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Mehr Komfortfunktionen für Ihren Fernseher

08.10.2012 | 10:09 Uhr |

Kann Ihr Fernseher Skype, direktes Aufnehmen auf USB-Stick, Online-Videotheken oder die Fernsteuerung per iPad? Falls nicht, hilft oft schon ein Firmware-Update.

Nicht nur die Heinzelmännchen zu Köln wollen es der Sage nach bequem, auch der Durchschnittsbürger mag es zu Hause vor dem Fernseher gern gemütlich. Wäre es da nicht komfortabel, direkt über das TV-Gerät zu telefonieren, wenn abends ein Freund per Skype anruft? Warum sollte man erst ins Arbeitszimmer rennen oder umständlich ruckelnde Bilder vom Notebook übertragen? Rund zehn Prozent der neuen Fernseher verfügen bereits über die Möglichkeit, über eine eingebaute Kamera und das Mikrofon zu skypen. Doch allein deshalb kauft kaum jemand ein neues TV-Gerät. Viel näher liegt es da, die Funktion möglichst per Firmware-Update nachzurüsten.

Firmware-Update: Es kommt ganz auf Ihr TV-Gerät an
Genau hier muss man aber genauer hinsehen: Bei Weitem nicht alle Fernsehgeräte lassen sich einfach mit Skype oder sonst einer zusätzlichen Funktion ausstatten. Vielmehr kommt es auf den Hersteller, das Baujahr und das genaue Modell an – und dann muss der Anbieter auch noch eine Firmware bereitstellen, die diese oder jene neue Funktion unterstützt. Generelle Aussagen à la „Samsung unterstützt Maxdome“ oder „Sony-Fernseher mit Skype-Funktion“ helfen da nicht weiter.

Was aussieht wie die Kinect zur Spielekonsole Xbox 360, ist tatsächlich eine Kamera-Mikrofon-Erweiterung für Sony-Fernseher zum Skypen.
Vergrößern Was aussieht wie die Kinect zur Spielekonsole Xbox 360, ist tatsächlich eine Kamera-Mikrofon-Erweiterung für Sony-Fernseher zum Skypen.
© Sony

In diesem Beitrag erläutern wir anhand einiger Beispiele, wie sich viele TV-Geräte nachträglich ohne Kosten und großen Aufwand nachrüsten lassen. Zugleich erklären wir, wie Sie ganz konkret Ihren individuellen Fernseher auf Updates und neue Funktionen überprüfen können. Im Beispiel der Sony-Geräte lässt sich eine ganze Reihe der Bravia-Modelle per Firmware-Updates mit neuen Funktionen nachrüsten. Dazu zählt in Verbindung mit der Kamera-Mikrofon-Erweiterung CMU-BR 100 für knapp 70 Euro die bereits erwähnte Skype-Funktion.

Darüber hinaus bietet der japanische Hersteller Apps für iPhone, iPad und Android-Geräte, die dann nicht nur als Tastenfernbedienung, sondern auch mit frei beweglichem Cursor und Tastatur zur Texteingabe genutzt werden können. Schließlich erlaubt das Firmware-Update die Videoaufzeichnung über USB, indem Sie die Daten direkt auf einen Stick oder eine Festplatte am Fernseher anschließen. Das war zuvor beim Kabel- und Satellitenempfang bei den betroffenen Bravia-Geräten nicht möglich.

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Smartphones oder Tablet-PCs bieten oft mehr Komfortfunktionen, als dies eine herkömmliche TV-Fernbedienung mit starren Tasten leisten kann.
Vergrößern Smartphones oder Tablet-PCs bieten oft mehr Komfortfunktionen, als dies eine herkömmliche TV-Fernbedienung mit starren Tasten leisten kann.
© www.appledesignvault.com

Viele Fernbedienungs-Apps bei iTunes und im Play Store
Um Ihren Fernseher per iPhone, iPad oder Android-Gerät steuern zu können, benötigen Sie zunächst die zugehörige App, die Sie über iTunes im App Store oder im Play Store von Google finden. Die Apps stammen in aller Regel vom Hersteller des Fernsehers, so dass Sie in den Stores am schnellsten durch Eingabe des Firmennamens zum Ziel kommen. Haben Sie weitere neuere Geräte vom gleichen Unternehmen, werden meist auch DVD- und Blu-ray-Player und der Festplattenrekorder unterstützt. Welche Hardware sich genau steuern lässt, entnehmen Sie der App-Beschreibung. Für Smartphones mit Windows Phone bietet der Marketplace generell sehr viel weniger Anwendungen, trotzdem kann sich auch hier die Suche nach einer App für Ihren Fernseher lohnen.

Wo liegen nun die Vorteile der Steuerung per Handy oder Smartphone? Vor allem in der Flexibilität, der Bequemlichkeit und in zusätzlichen Funktionen. Flexibilität deshalb, weil man viele Apps unter anderem zwischen einfacher und kompletter Fernbedienung umschalten kann. Während bei einer mechanischen Ausführung – von wenigen Wendefernbedienungen beispielsweise bei Sony-Geräten abgesehen – immer alle Tasten vorhanden sind, lässt sich eine App flexibel gestalten. Benötigt man nur die Grundfunktionen wie Lautstärke oder die Wahl von Programm und Signalquelle, bleibt alles andere ausgeblendet und wird somit nur bei Bedarf hervorgeholt.

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Sind neue Funktionen oder ein Firmware-Update verfügbar? Das muss man für jeden Fernseher individuell herausfinden – im Bild ein Philips-Modell von 2009.
Vergrößern Sind neue Funktionen oder ein Firmware-Update verfügbar? Das muss man für jeden Fernseher individuell herausfinden – im Bild ein Philips-Modell von 2009.
© Philips

Bequemer ist die App deshalb, weil Sie mit der Touchscreen-Tastatur sehr viel schneller arbeiten können, als wenn Sie auf einer am Fernseher eingeblendeten Tastatur mühsam den Cursor von einem zum nächsten Buchstaben bewegen müssen. Zudem bietet die Touchscreen-Oberfläche von Handy oder Tablet die Möglichkeit, jeden Punkt auf der TV-Oberfläche schnell anzusteuern, beispielsweise, um eine Smart-TV-App zu starten. Schließlich stehen, da die App per WLAN ja ohnehin im Heimnetzwerk integriert ist, ganz neue Funktionen zur Verfügung: vom Abrufen zusätzlicher Infos aus dem Web bis zur Weitergabe von Internet-Adressen.

Bei der Erstinstallation der Fernbedienungs-App müssen Sie meist selbst aktiv werden, erst die Updates werden dann in aller Regel automatisch nachgeladen. Noch weniger komfortabel gestaltet sich die Suche nach einer Firmware-Aktualisierung selbst, die oft zur Verwendung der Fernbedienungs-Apps erforderlich ist. Wenn Sie sich nach dem Gerätekauf nicht beim Hersteller registrieren, kann er Sie über Aktualisierungen gar nicht informieren. Sie müssen also selbst auf den Internet-Seiten des TV-Herstellers auf die Suche gehen.

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