung, das Laden von Daten oder die Anzeige von Videos. Seine Einzelergebnisse rechnet er zum Schluss zu einem Punktwert zusammen – je höher diese Zahl ausfällt, desto besser die Hardware.

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