22.03.2012, 11:05

Thorsten Eggeling

Ratgeber Audio

Digitale Musik perfekt im Griff behalten

Digitalisierung von Schallplatten und Kasssetten ©istockphoto.com/Vesnaandjic

MP3-Dateien haben den CD-Player längst abgelöst. Doch oft sind Dateinamen uneinheitlich oder MP3-Tags fehlen. Lesen Sie hier, wie Sie Schallplatten digitalisieren, Musik-CDs umwandeln und MP3-Dateien organisieren.
Musik ist heute meist digital. Auf der Festplatte liegen oft Hunderte, wenn nicht Tausende Musiktitel. Oft stammen die Dateien aus unterschiedlich Quellen. Vieles wurde von Freunden kopiert, anderes selbst digitalisiert, und etliche Datei kommen aus einem der zahlreichen Internet-Shops. Die Folge: Die Bezeichnungen der Dateien folgen keinem einheitlichen Schema, oft fehlen die MP3-Tags oder sie sind unvollständig, und die Lautstärkepegel schwanken stark. Am PC mag das erst einmal nicht weiter stören, wenn man sich einfach nur durch die Verzeichnisse klickt. Doch spätestens bei der Übertragung auf einen MP3-Player oder ein Smartphone oder bei der Wiedergabe über einen Multimedia-Player stört das Durcheinander in der Musiksammlung.

In diesem Beitrag stellt Ihnen PC-WELT die besten Programme vor, mit denen Sie Audio-CDs einlesen und umwandeln, MP3-Tags bearbeiten und die Lautstärke anpassen können. Außerdem finden Sie Tipps und Software, die Ihnen bei dabei helfen, Ihre Musiksammlung zu organisieren. Im ersten Abschnitt geht der Artikel auch auf Hardware und Software ein, die zum Digitalisieren analoger Quellen wie Schallplatten und Musikkassetten benötigt wird.
Hardware zur Digitalisierung analoger Schätze
Im Keller oder auf dem Dachboden schlummern noch seltene Schallplatten oder Raritäten auf Kassette? Dann wird es Zeit, diese aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Tonbandaufnahmen werden über die Jahre nicht besser, vor allem, wenn sie nicht optimal gelagert sind. Die Digitalisierung lohnt sich aber eigentlich nur, wenn es sich wirklich um Musik handelt, die nicht mehr anderweitig zu beschaffen ist. Denn Umwandlung und Nachbearbeitung sind zeitaufwendig.
Damit sich Musik aus analogen Quellen digitalisieren lässt, benötigen Sie ein geeignetes Abspielgerät. Wenn Sie noch einen funktionsfähigen Kassettenrecorder oder Plattenspieler besitzen, können Sie diesen verwenden. Am einfachsten geht es, wenn auch noch eine Stereoanlage zu Verfügung steht. Sie müssen dann nur noch den Kopfhörer-Ausgang mit dem Line-in-Eingang des PCs verbinden. Ein hochwertiger Plattenspieler mit Magnetsystem lässt sich allerdings nicht direkt anschließen. Dafür benötigen Sie einen Entzerrer-Vorverstärker, beispielsweise den Easy Phono Entzerrer/Vorverstärker von Conrad (Best.-Nr.: 304857-62, rund 25 Euro).

Sollte kein Gerät aus dem analogen Zeitalter mehr zur Verfügung stehen, können Sie einen Plattenspieler oder einen Kassettenabspieler mit USB-Anschluss verwenden. Einen Digitalisierer, der sowohl Schallplatten wie auch Kassetten einlesen kann, gibt es beispielsweise ebenfalls bei Conrad (Best.-Nr.: 325980-62, etwa 33 Euro).
Kostenlose Software für die Digitalisierung
Wenn Sie sich spezielle USB-Hardware zur Digitalisierung gekauft haben, liegt dieser meist eine geeignete Software bei. Manchmal kommt hier das Open-Source-Programm Audacity zum Einsatz, das Sie auch verwenden können, wenn Sie über den Eingang der Soundkarte digitalisieren möchten. Audacity kann Audio-Aufnahmen standardmäßig nur in den Formaten WAV und OGG speichern. Für den Export in das MP3-Format benötigen Sie zusätzliche Software. Audacity kann den kostenlosen MP3-Encoder Lame verwenden, den Sie extra herunterladen müssen.

Dazu gehen Sie in Audacity auf „Bearbeiten ➞ Einstellungen ➞ Bibliotheken“. Klicken Sie unter „MP3-Export-Bibliothek“ hinter „Bibliothek“ auf „Suchen“ und dann auf „Download“. Im Browser öffnet sich eine Webseite mit einem Link zum Download. Laden Sie die angebotene Datei herunter, entpacken Sie diese in einen beliebigen Ordner, und geben Sie den Pfad unter „lame_enc.dll steht in“ an.

Schritt 1:
Zur Aufnahme verbinden Sie den Ausgang Ihrer Stereoanlage mit dem Line-in-Eingang der Soundkarte. Starten Sie dann Audacity. Stellen Sie in der Symbolleiste hinter dem Mikrofon das Aufnahmegerät ein. Welche Auswahlmöglichkeiten hier zur Verfügung stehen, hängt vom Betriebssystem und dem Audio-Adapter ab. In der Regel weist ein „Input“ in der Bezeichnung auf das richtige Gerät hin, etwa „Microsoft Soundmapper - Input“. Rechts neben der Auswahl für das Eingabegerät wählen Sie „2 (Stereo) Input Channels“ aus.

Schritt 2: Starten Sie die Aufnahme über die rote Schaltfläche und dann die Wiedergabe der Schallplatte oder der Kassette. Über den Schieberegler neben dem Mikrofon-Symbol regeln Sie den Aufnahmepegel. Ist alles aufgezeichnet, klicken Sie auf die Stopp-
Schaltfläche. Speichern Sie das Ergebnis über „Datei ➞ Projekt speichern“.

Schritt 3:
Bei Bedarf können Sie eine der zahlreichen Funktionen unter „Effekt“ verwenden, etwa „Einblenden“, „Ausblenden“ oder „Rauschentfernung“.


Schritt 4: Für den halbautomatischen Schnitt und den Export in einzelne Dateien benötigen Sie eine Textspur. Fügen Sie diese über „Spuren ➞ Neu ➞ Textspur“ ein.

Schritt 5: Gehen Sie an den Anfang des ersten Musikstücks. Klicken Sie in der Textspur auf den Anfang, und tippen Sie den Namen des ersten Stückes ein. Suchen Sie in der Tonspur die Pause zwischen dem ersten und zweiten Musikstück, klicken Sie an dieser Stelle in die Textspur, und tippen Sie den Namen des Stückes ein. Wiederholen Sie diesen Vorgang für alle Musiktitel.

Schritt 6: Gehen Sie auf „Datei ➞ Mehrere Dateien exportieren“. Wählen Sie unter „Exportformat“ aus der Liste den Eintrag „MP3-Dateien“, geben Sie unter „Export-Verzeichnis“ das gewünschte Ausgabeverzeichnis an, und klicken Sie auf „Export“. In den folgenden Dialog können Sie für jeden einzelnen Musiktitel Infos für das ID3-Tag eingeben. Der Export startet nach dem letzen Klick auf „OK“. Die MP3-Dateien im Zielverzeichnis tragen danach die in der Textspur von Ihnen eingegebenen Namen.
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