14.01.2013, 09:55

Thorsten Eggeling

Systemrettung

Mit PC-WELT Multi-PE Notfallsystem erstellen

Das leistet das Tool PC-WELT Multi-PE
Damit Sie ein Windows-Minisystem so einfach wie möglich erstellen können, hat die PC-WELT-Redaktion Multi-PE entwickelt. Damit lässt sich ein PE-System auf der Basis von Windows 7 mithilfe von Winbuilder erstellen. Sie haben dabei die Wahl zwischen einer bootfähigen Notfall-CD/DVD oder einem USB-Stick. Außerdem können Sie ein relativ schlichtes Windows-PE auf der Basis von Windows 8 für eine CD/DVD oder einen Stick erzeugen oder ein vollständiges Windows 8 auf einen USB-Stick oder eine USB-Festplatte kopieren (Windows To Go). Für Letzteres empfiehlt sich ein USB-Gerät an der USB-3.0-Schnittstelle. Es geht zwar auch mit USB 2.0, die Installations- und Startzeiten verlängern sich dann aber deutlich.
Windows 7 PE ist standardmäßig mit zahlreichen Programmen ausgestattet, die Sie im Minisystem nutzen können. Dabei sind beispielsweise der kostenlose Virenscanner Avira Free Antivirus 2012, die Shareware Total Commander, die Browser Opera und Firefox sowie PDF-Betrachter und einige System-Tools. Windows 7 PE bietet Netzwerkzugriff über einen DSL-Router mit DHCP oder WLAN. Die erforderlichen Netzwerktreiber müssen Sie aber selbst besorgen, soweit sie nicht in Windows 7 schon von Haus aus verfügbar sind. Windows 7 PE lässt sich auch zu einem Multiboot-System ausbauen. Sie können dann von der CD/DVD oder dem USB-Gerät beispielsweise zusätzlich auch Parted Magic, Trinity Rescue Kit oder Clonezilla booten.
Windows 8 PE: PC-WELT Multi-PE erstellt Windows 8 PE auf der Basis von Microsoft PE. Die nötigen Programme sind im Windows-ADK enthalten (Assessment and Deployment Kit). Standardmäßig bietet dieses PE-System nur eine Kommandozeile. PC-WELT Multi-PE stattet es jedoch mit einem Programmstarter und Software wie Firefox, Notepad ++ und einem Dateimanager aus. Der Netzwerkzugriff ist aber nur über einen Router mit DHCP möglich.
Windows 8 To Go: Warum ein Minisystem, wenn es auch ein komplettes Windows 8 sein kann? Mit PC-WELT Multi-PE erstellen Sie aus der Demoversion von Windows 8 Enterprise ein vollständiges Windows 8, das von einem USB-Stick oder einer externen Festplatte startet. Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn Sie Windows 8 ohne Installation ausprobieren möchten. Nachdem Sie Windows 8 To Go gestartet haben, können Sie beliebige Programme installieren.
32 oder 64 Bit: Alle vorgestellten Systeme basieren auf einer Windows-32-Bit-Version. Das liegt zum einen daran, dass Winbuilder 64-Bit-Systeme bisher nur unzureichend unterstützt. 64-Bit-Notfallsysteme bieten aber auch keine Vorteile. Die meisten System-Tools gibt es ohnehin nur in einer 32-Bit-Version, und damit lassen sich alle Systeme reparieren. Außerdem würde ein 64-Bit-System auf einem USB-Stick nur unnötig Platz benötigen. Die PE-Systeme lassen sich aber unter Windows Vista, 7 und 8 in der 32-Bit- oder 64-Bit-Version zusammenstellen.
Windows 7 PE für USB-Stick oder DVD
Windows 7 PE ist das umfangreichste System, das Sie mit PC-WELT Multi-PE erstellen können. Es bietet zahlreiche Tools für die Systemdiagnose sowie Avira Free Antivirus 2013 und ein Tool, mit dem Sie vergessene Windows-Passwörter zurücksetzen können. Vorbereitungen: Starten Sie PC-WELT Multi-PE und klicken Sie auf „Windows 7 PE erstellen“. Klicken Sie auf „Download“, wenn Sie Windows 7 Enterprise Demo herunterladen möchten, und danach auf „MD5-Check“. Wenn die Prüfsumme der Datei stimmt, klicken Sie auf „ISO entpacken“. Wenn nicht, müssen Sie die Datei noch einmal herunterladen. Oder Sie wählen das Laufwerk mit der eingelegten Windows-7-Installations-DVD aus und klicken auf „DVD kopieren“.
Wenn Sie die ISO-Datei einer anderen Windows-7-Version verwenden möchten, gehen Sie auf „Einstellungen“, tragen den Pfad zu der ISO-Datei in das erste Eingabefeld ein, klicken auf „Speichern“ und dann auf „ISO entpacken“. Unabhängig davon, welche Quelle Sie gewählt haben: Nach dem Entpacken liegen die Windows-Installationsdateien im Ordner „\Tools\Windows-Install-Source“. Wichtig sind hier vor allem die Dateien Boot.wim und Install.wim. In diesen Container-Dateien sind die Start- und Systemdateien untergebracht.
Winbuilder konfigurieren: Klicken Sie auf „Winbuilder starten“. Wir haben das Programm so eingestellt, wie es für die meisten Nutzer sinnvoll sein dürfte. Sie sollten in der Baumansicht auf der linken Seite aber die Einträge unter „Apps“ prüfen. Entfernen Sie das Häkchen vor den Tools, die Sie nicht verwenden wollen, oder setzen Sie eines, wenn Sie ein Programm benötigen. Nach einem Klick auf einen Programmeintrag sehen Sie im rechten Bereich des Fensters eine Beschreibung und meist auch einige Einstellungen für die Konfiguration. Sie können hier beispielsweise wählen, ob eine Verknüpfung zum Programm auf dem Desktop und/oder dem Startmenü erstellt werden soll. Anwendungen, die häufiger aktualisiert werden, bieten dafür meist spezielle Einstellungen. Bei „Avira Free Antivirus 2013“ beispielsweise können Sie wählen, ob Programm und Update bei jedem Winbuilder-Lauf neu heruntergeladen werden sollen. Das ist eigentlich nicht nötig, und Sie können hier, nachdem Sie Windows 7 PE das erste Mal erstellt haben, „Never Download Updates“ wählen. Alle bereits heruntergeladenen Dateien speichert Winbuilder für die nächste Sitzung im Verzeichnis „Tools\pcwMultiPE.project\Workbench“.
Windows 7 PE erstellen: Wenn alles wie gewünscht eingestellt ist, klicken Sie rechts oben im Winbuilder-Fenster auf „Play“. Je nach Leistung Ihres PCs kann der Build-Vorgang einige Zeit in Anspruch nehmen. Die fertige ISO-Datei liegt danach im Verzeichnis „Tools\pcwMultiPE.project\ISO“. Wenn Sie eine CD oder DVD daraus brennen möchten, klicken Sie die ISO-Datei mit der rechten Maustaste an und gehen im Kontextmenü auf „Öffnen mit ➞ Windows-Brenner für Datenträgerabbilder“.
Bootfähigen USB-Stick erstellen: Windows 7 PE lässt sich auch von einem USB-Stick starten. Für ein durchschnittliches PE-System reicht ein 1-GB-Stick aus. Der Stick muss mit dem Dateisystem NTFS oder FAT32 formatiert sein. Gehen Sie in Winbuilder auf „Finalize ➞ Create ISO/USB-HDD“. Wählen Sie unter „Build Mode“ den Eintrag „Create USB Flash Disk“. Stellen Sie unter „Format“ den Wert „None“ ein, wenn Sie die Daten auf Ihrem Stick behalten möchten. Rechts oben geben Sie den Laufwerksbuchstaben an.
Die anderen Einstellungen können Sie wie vorgegeben belassen. Klicken Sie auf „Save Settings“ und dann auf den kleinen grünen Pfeil vor „Create ISO/USB-HDD“ im oberen Bereich des Fensters. Nach kurzer Zeit erscheint das Fenster „Grub4Dos Installer 1.1“. Aktivieren Sie die Option „Disk“, und wählen Sie dahinter den Eintrag für den USB-Stick aus. Hier erscheinen allerdings keine Laufwerksbuchstaben, sondern Bezeichnungen wie „(hd0)“ oder „(hd4)“. Das richtige Laufwerk können Sie an der Kapazitätsangabe dahinter erkennen. Klicken Sie auf „Install“ und dann auf „Quit“. Danach kopiert Winbuilder die Dateien auf den USB-Stick.
Winbuilder und die zugehörigen Scripte bilden ein relativ komplexes Programmpaket. Trotz intensiver Tests in der Redaktion sind Fehler deshalb nicht ausgeschlossen. Oft liegt die Ursache beim Virenscanner. Winbuilder muss sehr viele Dateien kopieren. Ein Virenscanner kann den Prozess so ausbremsen, dass es zu Fehlfunktionen kommt. Deshalb sollten Sie zumindest den Echtzeitschutz der Antiviren- Software vorübergehend abschalten. Eine weitere Fehlerquelle liegt bei Scripten, die Software oder Updates aus dem Internet herunterladen müssen. Wenn der Download fehlschlägt oder die Software sich grundlegend geändert hat, meldet das jeweilige Script einen Fehler und der Build- Vorgang bricht ab. In diesem Fall sollten Sie überprüfen, ob die Download-Adresse in der Script-Konfiguration noch gültig ist, und sie gegebenenfalls ändern. Wenn das nicht möglich ist, deaktivieren Sie das fehlerhafte Script. Sie können dann bei www.reboot.pro im Winbuilder-Download-Bereich nach Updates oder neuen Scripten für den gewünschten Zweck suchen.
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