Ratgeber Software
Suchmaschinen für den Computer
Wer größere Mengen von Text-, PDF-, MP3- oder JPEG-Dateien auf dem PC hat, ist auf eine Suchhilfe angewiesen. Stellt sich nur die Frage: Reicht die Windows-eigene Suche aus, oder sind Spezialprogramme besser? PC WELT hat fünf kostenlose Dateifahnder unter die Lupe genommen.
So arbeiten die Datei-Suchprogramme
Wollen Sie etwa wissen, welche Lieder von Pink Floyd Sie auf der Festplatte gespeichert haben? Dann müssen Sie nur den Bandnamen in das Suchprogramm eingeben. Umgehend listet es alle gefundenen MP3-Dateien sowie alle Texte und Bilder auf, die zu dieser Band passen. Womöglich werden Sie dabei auch Dateien finden, deren Name oder Speicherort auf den ersten Blick keinen Hinweis auf die britische Rockband bieten.
Das liegt am Suchprinzip der Spezialprogramme: Alle Desktop-Suchprogramme indizieren gleich nach der Installation wie ihre Vorbilder im Internet alle auf dem PC vorhandenen Dateien. Das heißt: Sie erfassen nicht nur den Namen und den Speicherort der Datei, sondern durchforsten den enthaltenen Text oder die Meta-Informationen. Sämtliche gefundenen Stichwörter werden in eine Index-Datenbank geschrieben und mit der Quelldatei verknüpft. Typischerweise durchsuchen solche Programme den Inhalt von Office-Dateien, E-Mails, pure Texte, PDF-, HTML-, Bild-, Musik- und Videodateien. Bei zahlreichen weiteren Dateiformaten begnügt sich die Software mit den Basis-Eigenschaften. So werden etwa Programmdateien nicht inhaltlich durchsucht. Und auch bei komprimierten Dateiarchiven gibt es Grenzen: Wenn überhaupt, werden nur ZIP-Archive entpackt und die darin enthaltenen Dateien indiziert (auch indexiert genannt). Für übliche Ansprüche sind die von den Suchprogrammen erfassten Datei-arten vollkommen ausreichend. Speziellere Aufträge, etwa die Suche in Notes-Datenbanken, erfüllen in der Regel nur kostenpflichtige Suchprogramme.
Je nach Datenmenge und PC-Leistung kann der erste Suchlauf mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Wenn Sie den Computer während der ersten Indizierung nutzen, müssen Sie damit rechnen, dass die Aktion deutlich länger dauert. Denn die Programme stufen dann ihre Priorität freiwillig herab und arbeiten im Hintergrund wesentlich langsamer weiter. Bauen Sie also keinesfalls darauf, dass eine Suche gleich nach der Installation eines Spezialprogramms umfassende Ergebnisse abliefert.
Haben Sie viele Dateien gespeichert, kann es sich lohnen, den PC eine Nacht lang ungenutzt laufen zu lassen. Am nächsten Morgen ist der Index dann auf jeden Fall komplett. Eine lange Indizierungsdauer sollten Sie aber nicht zu kritisch bewerten: Ein Suchprogramm, das zwar schnell indiziert, hinterher aber nichts findet, nützt Ihnen gar nichts.
Nach der Erstindizierung hielt sich der Leistungshunger bei allen getesteten Programmen in Grenzen. Sie forderten 30 bis 80 MB Arbeitsspeicher und belasteten den Prozessor im unteren einstelligen Prozentbereich. Bei Copernic Desktop Home und Exalead One Desktop Free lässt sich die Hardware-Belastung einstellen, bei Google Desktop kann die Indizierung vorübergehend abgeschaltet werden.
Der Suchvorgang nach einem oder mehreren Stichwörtern sollte nur wenige Sekunden dauern. Bei der Anzeige der Treffer unterschieden sich die Datei-Suchprogramme erheblich. Google Desktop und Exalead griffen auf den Standard-Internet-Browser zurück, was die Anzeige in der Regel etwas verzögerte. Bei Exalead ließen sich die Treffer mit zahlreichen Optionen weiter filtern. Das Programm Google Desktop bietet in dieser Hinsicht weniger Möglichkeiten.
Die reichhaltigsten Anzeigeoptionen lieferten Copernic Desktop Home und Windows Search. Die Windows-Suche zeigte die Ergebnisse im Windows-Explorer an. Bei diesen Programmen lassen sich im Vergleich mit den Browser-basierten Konkurrenten die gefundenen Dateien besser und direkter nutzen. Bei Google Desktop und Exalead können Sie gefundene Dateien nur mit dem für die Dateiart registrierten Standardprogramm laden oder den entsprechenden Speicherordner öffnen.



