Kauf-Ratgeber

Hauptplatine - Anschlüsse & Funktionen

Mittwoch, 03.08.2011 | 13:13 von Michael Schmelzle
Welche Anschlüsse und Funktionen sollte eine Hauptplatine besitzen - Teil 2 des Kauf-Ratgebers stellt wichtige Schnittstellen und Bios-Optionen vor.
Auf der Hauptplatine laufen alle Datenbahnen des PCs zusammen. Als Verkehrsknotenpunkt des Rechners besitzt das Mainboard deswegen alle Anschlüsse und Schnittstellen. Neben unentbehrlichen Steckplätzen für zentrale Komponenten unterscheiden sich Motherboards vor allem in der Art und Anzahl der Anschlüsse für Peripheriegeräte.

Den erweiterten Funktionsumfang eines Mainboards bestimmen einerseits zusätzliche Controller-Chips, etwa für WLAN, USB 3.0 oder ein Schnellstart-Betriebssystem, mit dem Sie in wenigen Sekunden Online sind.  Anderseits ist eine umfangreiche und flexibel einstellbare Steuerungs-Software wichtig. So können Sie Prozessor, Speicher und Grafikkarte über Bios-Einstellungen und Hilfsprogramme mehr Leistung entlocken.

Zentrale Schnittstellen

Schnittstellen der Hauptplatine im Überblick: Steckplätze
für zentrale Hardware-Komponenten wie Prozessor, Arbeitsspeicher
und Grafikkarte (gelb) und weitere Anschlüsse (rot)
Vergrößern Schnittstellen der Hauptplatine im Überblick: Steckplätze für zentrale Hardware-Komponenten wie Prozessor, Arbeitsspeicher und Grafikkarte (gelb) und weitere Anschlüsse (rot)

Der bedeutsamste Anschluss der Hauptplatine ist der Prozessor-Steckplatz (A). Das liegt zum Einen daran, dass in einer modernen CPU bereits ab Werk wichtige Schnittstellen eingebaut sind, die das Tempo beim Datentransfer bestimmen. Der im Prozessor integrierte RAM-Controller steuert beuspielsweise die Speichersteckplätze (B) an und definiert so gleichzeitig, ob das Mainboard mit DDR2- oder DDR3-Speicher arbeitet und mit welchen Taktfrequenzen der Arbeitsspeicher maximal laufen darf.


Bei hoch integrierten Prozessoren wie der A-Serie von AMD und allen Core-Modellen mit Onboard-Grafik wandert die PCI-Express-Schnittstelle (C) für die Grafikkarte in die CPU. Abhängig von der CPU können dies 16, 20 oder sogar 32 PCI-Express-Kanäle sein. Und auch der Datenkanal zur Southbridge, der die Peripherie-Anschlüssen wie PCI, SATA und USB bündelt, ist bei diesen Prozessorfamilien bereits an Bord.
 

AMD-Chipsatz 990FX: Das Spitzenmodell besitzt eine
Northbridge, die 40 PCI-Express-Kanäle ansteuert.
Vergrößern AMD-Chipsatz 990FX: Das Spitzenmodell besitzt eine Northbridge, die 40 PCI-Express-Kanäle ansteuert.
© AMD / AMD

Geschwindigkeitsunterschiede zwischen AMDs Unified Media Interface (UMI) und Intels Direct Media Interface (DMI) gibt es allerdings nicht. Beide Datenleitungen, die den CPU-Speicher-Komplex mit der Southbridge verbinden, transportieren maximal zwei Gigabyte pro Sekunde. Hauptplatinen mit den AMD-Chipsätzen 700, 800 und 900 sowie Intels X58 besitzen hingegen noch eine Northbridge, die die PCI-Express-Schnittstelle und die Datenleitung zur Southbridge enthält.

Periphere Schnittstellen

Anschlussbuchsen einer Hauptplatine für externe Geräte
(von links nach rechts): obere Reihe mit PS/2 (kombiniert für
Tastatur oder Maus) und 2 x USB 2.0; D-Sub und DVI-I (analoges und
digitales Bild); HDMI (digitales Bild und Ton) ; Firewire; 2 x USB
3.0 untere Reihe mit koaxialem und optischem SPDIF (digitaler Ton);
LAN und 2 x USB 2.0; 6 x Audio (analoger Ton mit 7.1-Ausgang und
einem Eingang)
Vergrößern Anschlussbuchsen einer Hauptplatine für externe Geräte (von links nach rechts): obere Reihe mit PS/2 (kombiniert für Tastatur oder Maus) und 2 x USB 2.0; D-Sub und DVI-I (analoges und digitales Bild); HDMI (digitales Bild und Ton) ; Firewire; 2 x USB 3.0 untere Reihe mit koaxialem und optischem SPDIF (digitaler Ton); LAN und 2 x USB 2.0; 6 x Audio (analoger Ton mit 7.1-Ausgang und einem Eingang)

Prozessor und Chipsatz sind die zentralen Hardware-Komponenten, die die Peripheriegeräte steuern. Der Datenaustausch erfolgt dabei über die Southbridge des Chipsatzes. Die Southbridge bringt in der Regel Schnittstellen-Controller für den seriellen Laufwerksanschluss SATA (1), PCI-Express (2) und PCI (3) für Steckplätze von Erweiterungskarten, 7.1-Raumklang (HD Audio), ein lokales Netzwerk (LAN) sowie USB-2.0-Geräte (4). Die parallele ATA-Schnittstelle ist nur noch bei AMD-Southbridges an Bord. Und Firewire, USB 3.0 und WLAN ist bei PC-Hauptplatinen generell nur über entsprechende Controller-Chips von Drittherstellern ausgeführt.

Mittwoch, 03.08.2011 | 13:13 von Michael Schmelzle
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