1080p via Satellit

HD+ über den Receiver – So funktioniert's

Mittwoch den 16.11.2011 um 10:23 Uhr

von Oskar Greb

Bildergalerie öffnen HD+ ermöglicht hochauflösendes Fernsehen über Receiver.
© Bild: HD PLUS GmbH
Hochauflösendes Fernsehen von ARD, ZDF und Co. funktioniert mit fast jedem HD-Receiver. Wir zeigen, wie Sie auch Pay-TV und Privatsender in maximaler Auflösung genießen.
Praktisch alle Flachbild-Fernseher lösen mit mindestens 1280 x 720 Bildpunkten auf („HD-Ready“), und viele günstige Geräte schaffen sogar Full-HD mit 1980 x 1080 Bildpunkten. In vielen Haushalten kommt die Pixelpracht aber gar nicht zur Geltung, weil sie nur SDTV-Auflösung empfangen. Und die beträgt auch bei digitalem TV eben nur maximal 720 x 576 Bildpunkte. Die restlichen Bildpunkte müssen sich die Fernseher dazurechnen, und das macht das Bild nur unschärfer.

Falls Sie Ihr TV-Signal per Satellit bekommen, gibt es eine gute Nachricht: Sie empfangen bereits HDTV – benötigen zur Darstellung nur einen neuen Receiver. Per DVB-T werden in Deutschland gar keine, per DVB-C je nach Kabelanbieter keine oder nur eine Handvoll Sender in hoher Auflösung ausgestrahlt. Über den Satelliten Astra 19.2 dagegen lassen sich mit jedem DVB-S2-Receiver Erste-HD, Eins-Festival-HD, ZDF-HD, Arte-HD, Anixe-HD, Servus-HD unverschlüsselt und damit kostenlos empfangen. Der Premiere-Nachfolger Sky HD und der Satellitenbetreiber Astra selbst senden ebenfalls HDTV, aber kostenpflichtig und daher aus Abrechnungsgründen nur verschlüsselt.


Die winzige Dreambox ist ein Linux-basierter Receiver mit
Smartcard-Reader. Sie ist unter TV-Freaks auch deshalb so beliebt,
weil sie das für PayTV nötige CA-Modul durch ein SoftCAM-Programm
emuliert. Mit etwas Trickserei lassen sich so einige DRM-Hürden
umgehen.
Vergrößern Die winzige Dreambox ist ein Linux-basierter Receiver mit Smartcard-Reader. Sie ist unter TV-Freaks auch deshalb so beliebt, weil sie das für PayTV nötige CA-Modul durch ein SoftCAM-Programm emuliert. Mit etwas Trickserei lassen sich so einige DRM-Hürden umgehen.
© Dreambox

HD+: Privatsender mit Werbungszwang
Satellitenbetreiber Astra strahlt in seinem kostenpflichtigen Paket HD+ seit über einem Jahr die Privatsender RTL, Vox, Pro7, Sat.1, Kabel Eins aus, seit ein paar Monaten sind außerdem Sport1, RTL 2, Sixx, Comedy Central, Nickelodeon und N24 im Boot. Die Verschlüsselung nennt sich Nagravision und erfordert spezielle Receiver. Astra zertifiziert daher HD+fähige Empfänger, die bereits eine Schlüsselkarte enthalten. Die gibt es ab rund 150 Euro, und damit lassen sich die HDTV-Programme ein Jahr lang ohne weitere Kosten empfangen. Danach kostet das HD+-Abo pro Jahr 50 Euro; zahlt man nicht, kann man künftig nur noch unverschlüsseltes HDTV und natürlich SDTV betrachten.

Trotz Kostenpflicht enthalten die HDTV-Sendungen die schon vom SDTV her gewohnten Werbeunterbrechungen. HD+ steht aber nicht deswegen im Kreuzfeuer der Kritik, sondern weil die Anbieter ihre Kunden per DRM (Digitales Rechtemanagement) mächtig gängeln: HD-Aufnahmen sind nur auf speziellen Festplatten-Receivern möglich, sie lassen sich auch nur auf diesem einen Gerät wieder abspielen und weder archivieren noch schneiden. In Aufzeichnungen, auch Timeshift, kann man nicht vorspulen, Werbeblöcke müssen daher in jedem Fall erduldet werden. Eine Verbesserung ist in Sicht, aber selbst die klingt wie Hohn: Künftig soll immerhin das Vorspulen zwischen den Werbeblöcken, also im eigentlichen Film, möglich sein. Ahja, und die HD+-Receiver entschlüsseln exklusiv: Für zusätzliches Pay-TV von Sky sind sie nicht geeignet.

Mittwoch den 16.11.2011 um 10:23 Uhr

von Oskar Greb

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