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Suchmaschinen für den Computer

19.11.2010 | 10:33 Uhr |

Mit Suchprogrammen finden Sie jede Datei in Sekunden. PC WELT hat sich fünf kostenlose Fahndungsspezialisten genauer angesehen und gibt Tipps zur richtigen Dateisuche.

Suchmaschinen für den PC – auch Desktop-Suchmaschinen oder Datei-Suchprogramme genannt – finden alle zu einem Stichwort passenden Dateien, die auf dem PC gespeichert sind. Und das geht meist blitzschnell. Die Programme berücksichtigen nicht nur Namen, Endung und Größe der Dateien, sondern auch den Inhalt und zusätzlich gespeicherte Infos. Solche so genannten Meta-Informationen sind bei Musikdateien etwa der Name des Künstlers und des Albums, Erscheinungsjahr und Stilrichtung. Bilder enthalten Zusatzinfos in den Exif-Daten, etwa Stichwörter wie „Urlaub 2005“.

Wer größere Mengen von Text-, PDF-, MP3- oder JPEG-Dateien auf dem PC hat, ist auf eine Suchhilfe angewiesen. Stellt sich nur die Frage: Reicht die Windows-eigene Suche aus, oder sind Spezialprogramme besser? PC WELT hat fünf kostenlose Dateifahnder unter die Lupe genommen.

So arbeiten die Datei-Suchprogramme
Wollen Sie etwa wissen, welche Lieder von Pink Floyd Sie auf der Festplatte gespeichert haben? Dann müssen Sie nur den Bandnamen in das Suchprogramm eingeben. Umgehend listet es alle gefundenen MP3-Dateien sowie alle Texte und Bilder auf, die zu dieser Band passen. Womöglich werden Sie dabei auch Dateien finden, deren Name oder Speicherort auf den ersten Blick keinen Hinweis auf die britische Rockband bieten.

Das liegt am Suchprinzip der Spezialprogramme: Alle Desktop-Suchprogramme indizieren gleich nach der Installation wie ihre Vorbilder im Internet alle auf dem PC vorhandenen Dateien. Das heißt: Sie erfassen nicht nur den Namen und den Speicherort der Datei, sondern durchforsten den enthaltenen Text oder die Meta-Informationen. Sämtliche gefundenen Stichwörter werden in eine Index-Datenbank geschrieben und mit der Quelldatei verknüpft. Typischerweise durchsuchen solche Programme den Inhalt von Office-Dateien, E-Mails, pure Texte, PDF-, HTML-, Bild-, Musik- und Videodateien. Bei zahlreichen weiteren Dateiformaten begnügt sich die Software mit den Basis-Eigenschaften. So werden etwa Programmdateien nicht inhaltlich durchsucht. Und auch bei komprimierten Dateiarchiven gibt es Grenzen: Wenn überhaupt, werden nur ZIP-Archive entpackt und die darin enthaltenen Dateien indiziert (auch indexiert genannt). Für übliche Ansprüche sind die von den Suchprogrammen erfassten Datei-arten vollkommen ausreichend. Speziellere Aufträge, etwa die Suche in Notes-Datenbanken, erfüllen in der Regel nur kostenpflichtige Suchprogramme.

Je nach Datenmenge und PC-Leistung kann der erste Suchlauf mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Wenn Sie den Computer während der ersten Indizierung nutzen, müssen Sie damit rechnen, dass die Aktion deutlich länger dauert. Denn die Programme stufen dann ihre Priorität freiwillig herab und arbeiten im Hintergrund wesentlich langsamer weiter. Bauen Sie also keinesfalls darauf, dass eine Suche gleich nach der Installation eines Spezialprogramms umfassende Ergebnisse abliefert.

Haben Sie viele Dateien gespeichert, kann es sich lohnen, den PC eine Nacht lang ungenutzt laufen zu lassen. Am nächsten Morgen ist der Index dann auf jeden Fall komplett. Eine lange Indizierungsdauer sollten Sie aber nicht zu kritisch bewerten: Ein Suchprogramm, das zwar schnell indiziert, hinterher aber nichts findet, nützt Ihnen gar nichts.

Sie bekommen mit wie das Programm arbeitet.
Vergrößern Sie bekommen mit wie das Programm arbeitet.
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Alle von PC WELT für diesen Ratgeber geprüften Programme bieten die Möglichkeit, den Umfang der Indizierung sinnvoll einzugrenzen. Sie tun sich, dem Suchprogramm und der Festplatte einen großen Gefallen, wenn Sie diese Option gleich nach der Installation nutzen. Bei nachträglichen Einschränkungen muss nämlich in der Regel der komplette Index neu erstellt werden. So sollten Sie Festplatten-Partitionen, auf denen Sie nie Dateien suchen werden, komplett ausschließen, um den Index nicht unnötig aufzublähen. Mit den Programmen Google Search und Windows Search können Sie auch den Inhalt von Netzlaufwerken aufnehmen. Die Datei-Suchprogramme sind selbst zwar nicht besonders groß und benötigen mit 8 bis 50 MB wenig Plattenplatz. Für den Index, der meist im Verzeichnis des Benutzerprofils abgelegt wird, müssen Sie jedoch bis zu 1 Prozent der indizierten Datenmenge veranschlagen. Bei 1 TB Daten kann der Index durchaus einige GB groß werden. Wie groß, hängt vor allem von den Dateitypen ab: Video-, Foto- und Musikdateien schlagen kaum zu Buche. Anders sieht es aus, wenn viele kleinere Texte, etwa Briefe, komplett erfasst werden.

Nach der Erstindizierung hielt sich der Leistungshunger bei allen getesteten Programmen in Grenzen. Sie forderten 30 bis 80 MB Arbeitsspeicher und belasteten den Prozessor im unteren einstelligen Prozentbereich. Bei Copernic Desktop Home und Exalead One Desktop Free lässt sich die Hardware-Belastung einstellen, bei Google Desktop kann die Indizierung vorübergehend abgeschaltet werden.

Der Suchvorgang nach einem oder mehreren Stichwörtern sollte nur wenige Sekunden dauern. Bei der Anzeige der Treffer unterschieden sich die Datei-Suchprogramme erheblich. Google Desktop und Exalead griffen auf den Standard-Internet-Browser zurück, was die Anzeige in der Regel etwas verzögerte. Bei Exalead ließen sich die Treffer mit zahlreichen Optionen weiter filtern. Das Programm Google Desktop bietet in dieser Hinsicht weniger Möglichkeiten.

Die reichhaltigsten Anzeigeoptionen lieferten Copernic Desktop Home und Windows Search. Die Windows-Suche zeigte die Ergebnisse im Windows-Explorer an. Bei diesen Programmen lassen sich im Vergleich mit den Browser-basierten Konkurrenten die gefundenen Dateien besser und direkter nutzen. Bei Google Desktop und Exalead können Sie gefundene Dateien nur mit dem für die Dateiart registrierten Standardprogramm laden oder den entsprechenden Speicherordner öffnen.

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